Dioxin, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Dioxins · Nominativ Plural: Dioxine
Aussprache
WorttrennungDi-oxin
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2019

Bedeutung

umgangssprachlich (als Abfallprodukt z. B. bei Verbrennungsprozessen entstehende) sehr giftige Verbindung besonders von Chlor und Kohlenwasserstoff, die schwere Gesundheits- und Entwicklungsschäden verursacht
weiterführende enzyklopädische Informationen: „Dioxine“, in: Spektrum Lexikon Biologie
Beispiele:
Die Umweltschützer entdeckten giftiges Dioxin bei Stichproben in Plastikspielzeug für Kinder. [Süddeutsche Zeitung, 24.11.2018]
In den meisten Fällen beruht die Gefährlichkeit des Dioxins auf einer langfristigen Wirkung. Das Gift sammelt sich im Fettgewebe an und kann Hormon- und Entwicklungsstörungen sowie Krebs verursachen. Kompliziert wird die Sache dadurch, dass der Begriff Dioxin eine Gruppe von etwa 200 Substanzen umfasst. Deren chemischer Aufbau ähnelt sich, doch sie sind unterschiedlich toxisch. [Süddeutsche Zeitung, 07.04.2012]
Dioxine entstehen als Abfallprodukte der Industrie, zum Beispiel bei Müllverbrennung oder der Aufarbeitung von Altölen. [Der Spiegel, 10.01.2011, Nr. 2]
Zwar verbirgt sich auch im Zigarettenrauch Dioxin, mehr als neunzig Prozent aber gelangen über die Nahrung in den Körper. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin nimmt der Mensch das meiste Dioxin – noch vor Fleisch und Fisch – über Milch und Milchprodukte auf. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2005]
300 bis 400 Tonnen chlororganische Stoffe werden jährlich bei der deutschen Möbelproduktion verbraucht. Wenn man Material verbrennt, das diese Substanzen enthält, entsteht Dioxin. [Süddeutsche Zeitung, 17.01.1992]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das hochgiftige, krebserregende, gefährliche Dioxin
als Akkusativobjekt: Dioxin finden, enthalten, aufnehmen, freisetzen
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. ist mit Dioxin belastet, verseucht, vergiftet; der Grenzwert für Dioxin; eine [große] Menge an Dioxin; eine [hohe] Konzentration von Dioxin; Spuren von Dioxin; eine [dauerhafte] Belastung mit Dioxin; der Verdacht auf Dioxin; etw. auf Dioxin testen, untersuchen
in Koordination: Dioxine und Schwermetalle
als Aktiv-/Passivsubjekt: Dioxine entstehen [bei Verbrennungsprozessen], gelangen [ins Tierfutter], stammen [aus Altfetten], gelten [als krebserregend], kommen [in den Produktionskreislauf], wirken [langfristig]
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Dioxin in Eiern, Lebensmitteln, Futtermitteln, Tierfutter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dioxin n. hochgiftige Verbindung von Chlor und Kohlenwasserstoff, gelehrte Bildung (20. Jh.), zusammengefügt aus ↗di- ‘zweimal’, ↗Oxid und dem für chemische Substanzbezeichnungen üblichen Suffix -in.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arsis Asbest Benzol Cadmium DDT Formaldehyd Futtermittel Gramm Grenzwert Hühnerei Hühnerfutter Klärschlamm Kohlenwasserstoff Muttermilch Quecksilber Schadstoff Schwermetall TCDD Tierfutter Umweltgift anreichern bromiert chloriert freisetzen giftig hochgiftig krebserregend polychloriert verseuchen verunreinigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dioxin‹.

Zitationshilfe
„Dioxin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dioxin>, abgerufen am 13.11.2019.

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