Diplomat, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Diplomaten · Nominativ Plural: Diplomaten
Aussprache
WorttrennungDi-plo-mat · Dip-lo-mat (computergeneriert)
HerkunftGriechisch → Französisch
Wortbildung mit ›Diplomat‹ als Erstglied: ↗Diplomatenausweis · ↗Diplomatenauto · ↗Diplomatenempfang · ↗Diplomatenfahrzeug · ↗Diplomatenfamilie · ↗Diplomatengattin · ↗Diplomatengepäck · ↗Diplomatengut · ↗Diplomatenjagd · ↗Diplomatenkennzeichen · ↗Diplomatenkind · ↗Diplomatenlaufbahn · ↗Diplomatenloge · ↗Diplomatenpass · ↗Diplomatenpost · ↗Diplomatenschreibtisch · ↗Diplomatensprache · ↗Diplomatenstatus · ↗Diplomatenuniform · ↗Diplomatenviertel · ↗Diplomatenwagen
 ·  mit ›Diplomat‹ als Letztglied: ↗Berufsdiplomat · ↗EU-Diplomat
eWDG, 1967

Bedeutung

beglaubigter, zu Verhandlungen mit auswärtigen Mächten befugter Vertreter eines Staates im Ausland
Beispiele:
ein gewandter, geschickter Diplomat
er ist ein Diplomat alter Schule
der Diplomat geht in besonderer Mission nach Prag, ist als Botschafter im auswärtigen Dienst tätig
übertragen gewandter, klug berechnender Mensch
Beispiele:
ein guter, schlauer, listiger, schlechter Diplomat sein
er ist kein Diplomat (= er ist nicht geschickt, wendig im Umgang mit anderen Menschen)
der Fleischhauer zeigte sich als durchtriebener Diplomat [BredelHeerstraßen53]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Diplom · Diplomarbeit · Diplomand · Diplomatik · diplomatisch1 · Diplomat · Diplomatie · diplomatisch2
Diplom n. ‘Ernennungsurkunde, Prüfungsnachweis, Abschlußzeugnis, Urkunde’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. diplōma (Genitiv diplōmatis), griech. díplōma (δίπλωμα) ‘Geleitbrief, Empfehlungsschreiben, Urkunde’, eigentlich ‘das Verdoppelte, zusammengefaltetes Schreiben’ (zum ersten Kompositionsglied s. ↗di-). Neben dem bereits im 17. Jh. bezeugten endungslosen Singular Diplom steht bis ins 18. Jh. ein auf der lat. Stammform beruhender Plural Diplomaten, bis sich in der 2. Hälfte des 18. Jhs. die dt. Deklination Diplome durchsetzt. Seit dem 18. Jh. bezeichnet im wissenschaftlichen Bereich Diplom das ‘Bestätigungsdokument für eine erbrachte Leistung, Abschlußzeugnis’, wird Bestimmungswort in Zusammensetzungen wie Diplomarbeit f. ‘Abschlußarbeit’ an Hoch- und Fachschulen (Ende 19. Jh.) und daran anschließend eine den akademischen Grad ausdrückende Berufsbezeichnung: Diplomingenieur (Dipl.-Ing.), -kaufmann, -landwirt, -physiotherapeut, -volkswirt etc. (20. Jh.). Diplomand m. ‘Student, der an seiner Diplomarbeit schreibt, sein Diplom macht’ (20. Jh.), wohl nach dem Vorbild ↗Doktorand (s. d.). Diplomatik f. ‘Urkundenlehre’ (18. Jh.), aus gleichbed. frz. diplomatique oder unmittelbar aus dem Nlat. (vgl. Mabillon De re diplomatica, 1681). Dem frz. Substantiv liegt das Adjektiv frz. diplomatique, nlat. diplomaticus ‘die Urkunden betreffend’ (zu lat. diplōma, s. oben) zugrunde; dazu diplomatisch1 Adj. ‘die Urkunden betreffend, urkundlich, buchstabengetreu’ (18. Jh.). Diplomat m. ‘Bevollmächtigter, geschickt verhandelnder Mensch’, speziell ‘mit einem bestimmten völkerrechtlichen Status ausgestatteter Vertreter eines souveränen Staates’, entlehnt (Anfang 19. Jh.) aus substantiviertem nlat. diplomaticus (s. oben), unter Einfluß von gleichbed. frz. diplomate, ebenfalls einer Substantivbildung zum Adjektiv frz. diplomatique. Diplomatie f. ‘Regelung zwischenstaatlicher Beziehungen’, Übernahme (18. Jh.) von frz. diplomatie, später (19. Jh.) im Dt. auch ‘Gesamtheit der Diplomaten’. Davon abgeleitet diplomatisch2 Adj. ‘die Diplomatie, die Diplomaten betreffend’, speziell ‘die den internationalen Verkehr regelnden Urkunden und Verträge’, dann ‘den internationalen Verkehr selbst betreffend, geschickt verhandelnd’ (18. Jh.), frz. diplomatique (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auslandsvertreter · ↗Botschafter · Diplomat · ↗Geschäftsträger · ↗Konsul · ↗Missionschef · ↗Repräsentant · diplomatischer Vertreter
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angabe Ausweisung Geschäftsleute Journalist Militär Politiker Staatsmann akkreditiert amerikanisch ausländisch ausweisen berichten britisch chinesisch erfahren französisch hochrangig irakisch iranisch israelisch libysch nordkoreanisch ranghoch russisch schwedisch sowjetisch syrisch türkisch westlich ägyptisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Diplomat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie seien inzwischen zu einem Papier verschmolzen, berichteten westliche Diplomaten.
Die Zeit, 20.04.2012 (online)
Wir sind Diplomaten, das heißt, wenn wir sagen, was wir denken, dann haben wir uns versprochen.
Tange, Ernst Günter: Zitatenschatz zur Politik, Frankfurt a. M.: Eichborn 2000, S. 72
Ihr Mann, ein dreißig Jahre älterer Diplomat, starb bereits 1841.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 255
Wenn sich also der Journalist bei dem Diplomaten informieren muss, ist der Diplomat besser daran als der Journalist.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 05.03.1929
Es waren im ganzen achtzehn »Diplomaten«, wie sie scherzweise genannt wurden.
Voß, Ernst: Lebenserinnerungen und Lebensarbeit des Mitbegründers der Schiffswerft von Blohm & Voß. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1924], S. 8667
Zitationshilfe
„Diplomat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Diplomat>, abgerufen am 23.05.2019.

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