Direktive, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Direktive · Nominativ Plural: Direktiven
Aussprache 
Worttrennung Di-rek-ti-ve
Wortbildung  mit ›Direktive‹ als Letztglied: Plandirektive · Wahldirektive
Herkunft zu directivusmlat ‘richtunggebend, lenkend, leitend’
eWDG

Bedeutung

Weisung, Richtlinie
Beispiele:
die Direktive des Ministeriums
neue, richtige Direktiven
einer Direktive folgen
Uns Schauspielern wurden Direktiven (= Verhaltungsmaßregeln) gegeben, wie wir uns gegebenenfalls zu verhalten hätten [ WintersteinLeben2,104]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Direktive f. ‘Richtlinie’, in der 1. Hälfte des 19. Jhs. aufkommende Substantivbildung, möglicherweise verkürzt aus wissenschafts- und verwaltungssprachlichen Ausdrücken wie Direktivnorm (1. Hälfte 19. Jh.), Direktivregel (um 1800), deren erstes Glied auf ein an lat. dīrigere (dīrēctum) ‘eine gerade Richtung geben, richten, lenken, ordnen’ (s. dirigieren, direkt) anzuschließendes, seit dem 13. Jh. im Mlat. und in den roman. Sprachen nachweisbares Adjektiv mlat. directivus, afrz. frz. directif, ital. direttivo, span. directivo ‘richtunggebend, lenkend, leitend’ zurückgeht (vgl. ferner den älteren militärtechnischen Terminus Direktivfortifikation, um 1700). Aus dem Frz. stammendes engl. directive Adj. begegnet bereits im 17. Jh. substantiviert für ‘richtunggebende Kraft, Leitlinie’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anordnung · Anweisung · Arbeitsanweisung · Arbeitsauftrag · Aufgabe · Aufgabenstellung · Auftrag · Befehl · Dienstanweisung · Direktive · Geheiß · Mandat · Order · Weisung  ●  Quest(e)  geh., veraltet

Typische Verbindungen zu ›Direktive‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Direktive‹.

Verwendungsbeispiele für ›Direktive‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Direktive sucht die »aktive Schuld der Verbrechen« von der »passiven Schuld des ganzen Volkes« zu unterscheiden. [o. A.: 1945. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 17482]
Statt seiner bemühen sich nun andere darum, diese Direktive zu befolgen. [konkret, 1988]
Einerseits sind für die Hanseaten selbstverständlich die politischen Direktiven Bonns verbindlich. [Die Zeit, 03.03.1980, Nr. 09]
Das ist, zusammengefaßt, der Sinn der jetzt kritisierten „Drei Direktiven“ Tengs. [Die Zeit, 16.04.1976, Nr. 17]
Die Direktiven, die er aus Bonn erhielt, wechselten beinah jeden Tag. [Die Zeit, 23.12.1966, Nr. 52]
Zitationshilfe
„Direktive“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Direktive>.

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