Dirndl, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Dirndls · Nominativ Plural: Dirndl/Dirndln
Nebenform Dirndel · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Dirndels · Nominativ Plural: Dirndeln
WorttrennungDirndl ● Dirn-del
Wortbildung mit ›Dirndl‹ als Erstglied: ↗Dirndelkleid · ↗Dirndlbluse · ↗Dirndlkleid · ↗Dirndlrock · ↗Dirndlschnaps · ↗Dirndlschürze
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
süddeutsch, österreichisch junges Mädchen
Beispiel:
ein blutjunges, fesches Dirndl
2.
Dirndlkleid
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dirne · Dirndl · Dirndlkleid
Dirne f. ‘Prostituierte’, landschaftlich ‘junges Mädchen’, ahd. thiorna ‘Mädchen, Jungfrau, Dienerin’ (8. Jh.), mhd. dierne, dirne ‘Dienerin, (Bauern)magd, Mädchen’, asächs. thiorna ‘Jungfrau, Mädchen’, mnd. dērne ‘Unfreie, Dienerin, Magd, Mädchen, Jungfrau’, mnl. dierne, deerne, nl. deern, anord. (aus dem Mnd.) þerna ‘Dienstmädchen’. Die Herkunft ist nicht eindeutig geklärt. Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 308 ff. führt die Formen zurück auf germ. *þewernō, die fem. Gegenbildung zu germ. *þegnaz, woraus ahd. asächs. thegan ‘Krieger, Gefolgsmann, Anhänger’, ursprünglich wohl ‘männliches Kind’ (s. ↗Degen). Das würde für das Germ. eine Wurzelvariante ie. *teku̯- neben ie. *tek- ‘gebären, zeugen’ voraussetzen. Nowicki in: ZfdA 106 (1977) 85 ff. schlägt vor, Dirne mit mhd. diehter, tiehter ‘Enkelkind’ zur sonst allerdings nur im Indoiran. bezeugten Wurzel ie. *teuk- ‘Keim, Same, Nachkommenschaft’ zu stellen. Die germ. Ausgangsform für Dirne wäre dann germ. *þeuχranō. Die Bedeutung ‘Prostituierte’ aus ‘Magd, Mädchen aus niederen sozialen Verhältnissen’ ist seit der Mitte des 15. Jhs. nachzuweisen. Dazu das Deminutivum Dirndl n. ‘junges Mädchen’, vgl. bair. dyerndl (15. Jh.), ‘die jüngste (und letzte) Dienstmagd auf einem Bauernhof’ (18. Jh.), südd. auch ‘Trachtenkleid’, verkürzt aus Dirndlkleid n. (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dirndl · ↗Dirndlkleid · ↗Frauentracht · ↗Trachtenkleid
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gelber Hartriegel · Herlitze · ↗Kornelkirsche (Baum)  ●  Dirndl  österr. · Tierlibaum  schweiz. · Cornus mas  fachspr., botanisch
Oberbegriffe
  • Baum  ●  Makrophanerophyt  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alm Ausschnitt Bedienung Bluse Gamsbart Janker Kellnerin Krachlederne Lederhose Lederhosen Lodenmantel Mädel Oktoberfest Schrank Schürze Tracht anhaben ausfüllen bayrisch dekolletiert drall fesch herumlaufen jodeln nähen schlüpfen schmuck servieren weiß-blau zwängen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dirndl‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gelegentlich trage ich ein bayrisches Dirndl und stoße mit meinen deutschen Gästen an, selbstverständlich mit deutschem Bier.
Der Tagesspiegel, 13.07.2003
Lieber gehe ich nicht auf diese blöde Schule, als das Dirndl anzuziehen.
Die Zeit, 19.05.1999, Nr. 20
Sie fuhr sich übers Haar und sah prüfend an ihrem geblümten Dirndl herab.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 109
Ich muß sagen: dieses hagere, kleine Dirndl kam mir wirklich vor wie eine richtige Bäuerin.
Christ, Lena: Lord. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1919], S. 10335
Meine damalige Freundin stand in einem albernen Dirndl bei der »Deutschen Frauenfront« und schüttelte bei meinem Anblick verständnislos mit dem Kopf.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 77
Zitationshilfe
„Dirndl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dirndl>, abgerufen am 20.10.2019.

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