Dirndlkleid, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Dirndlkleid(e)s · Nominativ Plural: Dirndlkleider
Nebenform Dirndelkleid · Substantiv · Genitiv Singular: Dirndelkleid(e)s · Nominativ Plural: Dirndelkleider
Aussprache [ˈdɪʁndl̩ˌklaɪ̯t]
Worttrennung Dirndl-kleid ● Dirn-del-kleid
Wortzerlegung Dirndl1 Kleid
DWDS-Verweisartikel

Bedeutung

Synonym zu Dirndl¹ (1)
Beispiele:
Dirndlkleider des Personals, Tirolerhütchen, und deutsche Schlager aus dem Lautsprecher sollen[auf dem deutsch-kanadischen »Oktoberfest«] deutsche »Gemütlichkeit« symbolisieren. [Süddeutsche Zeitung, 19.09.2000]
Was sind die Merkmale eines ernst zu nehmenden Dirndlkleides? Die Abnäher. Rücken und Front dürfen niemals Falten werfen. Absolut tabu sind Reißverschlüsse, ein Dirndl wird geknöpft, geschnürt oder gehaftelt. [Welt am Sonntag, 16.09.2018]
Das von den Darstellerinnen getragene Dirndl, früher Dirndlkleid genannt, war ursprünglich ein Trachtengewand für Frauen niederen Standes im Alpenraum: weiter Rock, weiße Bluse und Halbschürze; es gab Sommer‑, Winter‑ und sogar Hochzeitsdirndl. Allen gemeinsam war das eng anliegende Mieder, das auch jene modernen Folklore‑Varianten auszeichnet, die in Oberbayern während der Wiesn vorgezeigt werden. Während die Klagen der Nostalgiker, dies habe mit echter Tracht nun wirklich nichts mehr zu tun, ungehört verhallen, ist das Dirndl auf dem Siegeszug. [Süddeutsche Zeitung, 22.09.2008]
So werden die Bewohner des Kindergartens in der Erich‑Weinert‑Straße 37 am 5. November in Dirndelkleidern oder Seppelhosen an einem Volkstanz innerhalb einer Wahl‑Veranstaltung auf dem Wochenmarkt an der Wichertstraße teilnehmen. [Berliner Zeitung, 04.11.1958]
Vom einfachen Dirndlkleid bis zur anspruchsvollen Tracht gibt es unzählige Variationsmöglichkeiten. [Berliner Zeitung, 09.01.1954]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dirne · Dirndl · Dirndlkleid
Dirne f. ‘Prostituierte’, landschaftlich ‘junges Mädchen’, ahd. thiorna ‘Mädchen, Jungfrau, Dienerin’ (8. Jh.), mhd. dierne, dirne ‘Dienerin, (Bauern)magd, Mädchen’, asächs. thiorna ‘Jungfrau, Mädchen’, mnd. dērne ‘Unfreie, Dienerin, Magd, Mädchen, Jungfrau’, mnl. dierne, deerne, nl. deern, anord. (aus dem Mnd.) þerna ‘Dienstmädchen’. Die Herkunft ist nicht eindeutig geklärt. Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 308 ff. führt die Formen zurück auf germ. *þewernō, die fem. Gegenbildung zu germ. *þegnaz, woraus ahd. asächs. thegan ‘Krieger, Gefolgsmann, Anhänger’, ursprünglich wohl ‘männliches Kind’ (s. Degen1). Das würde für das Germ. eine Wurzelvariante ie. *teku̯- neben ie. *tek- ‘gebären, zeugen’ voraussetzen. Nowicki in: ZfdA 106 (1977) 85 ff. schlägt vor, Dirne mit mhd. diehter, tiehter ‘Enkelkind’ zur sonst allerdings nur im Indoiran. bezeugten Wurzel ie. *teuk- ‘Keim, Same, Nachkommenschaft’ zu stellen. Die germ. Ausgangsform für Dirne wäre dann germ. *þeuχranō. Die Bedeutung ‘Prostituierte’ aus ‘Magd, Mädchen aus niederen sozialen Verhältnissen’ ist seit der Mitte des 15. Jhs. nachzuweisen. Dazu das Deminutivum Dirndl n. ‘junges Mädchen’, vgl. bair. dyerndl (15. Jh.), ‘die jüngste (und letzte) Dienstmagd auf einem Bauernhof’ (18. Jh.), südd. auch ‘Trachtenkleid’, verkürzt aus Dirndlkleid n. (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dirndl · Dirndlkleid · Frauentracht · Trachtenkleid
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Dirndlkleid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dirndlkleid>.

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