Dirndlkleid, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Nebenform Dirndelkleid · Substantiv (Neutrum)
WorttrennungDirndl-kleid ● Dirn-del-kleid
WortzerlegungDirndlKleid
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

zur bayrischen und österreichischen Tracht gehörendes oder ihr nachempfundenes Kleid aus buntem Stoff mit gefaltetem oder gekraustem Rock und tailliertem Mieder, das mit einer Halbschürze getragen wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dirne · Dirndl · Dirndlkleid
Dirne f. ‘Prostituierte’, landschaftlich ‘junges Mädchen’, ahd. thiorna ‘Mädchen, Jungfrau, Dienerin’ (8. Jh.), mhd. dierne, dirne ‘Dienerin, (Bauern)magd, Mädchen’, asächs. thiorna ‘Jungfrau, Mädchen’, mnd. dērne ‘Unfreie, Dienerin, Magd, Mädchen, Jungfrau’, mnl. dierne, deerne, nl. deern, anord. (aus dem Mnd.) þerna ‘Dienstmädchen’. Die Herkunft ist nicht eindeutig geklärt. Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 308 ff. führt die Formen zurück auf germ. *þewernō, die fem. Gegenbildung zu germ. *þegnaz, woraus ahd. asächs. thegan ‘Krieger, Gefolgsmann, Anhänger’, ursprünglich wohl ‘männliches Kind’ (s. ↗Degen). Das würde für das Germ. eine Wurzelvariante ie. *teku̯- neben ie. *tek- ‘gebären, zeugen’ voraussetzen. Nowicki in: ZfdA 106 (1977) 85 ff. schlägt vor, Dirne mit mhd. diehter, tiehter ‘Enkelkind’ zur sonst allerdings nur im Indoiran. bezeugten Wurzel ie. *teuk- ‘Keim, Same, Nachkommenschaft’ zu stellen. Die germ. Ausgangsform für Dirne wäre dann germ. *þeuχranō. Die Bedeutung ‘Prostituierte’ aus ‘Magd, Mädchen aus niederen sozialen Verhältnissen’ ist seit der Mitte des 15. Jhs. nachzuweisen. Dazu das Deminutivum Dirndl n. ‘junges Mädchen’, vgl. bair. dyerndl (15. Jh.), ‘die jüngste (und letzte) Dienstmagd auf einem Bauernhof’ (18. Jh.), südd. auch ‘Trachtenkleid’, verkürzt aus Dirndlkleid n. (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dirndl · Dirndlkleid · ↗Frauentracht · ↗Trachtenkleid
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lederhose

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dirndlkleid‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da trugen die Frauen noch einfache Dirndlkleider und die Männer waren noch treu.
Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 328
Wenn ich mal ein Dirndlkleid bekomme, dann kann ich mir immer noch ein Paar Schuhe passend dazu machen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 23.08.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
An der Garderobe im anheimelnden Obermenzinger Haus hängt das festliche Dirndlkleid aus dunkler, schwerer Seide.
Süddeutsche Zeitung, 05.08.1998
Ein paar Leute müssen schließlich auch noch die Brote, Würste und Dirndlkleider liefern, die hier umgeschlagen werden.
Die Zeit, 17.11.1978, Nr. 47
Auch die Dirndlkleider von Charlotte und Sophie sehen scharf nach "Schulmädchen-Report" aus.
Die Welt, 23.09.2002
Zitationshilfe
„Dirndlkleid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dirndlkleid>, abgerufen am 24.10.2019.

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