Discjockey, der

Alternative SchreibungDiskjockey
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Discjockeys · Nominativ Plural: Discjockeys
Aussprache
WorttrennungDisc-jo-ckey ● Disk-jo-ckey
Rechtschreibregeln§ 32 (2)
Wortbildung mit ›Discjockey‹ als Grundform: ↗DJ
FormgeschichteDie Bezeichnung Discjockey ist heute ungebräuchlich. Meist wird stattdessen die Abkürzung DJ verwendet.
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
jmd., der in Clubs, Bars oder auf Veranstaltungen Musik aus einer digitalen oder analogen Musiksammlung (nach Geschmack des Publikums) auswählt und abspielt
Beispiele:
Dort [in einem Restaurant] werden heißer Apfelwein und alkoholfreier Apfelpunsch, Würstchen und Waffeln serviert, und ein Diskjockey legt alpinerprobte und kneipentaugliche Hits auf. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2006]
»Aus der Raupe wurde so etwas wie Deutschlands erste Diskothek, die Einheizer am Plattenspieler wurden zu ersten Discjockeys«, verrät die Ausstellung. [Die Zeit, 03.05.2016 (online)]
Als der jugendliche Diskjockey das Lied »Ice, Ice Baby« anspielte, tanzten sogar die Partymuffel. [Die Welt, 31.10.2000]
[…] Gemril war […] nicht nur bei freien Veranstaltungsradios tätig, er hat sich zudem als Diskjockey für Hochzeiten, Geburtstage, Jubiläen und eine Tanzschule in Marburg einen Namen gemacht. [Frankfurter Rundschau, 10.02.2000]
Am Freitag schauen die Herren Senatoren mal rein, am Wochenende kommen die Loddls und Tanten von St. Pauli, um mal was abzustauben, am Montag ist der Tag der Gastwirte. Rolf, der Discjockey im Raum der Jugend, kennt sie alle nach drei Tagen, weiß, wann er für den Abteilungsleiter mit Sekretärin »Viva España« zum Mitsingen auflegen muß. [Die Zeit, 19.01.1973, Nr. 04]
Kollokation:
als Aktiv-/Passivsubjekt: der Discjockey spielt [die Hits des Jahres]; der Discjockey legt auf
2.
jmd., der digitale oder auf Tonträgern gespeicherte Musik mittels Mischpult oder Controller mixt (Lesart 3), verändert (und produziert)
Beispiele:
Es war schon beeindruckend zu verfolgen, wie beispielsweise die Diskjockeys Jay Strongman aus London oder West Bam (BRD) verschiedene Schallplatten der aktuellen Dancefloorszene mischten, um daraus völlig neue Stücke zu kreieren. [Berliner Zeitung, 06.10.1989]
Nicht nur bekannte Discjockeys wie DJ Hell, Felix Da Housecat, Pete Tong oder Dimitri von Paris, auch Komponisten schwören auf NI-Software, um Musik zu mischen, Sounds aufzunehmen und sie mit elektronischen Effekten zu verändern. [Die Welt, 14.07.2012]
Wie ein Discjockey kombiniert und verfremdet er an Tonbandmaschinen präpariertes Soundmaterial und zaubert so unerwartete Klänge, die aus allen Ecken auf den mutigen und abenteuerlustigen Zuhörer einzustürzen scheinen. [Welt am Sonntag, 25.02.2001]
Abends wechselten sich auf der Openair-Bühne des Jugendhauses neun Discjockeys (DJs) an den Plattentellern und fünf Rap-Gruppen an den Mikrophonen ab. [Frankfurter Rundschau, 01.07.1999]
Die Champions der Rapper-Zunft, Discjockeys wie »Wonder Mike«, »DJ Hollywood« oder »Grandmaster Flash« verbinden urbane Gewitztheit und Plattenteller-Technologie zur Vorführung wahrer Kunstfertigkeiten am Mischpult. [Der Spiegel, 21.09.1981, Nr. 39]
Kollokation:
als Aktiv-/Passivsubjekt: der Discjockey legt auf
3.
früher jmd., der in Rundfunk oder Fernsehen das Musikprogramm zusammenstellt und moderiert
Beispiele:
Diskjockeys sollten […] nett plaudern, treffend über Musik urteilen und ein flottes Programm zusammenstellen können[…]. [Die Zeit, 25.08.1972, Nr. 34]
Die Figur des Diskjockey, der einst nur für Auswahl und Präsentation der Musik im Radio zuständig war […], gilt ihm als Zentralgestalt kultureller Entwicklung, ja als Inbild des zeitgemäßen Revolutionärs. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.1996]
Ein Radio spielt leise das Hitprogramm amerikanischer Rundfunkstationen, nur manchmal unterbrochen von der quäkenden Stimme des Discjockeys. [Die Zeit, 29.08.1980, Nr. 36]
Die Discjockeys in den deutschen Rundfunkanstalten mochten seine [Jimi Hendrix’] ersten Singles nicht, und sie sagten das auch den Teenagern, die 1967 »Hey Joe« und »Fire« hören wollten. [Die Zeit, 25.09.1970, Nr. 39]
Ein Diskjockey sorgte für flotte Musik und Ansagen über wichtige Lokalereignisse. [Der Spiegel, 08.06.1970, Nr. 24]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Diskothek · Disko · Diskjockey
Diskothek f. ‘Schallplattensammlung’ (um 1935), ‘Tanz- und Unterhaltungsveranstaltung für Jugendliche mit Schallplatten- oder Bandmusik, Räumlichkeit, in der diese Veranstaltung stattfindet’, in der Sprache der Jugendlichen meist verkürzt zu Disko f. (70er Jahre 20. Jh.). Diskothek ‘Schallplattenarchiv’ ist gelehrte Neubildung (wohl zuerst frz. discothèque) zu griech. dískos (δίσκος) m. ‘Wurfscheibe’ (s. ↗Diskus), dann auch ‘flache Scheibe’, in moderner Übertragung ‘Schallplatte’ (frz. disque), und griech. thḗkē (θήκη) f. ‘Behältnis, Kiste, Kasten, Schrank’ (s. ↗Theke), nach dem Vorbild Bibliothek, Pinakothek zusammengesetzt. Diskjockey m. ‘Arrangeur und Moderator von Diskoveranstaltungen’ (im Rundfunk, dann in Tanzgaststätten; 50er Jahre 20. Jh.), aus dem Engl., zusammengesetzt aus engl. disk ‘Wurfscheibe, Schallplatte’ (s. ↗Diskus) und ↗Jockei (s. d.).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Plattenaufleger  ●  ↗DJ  Abkürzung, engl. · Discjockey  engl. · Diskjockey  engl. · Schallplattenunterhalter  DDR
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Band Moderator Musiker Plattenteller Produzent Radio Rapper Sänger anheizen auflegen beschallen engagieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Discjockey‹.

Zitationshilfe
„Discjockey“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Discjockey>, abgerufen am 21.08.2019.

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