Diskretion, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Diskretion · Nominativ Plural: Diskretionen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Dis-kre-ti-on
Grundformdiskret
Herkunft aus gleichbedeutend discrétionmfrz frz
eWDG

Bedeutung

Zurückhaltung
a)
Takt, Rücksichtnahme
Beispiele:
vorbildliche, vornehme Diskretion
meisterhafte Diskretion üben
Die anstößigen Stellen des Buches sind mit erfreulicher Diskretion gemildert [ TucholskyPanter89]
b)
Verschwiegenheit, Geheimhaltung
Beispiele:
Diskretion ist Ehrensache!
jmdm. strengste Diskretion zusichern
Sie können meiner unbedingten Diskretion gewiss, versichert sein
auf jmds. Diskretion rechnen
etw. mit Diskretion (= diskret) behandeln
jmdm. etw. unter Diskretion sagen
Voraussetzung bleibt, daß Sie größte Diskretion wahren [ Feuchtw.Füchse435]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

diskret · indiskret · Diskretion · Indiskretion
diskret Adj. ‘taktvoll, zurückhaltend, verschwiegen’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von gleichbed. mfrz. frz. discret, afrz. discré, discret ‘verständig, verschieden’, das auf lat. discrētus ‘getrennt, unterschieden’, spätlat. ‘urteilsfähig, verständig’, Part. Perf. zu lat. discernere ‘absondern, trennen, unterscheiden’, zurückgeht; zu lat. cernere (crētum) ‘unterscheiden’ und dis-. Aus der im Spätlat. und Mlat. nachzuweisenden Bedeutung ‘fähig zu unterscheiden, urteilsfähig, verständig’ entwickeln sich im Frz. die modernen Verwendungen. indiskret Adj. ‘unverständig, unhöflich’ (17. Jh.), ‘taktlos, nicht verschwiegen’ (18. Jh.), nach gleichbed. mfrz. frz. indiscret, lat. indiscrētus ‘ungetrennt, ohne Unterschied’, spätlat. ‘nicht urteilsfähig, unklug, unbesonnen’. Diskretion f. ‘Zurückhaltung, Verschwiegenheit’ (16. Jh.), nach gleichbed. mfrz. frz. discrétion, afrz. discrecion ‘Unterscheidungsvermögen, Unterschied’, spätlat. discrētio (Genitiv discrētiōnis) ‘Trennung, Unterscheidung, Urteilsvermögen’, Verbalabstraktum zu lat. discernere (s. oben). Indiskretion f. ‘Geschwätzigkeit, Aufdringlichkeit, Neugier, Vertrauensbruch’ (18. Jh.), nach mfrz. frz. indiscrétion ‘Unklugheit, Unbescheidenheit, Mangel an Verschwiegenheit’, afrz. indiscrecion ‘Unverständigkeit’, spätlat. indiscrētio ‘Untrennbarkeit, Unverständigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Diskretion · Umsicht · Verschwiegenheit
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Diskretion‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Diskretion‹.

Verwendungsbeispiele für ›Diskretion‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch bei der Abgabe von Erklärungen sollen sie in ihrem eigensten Interesse größte berufliche Diskretion walten lassen. [o. A.: Einundzwanzigster Tag. Montag, den 17. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 29033]
Genau dieser Mantel der Diskretion verbirgt auch das aktuelle Problem. [Die Zeit, 03.09.1998, Nr. 37]
Diskretion ist schließlich wichtig für das indiskreteste Gewerbe der Welt. [Die Zeit, 05.09.1997, Nr. 37]
Er machte sich unsichtbar, wenn er trank, und er starb mit der Diskretion, mit der er sein verstörtes Leben gelebt hatte. [Die Zeit, 27.12.1996, Nr. 1]
Hinter der Diskretion des Diplomaten braucht sich nichts zu bergen, das merkt die Welt erst später. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 05.03.1929]
Zitationshilfe
„Diskretion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Diskretion>.

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