Diskurs, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Diskurses · Nominativ Plural: Diskurse
Aussprache
WorttrennungDis-kurs (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Diskurs‹ als Erstglied: ↗Diskursebene · ↗diskursfähig
 ·  mit ›Diskurs‹ als Letztglied: ↗Gegendiskurs · ↗Geschlechterdiskurs
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend Gedankenaustausch, Unterhaltung; Erörterung
Beispiele:
ein kurzer, langer Diskurs
einen behaglichen, gemütlichen, angeregten Diskurs (mit jmdm.) haben, führen
einen lebhaften Diskurs (an)hören
einen Diskurs mit steigendem Interesse verfolgen
er ließ sich selten in große Diskurse ein
Ich knüpfte allerlei galanten Diskurs mit ihr an [EichendorffTaugenichts3,50]
Wortwechsel, Streit
Beispiele:
ein lauter, ernster, heftiger Diskurs
Bis unter die Dorflinden schallte ... der hitzige Diskurs [ViebigDie vor d. Toren40]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Diskurs · diskurrieren
Diskurs m. ‘Erörterung, Unterhaltung’ kommt zu Anfang des 16. Jhs. durch frz. Vermittlung aus dem Lat. ins Dt., vgl. mfrz. frz. discours, aus spätlat. discursus ‘Verkehr, Umgang, Gespräch’, lat. ‘das Auseinanderlaufen, Umherrennen’, zu lat. discurrere ‘auseinanderlaufen, sich ausbreiten’, spätlat. ‘etw. mitteilen (in Worten)’, zu lat. currere (cursum) ‘laufen, rennen, eilen’ und ↗dis-. Das dazugehörige, aus dem Lat. entlehnte diskurrieren Vb. ‘erörtern, lebhaft verhandeln’ (16. Jh.) ist literatursprachlich selten, in landschaftlicher Umgangssprache jedoch geläufig.

Thesaurus

Synonymgruppe
Diskussion · Erkenntnisaustausch · ↗Gedankenaustausch · ↗Meinungsaustausch
Oberbegriffe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diskurs Moderne akademischen bioethischen ethischen feministischen gesellschaftlichen gesellschaftspolitischen hegemonialen herrschaftsfreien herrschenden intellektuellen interdisziplinären interkulturellen kritischen kulturpolitischen literarischen moralischen philosophischen politischen postkolonialen postmodernen rationalen soziologischen theologischen theoretischen wissenschaftlichen zeitgenössischen ästhetischen öffentlichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Diskurs‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie führte die Diskussion nun vom eher allgemeinen Diskurs in eine konkrete Richtung.
Süddeutsche Zeitung, 27.06.2002
Statt der Disco tobt der Diskurs, und es kommt einem auch wieder sehr französisch vor.
Der Tagesspiegel, 25.11.2001
Auch sie kann im Diskurs objektiv werden und damit der Kompetenz des gebildeten Kenners anheimgegeben sein.
Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 16
Mit demselben Elan, mit dem andere Völker politische Streitfragen diskutierten, verschrieben sich die Deutschen dem pädagogischen Diskurs.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 226
In seinem poetischen Diskurs nimmt oft die rednerische Emphase den Platz der Inspiration ein.
Mosso, Carlo: Adimari. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 6105
Zitationshilfe
„Diskurs“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Diskurs>, abgerufen am 25.06.2017.

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