Disput, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Disput(e)s · Nominativ Plural: Dispute
WorttrennungDis-put
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Disput‹ als Erstglied: ↗disputieren
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben wortreiche Auseinandersetzung
Beispiele:
ein langer, endloser, angeregter, gelehrter Disput
ein Disput über etw.
einen Disput (mit jmdm.) anfangen, beenden
in einen Disput geraten
sie ließen sich nicht in zwecklose Dispute ein
in, nach lebhaftem Disput
Wortstreit, Wortgefecht
Beispiele:
ein erregter, heftiger, hitziger Disput
ein ernster Disput ist im Gange
Indes aber war ... ein eifriger literarischer Disput entbrannt [G. HermannGebert278]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

disputieren · Disputation · Disput
disputieren Vb. ‘lebhaft erörtern, ein gelehrtes Streitgespräch führen’. Lat. disputāre ‘erwägen, erörtern’ (zu lat. putāre ‘(be)rechnen, glauben, meinen’ und ↗dis-) und das darauf beruhende afrz. disputer werden um 1200 ins Mhd. entlehnt. Etwa gleichzeitig gelangt das zugehörige Substantiv Disputation f. ‘Meinungsaustausch, gelehrtes Streitgespräch’, aus lat. disputātio (Genitiv disputātiōnis) ‘Unterredung, Erörterung’, ins Dt. (von Notker, um 1000, mit ahd. wīssprāchunga übersetzt); Eindeutschung führt zu Formen wie Disputazie, Disputatz, Disputat, neben denen stets das dem Lat. verhaftete Disputation begegnet, das schließlich, durch humanistische Gelehrsamkeit befördert, die Oberhand behält. Im 15. Jh. wird Disput m. aus mfrz. frz. dispute (Verbalabstraktum zu frz. disputer) entlehnt (vgl. dispit, 15. Jh., Dispüt Lessing 1760) und bezeichnet vornehmlich das ‘lebhafte, engagiert geführte Wortgefecht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(heftiger) Streit · ↗(heftiger) Wortwechsel · ↗(scharfer) Wortwechsel · ↗(verbale) Auseinandersetzung · Disput · ↗Meinungsverschiedenheit · ↗Rededuell · ↗Schlagabtausch · ↗Szene · ↗Wortgefecht · hitzige Debatte  ●  ↗Streitgespräch  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baden-Badener Beilegung akademisch ausfechten ausgetragen austragen beilegen endlos entbrennen entfachen entspinnen entzünden erbittert erregt eskalieren fruchtlos geführt gelehrt heftig hitzig innerkirchlich innerparteilich lautstark philosophisch schlichten schwelend sowjetisch-chinesisch theologisch verwickeln wissenschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Disput‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort beschlossen sie "nach einem langen Disput", das Opfer zu töten.
Der Tagesspiegel, 21.03.2000
Statt sich gegenseitig zu beschuldigen, sollte man "den fachlichen Disput" suchen.
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2000
Man könnte diese Dispute als eine »allgemeine religiöse Bewegung« bezeichnen, da sie von einem ursprünglichen Interesse am Religiösen getragen waren.
Watt, Montgomery: Der Islam. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25640
Nachdem der letztere ernannt ist, entsteht zwischen beiden ein heftiger Disput.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 397
Darüber darf auch das gesteigerte Interesse an dem poetischen Disput, wie es gleichzeitig mit den entsprechenden Passionen der römischen Malerakademien aufkam, nicht täuschen.
Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 231
Zitationshilfe
„Disput“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Disput>, abgerufen am 18.10.2019.

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