Disput, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Disput(e)s · Nominativ Plural: Dispute
Aussprache 
Worttrennung Dis-put
Wortbildung  mit ›Disput‹ als Erstglied: disputieren
Herkunft aus disputemfrz frz ‘Wortgefecht’
eWDG

Bedeutung

gehoben wortreiche Auseinandersetzung
Beispiele:
ein langer, endloser, angeregter, gelehrter Disput
ein Disput über etw.
einen Disput (mit jmdm.) anfangen, beenden
in einen Disput geraten
sie ließen sich nicht in zwecklose Dispute ein
in, nach lebhaftem Disput
Wortstreit, Wortgefecht
Beispiele:
ein erregter, heftiger, hitziger Disput
ein ernster Disput ist im Gange
Indes aber war … ein eifriger literarischer Disput entbrannt [ G. HermannGebert278]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

disputieren · Disputation · Disput
disputieren Vb. ‘lebhaft erörtern, ein gelehrtes Streitgespräch führen’. Lat. disputāre ‘erwägen, erörtern’ (zu lat. putāre ‘(be)rechnen, glauben, meinen’ und dis-) und das darauf beruhende afrz. disputer werden um 1200 ins Mhd. entlehnt. Etwa gleichzeitig gelangt das zugehörige Substantiv Disputation f. ‘Meinungsaustausch, gelehrtes Streitgespräch’, aus lat. disputātio (Genitiv disputātiōnis) ‘Unterredung, Erörterung’, ins Dt. (von Notker, um 1000, mit ahd. wīssprāchunga übersetzt); Eindeutschung führt zu Formen wie Disputazie, Disputatz, Disputat, neben denen stets das dem Lat. verhaftete Disputation begegnet, das schließlich, durch humanistische Gelehrsamkeit befördert, die Oberhand behält. Im 15. Jh. wird Disput m. aus mfrz. frz. dispute (Verbalabstraktum zu frz. disputer) entlehnt (vgl. dispit, 15. Jh., Dispüt Lessing 1760) und bezeichnet vornehmlich das ‘lebhafte, engagiert geführte Wortgefecht’.

Thesaurus

Assoziationen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Disput‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Disput‹.

Verwendungsbeispiele für ›Disput‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nachdem der letztere ernannt ist, entsteht zwischen beiden ein heftiger Disput. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 397]
Man könnte diese Dispute als eine »allgemeine religiöse Bewegung« bezeichnen, da sie von einem ursprünglichen Interesse am Religiösen getragen waren. [Watt, Montgomery: Der Islam. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25640]
Auch andere Dispute dauerten wochenlang an, bevor sie beigelegt wurden. [Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]]
Natürlich erinnere ich mich im Abstand der Jahre nicht an jedes Detail des nun folgenden Disputs. [konkret, 1999]
Wir geraten in einen gehobenen philosophischen Disput, wie es uns häufig ergangen ist. [Die Zeit, 16.08.1996, Nr. 34]
Zitationshilfe
„Disput“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Disput>.

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