Disputation, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Disputation · Nominativ Plural: Disputationen
Aussprache
WorttrennungDis-pu-ta-ti-on
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet wissenschaftliches Streitgespräch
Beispiele:
eine Disputation über Religion, Politik
Luthers öffentliche Disputation in Leipzig
jmdn. zu einer Disputation herausfordern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

disputieren · Disputation · Disput
disputieren Vb. ‘lebhaft erörtern, ein gelehrtes Streitgespräch führen’. Lat. disputāre ‘erwägen, erörtern’ (zu lat. putāre ‘(be)rechnen, glauben, meinen’ und ↗dis-) und das darauf beruhende afrz. disputer werden um 1200 ins Mhd. entlehnt. Etwa gleichzeitig gelangt das zugehörige Substantiv Disputation f. ‘Meinungsaustausch, gelehrtes Streitgespräch’, aus lat. disputātio (Genitiv disputātiōnis) ‘Unterredung, Erörterung’, ins Dt. (von Notker, um 1000, mit ahd. wīssprāchunga übersetzt); Eindeutschung führt zu Formen wie Disputazie, Disputatz, Disputat, neben denen stets das dem Lat. verhaftete Disputation begegnet, das schließlich, durch humanistische Gelehrsamkeit befördert, die Oberhand behält. Im 15. Jh. wird Disput m. aus mfrz. frz. dispute (Verbalabstraktum zu frz. disputer) entlehnt (vgl. dispit, 15. Jh., Dispüt Lessing 1760) und bezeichnet vornehmlich das ‘lebhafte, engagiert geführte Wortgefecht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(verbale) Auseinandersetzung · ↗Debatte · ↗Diskussion · Disput · Disputation · ↗Streitgespräch · ↗Wortstreit
Unterbegriffe
Assoziationen
Religion
Synonymgruppe
Disputation · ↗Kolloquium · ↗Religionsgespräch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Berner Disputation · Berner Religionsgespräch
  • Regensburger Kolloquium · Regensburger Religionsgespräch
Synonymgruppe
Disputation · ↗Verteidigung (einer wissenschaftlichen These)  ●  Defensio  österr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Badener Davoser Jude Leipziger Predigt Schrift Theologe These Vorlesung akademisch berühmt gelehrt mittelalterlich scholastisch theologisch wissenschaftlich öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Disputation‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei der Disputation vor 475 Jahren, an die sie damit erinnerten, war es noch ganz anders zugegangen.
Bild, 29.04.2003
Entwickelt hat sich das studentische Debattieren aus der traditionellen akademischen Disputation.
Der Tagesspiegel, 29.07.2001
Zwingli weigerte sich zur Disputation in Baden, das von den katholischen Orten regiert wurde, zu erscheinen.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7031
Von seinem Unterricht zeugen die unter seinem Vorsitz abgehaltenen Disputationen.
Ruhnke, Martin: Gueinz. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 32582
Um 726 begann er den Kampf, wahrscheinlich mit kaiserlichen Predigten und Disputationen.
Hertzsch, E.: Bilder und Bilderverehrung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 4243
Zitationshilfe
„Disputation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Disputation>, abgerufen am 18.10.2019.

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