Dissonanz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Dissonanz · Nominativ Plural: Dissonanzen
Aussprache
WorttrennungDis-so-nanz (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Dissonanz‹ als Grundform: ↗dissonant
eWDG, 1967

Bedeutung

Musik Akkord, dessen Töne keinen befriedigenden Zusammenklang ergeben und nach Auflösung verlangen, Missklang
Beispiele:
eine scharfe, grelle, schrille Dissonanz
Dissonanzen auflösen
wenn das Orchester in ... ungeduldigen Dissonanzen die Instrumente stimmt [WerfelVerdi46]
übertragen
Beispiel:
der Lärm der Sonntagsausflügler bildete eine störende Dissonanz zu der Stille der Natur
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dissonanz f. ‘Mißklang, Unstimmigkeit’, spätmhd. dissonantz, als musikalischer Fachausdruck entlehnt aus gleichbed. spätlat. dissonantia, eigentlich ‘das Auseinanderklingen, Durcheinandertönen’; zu lat. sonāre ‘tönen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Disharmonie · Dissonanz · ↗Kakofonie · ↗Kakophonie · ↗Missklang · ↗Misston  ●  Geschrammel  ugs., abwertend, salopp
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (Musik) ohne Grundton · (Musik) ohne tonales Zentrum · ↗Atonalität · atonale Musik

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akkord Chromatik Dissonanz Emanzipation Fortschreitung Gleichklang Harmonie Harmonium Konsonanz Modulation Quarte Rhythmik Synkope Wohlklang ausräumen charakteristisch emanzipieren emanzipiert grell herb knirschend kognitiv schmerzend schneidend schrill schroff transatlantisch unaufgelöst unvorbereitet unüberhörbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dissonanz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was also sprachwissenschaftlich nur eine kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit bildet, ist kulturell von größter Dissonanz.
Die Welt, 06.01.2000
Trotz aller Dissonanzen sind beide Anstalten auf dem Weg zur Fusion bereits ein großes Stück vorangekommen.
Süddeutsche Zeitung, 22.06.1995
In der Kunst wie in der Ausübung muß jede Dissonanz wesentlich sein.
Austin, William W.: Neue Musik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1979], S. 43415
Die Dissonanzen kamen anderswo her und waren mehr oder weniger zufällig.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3549
Die Methode selbst ist offen für das Austragen von Dissonanzen (»Störungsregel«).
Scheidt, Jürgen vom: Themenzentrierte Interaktion. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 3542
Zitationshilfe
„Dissonanz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dissonanz>, abgerufen am 20.05.2019.

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