Docht, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Docht(e)s · Nominativ Plural: Dochte
Aussprache  [dɔχt]
Wortbildung  mit ›Docht‹ als Erstglied: ↗Dochtschere  ·  mit ›Docht‹ als Letztglied: ↗Feuerzeugdocht · ↗Kerzendocht · ↗Lampendocht · ↗Lebensdocht
eWDG, 1967

Bedeutung

saugfähiger Baumwollfaden in Kerzen, Lampen, der der Flamme den Brennstoff zuführt und dabei selbst langsam kürzer brennt
Beispiele:
den Docht (der Lampe) herunterschrauben, großdrehen, putzen
ein glühender, geschwärzter Docht
flackernd brannte auf dünnem Docht eine schwache Flamme [ HesseNarziß5,28]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Docht m. ‘gedrehter Brennfaden einer Kerze oder Lampe’. Ahd. tāht ‘Docht, Schnur’ (10. Jh.), mhd. tāht m. n. f., mnd. dacht, decht, anord. þāttr m. ‘Draht, Faden, Docht, Abschnitt, Teil’ (germ. *þēhta-) können mit armen. t‛ek‛em ‘drehe, flechte, wickle’ und lat. texere ‘weben, flechten’ an die Wurzel ie. *tek- ‘weben, flechten’ angeschlossen werden. Sie bezeichnen somit ursprünglich ‘etw. Zusammengedrehtes’. Im Nhd. hat sich die Form mit verdumpftem Vokal o durchgesetzt.

Typische Verbindungen zu ›Docht‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Docht‹.

Verwendungsbeispiele für ›Docht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber immer noch glimmt der Docht, und eine Zeit lang noch steht der Rauch im Raum.
Süddeutsche Zeitung, 10.08.1995
Wer in dieses Auge blickt, dem wird gleich der Docht geknickt.
Bild, 02.08.2001
Der Wirt stand seufzend auf und drehte den Docht klein, Betrunkene brauchen kein Licht.
Rilla, Paul: Die Erzählerin Anna Seghers. In: Kaiser, Helmut (Hg.) Die Dichter des sozialistischen Humanismus, München: Dobbeck 1960, S. 86
Der dünne Brand hatte einen in der Tasche und zündete den Docht an.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 196
Die Mutter saß unter einer Petroleumlampe, deren Docht flackerte, und stopfte.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 32
Zitationshilfe
„Docht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Docht>, abgerufen am 19.09.2020.

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