Dogma, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Dogmas · Nominativ Plural: Dogmen
Worttrennung Dog-ma (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Dogma‹ als Erstglied: ↗Dogmengeschichte · ↗Dogmenstreit  ·  mit ›Dogma‹ als Letztglied: ↗Glaubensdogma · ↗Moraldogma · ↗Parteidogma · ↗Unfehlbarkeitsdogma
 ·  formal verwandt mit: ↗dogmatisch
Herkunft zu dógmagriech (δόγμα) ‘Verordnung, Beschluß, philosophischer Grundsatz’
eWDG

Bedeutungen

1.
festgelegte, starre Lehrmeinung, die ohne ausreichende Beweisführung den Anspruch auf Gültigkeit erhebt
Beispiele:
ein unumstößliches, philosophisches Dogma
eine Lehre zum Dogma erheben
sich an Dogmen klammern
auf ein Dogma schwören
2.
Religion verbindlich anzunehmender Glaubenssatz
Beispiel:
Ich bin überzeugt davon, Herr Dechant, daß ich dieses Dogma [von der Unbefleckten Empfängnis] nie erwähnt habe [ WerfelBernadette326]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dogma · dogmatisch · Dogmatismus · Dogmatik · Dogmatiker
Dogma n. ‘verbindlicher, anerkennend zu befolgender Glaubenssatz’ (der Religion). Griech. dógma (δόγμα) ‘Verordnung, Beschluß, philosophischer Grundsatz’ wird ins Lat. entlehnt und gewinnt in der spätlat. Kirchensprache die Bedeutung ‘geoffenbarte, unumstößlich gültige Glaubenslehre’. Im 16. Jh. wird Dogma ins Dt. aufgenommen (mit dem Plural Dogmata, Dogmaten) und bezeichnet die gesetzliche und lehrhafte Formulierung einer religiösen Glaubensaussage sowie eine unwissenschaftliche, da unkritisch als gleichsam ewig gültige Wahrheit aufgestellte Lehrmeinung. dogmatisch Adj. ‘an ein Dogma gebunden, daran festhaltend, unkritisch’ (17. Jh.), spätlat. dogmaticus, griech. dogmatikós (δογματικός). Dogmatismus m. ‘starres Festhalten an Dogmen, unkritische, metaphysische, auf vermeintlich unumstößlichen Lehrsätzen beruhende Denkweise’ (18. Jh.). Dogmatik f. ‘Glaubenslehre’ (18. Jh.). Dogmatiker m. ‘Vertreter, Lehrer der Dogmatik, starrer Verfechter von Dogmen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Doktrin · ↗Glaubenssatz · ↗Lehre · ↗Lehrmeinung  ●  Dogma  auch figurativ · (ein) Evangelium (für jemanden)  ugs., fig.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Dogma‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dogma‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dogma‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei ließe sich das gewerkschaftliche Dogma schon mit einfachen Statistiken widerlegen.
Der Tagesspiegel, 18.09.2000
Wenn wir davon ausgehen, dass schon alles gesagt ist, denken wir in Dogmen.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.1999
Er war nunmehr, gleichsam als das Dogma, nur ideell vorhanden.
Mezger, M.: Musik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 18027
Und mit den Dogmen der Theologie hat sein Schöpfer gar nichts gemein.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 24300
Diese betraf zunächst nur die Verfassung; das Dogma blieb katholisch.
o. A.: A. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 22250
Zitationshilfe
„Dogma“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dogma>, abgerufen am 02.03.2021.

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