Dolch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dolch(e)s · Nominativ Plural: Dolche
Aussprache
Wortbildung mit ›Dolch‹ als Erstglied: ↗Dolchklinge · ↗Dolchmesser · ↗Dolchspitze · ↗Dolchstich · ↗Dolchstoß
 ·  mit ›Dolch‹ als Letztglied: ↗Ehrendolch · ↗Zierdolch
eWDG, 1967

Bedeutung

kurze Stichwaffe oder Stoßwaffe mit Griff und feststehender, meist zweischneidiger Klinge
Beispiele:
ein blanker, glänzender Dolch
den Dolch zücken, ziehen
der Offizier trug einen Dolch
jmdm. mit dem Dolch einen Stich, Stoß (ins Herz) versetzen
ihre Worte trafen ihn wie Dolche
Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich / Damon, den Dolch im Gewande [SchillerBürgschaft]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dolch · Dolchstoß · erdolchen
Dolch m. ‘kurze Stichwaffe’ (besonders Waffe von Meuchelmördern), zuerst obd. (Mitte 15. Jh.). Die Etymologie ist unsicher. Entlehnung aus dem Slaw. ist auszuschließen, da poln. (älter), tschech. tulich aus dem Dt. stammen. Wahrscheinlicher ist der Einfluß von lat. dolo ‘Stockdegen, Stilett’, aus griech. dólōn (δόλων) ‘kleiner Dolch der Meuchelmörder’, auf Lautform und Bedeutung eines germ. Substantivs, das in aengl. dalc ‘Spange, Armband’, anord. dālkr ‘lange Fibel, Spange’ bezeugt ist und sich mit air. delg ‘Dorn’, lit. dilgùs ‘stechend, brennend’ auf ie. *dhelg- ‘stechen, Nadel’ zurückführen läßt. Dolchstoß m. ‘heimtückischer tödlicher Stoß mit einem Dolch’ (Dolchenstoß, 17. Jh.); Dolchstoßlegende f., zuerst 1920, um die von militaristischen Kreisen erhobene Behauptung, Deutschland habe den ersten Weltkrieg nicht durch eine militärische Niederlage, sondern durch heimtückischen „Verrat der Heimat“ verloren, als chauvinistische Geschichtsfälschung zurückzuweisen. erdolchen Vb. ‘mit dem Dolch töten’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dolch [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • SS-Dolch · SS-Ehrendolch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Axt Beil Degen Flachbeil Gewände Gift Gürtel Klinge Koppel Lanze Lanzenspitze Machete Meißel Pfeilspitze Revolver Scheide Schwert Schwerter Speerspitze Stilett Streitaxt Säbel blinkend blitzend durchbohren geschliffen gezückt vergiftet wetzen zücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dolch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit so einem Satz würde er mir einen Dolch ins Herz stoßen.
Die Zeit, 31.10.2011, Nr. 44
Als ihnen die Munition ausging, schlachteten sie ihre Opfer mit Dolchen ab.
Bild, 18.11.1997
Dagegen hält die Gestalt selbst einen Dolch in der Hand und kennzeichnet sich damit als die tragische Muse.
Wind, Edgar: Humanitätsidee und heroisiertes Porträt in der englischen Kultur des 18. Jahrhunderts. In: Saxl, Fritz (Hg.), Vorträge 1930 - 1931, Leipzig: Teubner 1932, S. 210
Er wies auf den Dolch des Mannes und die Hand daneben.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 183
Die verzweifelte Mutter holt einen Dolch hervor, küßt andächtig seine Klinge.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 417
Zitationshilfe
„Dolch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dolch>, abgerufen am 06.12.2019.

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