Dorf, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Dorf(e)s · Nominativ Plural: Dörfer
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Dorf‹ als Erstglied: Dorfakademie · Dorfanger · Dorfanlage · Dorfarme · Dorfarzt · Dorfaue · Dorfausgang · Dorfbach · Dorfbarbier · Dorfbewohner · Dorfbulle · Dorfbursche · Dorfbäcker · Dorfchronik · Dorfclub · Dorfding · Dorfdisco · Dorfdisko · Dorfeingang · Dorfeinwohner · Dorferneuerung · Dorffest · Dorfflur · Dorffrau · Dorffriedhof · Dorfgasse · Dorfgasthaus · Dorfgasthof · Dorfgemeinde · Dorfgemeinschaft · Dorfgenosse · Dorfgeschichte · Dorfgesellschaft · Dorfgraben · Dorfgrenze · Dorfhandwerker · Dorfhelferin · Dorfhexe · Dorfhirt · Dorfhund · Dorfjugend · Dorfjunge · Dorfkapelle2 · Dorfkapelle1 · Dorfkind · Dorfkirche · Dorfkirmes · Dorfklatsch · Dorfklub · Dorfkneipe · Dorfkrug · Dorfköter · Dorfladen · Dorflehrer · Dorfleute · Dorflinde · Dorfmensch · Dorfmusik · Dorfmusikant · Dorfmädchen · Dorfordnung · Dorfpastor · Dorfpfaffe · Dorfpfarrer · Dorfplatz · Dorfpolizist · Dorfpriester · Dorfrichter · Dorfschenke · Dorfschmied · Dorfschmiede · Dorfschneider · Dorfschule · Dorfschulmeister · Dorfschultheiß · Dorfschulze · Dorfschulzin · Dorfschänke · Dorfschöne · Dorfschönheit · Dorfsowjet · Dorfstraße · Dorfteich · Dorfteil · Dorftrampel · Dorftratsch · Dorftrottel · Dorftölpel · Dorfvorsteher · Dorfweg · Dorfweiher · Dorfwiese · Dorfwirtshaus · Dorfzentrum · Dorfälteste · Dörfchen · Dörfer · Dörflein · Dörfler · dorfauswärts · dorfeinwärts
 ·  mit ›Dorf‹ als Letztglied: Almdorf · Angerdorf · Bauerndorf · Bergdorf · Containerdorf · Dummsdorf · Feriendorf · Fischerdorf · Friedensdorf · Gassendorf · Gebirgsdorf · Geisterdorf · Grenzdorf · Großdorf · Haufendorf · Heimatdorf · Hufendorf · Hüttendorf · Jugenddorf · Kinderdorf · Kirchdorf · Kleinkleckersdorf · Kuhdorf · Künstlerdorf · Marschdorf · Marschendorf · Mitteldorf · Museumsdorf · Nachbardorf · Oberdorf · Olympiadorf · Pfahldorf · Reichsdorf · Reihendorf · Runddorf · Saunadorf · Stationsdorf · Straßendorf · Unterdorf · Urlauberdorf · Waldhufendorf · Winzerdorf · Zeilendorf · Zentraldorf

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. kleinere geschlossene, vorwiegend bäuerliche Siedlung auf dem Lande
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [umgangssprachlich] die Bewohner von 1
eWDG

Bedeutungen

1.
kleinere geschlossene, vorwiegend bäuerliche Siedlung auf dem Lande
in gegensätzlicher Bedeutung zu Stadt
Beispiele:
ein friedliches, stilles, schmuckes, verträumtes Dorf
der See ist von freundlichen Dörfern umgeben
ein abgelegenes, entlegenes, zentrales Dorf
die Welt ist (doch) ein Dorf! (= erstaunter Ausruf, wenn man an einem entfernten Ort völlig unverhofft einen Bekannten trifft)
jmd. stammt, ist vom Dorfe
salopp [zu einem tölpelhaften, ungewandten Menschen:] du bist wohl vom Dorf?
von Dorf zu Dorf ziehen
vom Dorf in die Stadt fahren
er ist auf dem Dorf aufgewachsen
jmd. wird aufs, auf das Dorf verschlagen, versetzt
er wohnte (zeit seines Lebens) auf dem Dorf
sich auf dem Dorf erholen
in der Erntezeit auf dem Dorf arbeiten
aufs Dorf ziehen
ein Dorf beim Wandern links liegen lassen
der Teich liegt mitten im Dorf
DDRein vollgenossenschaftliches, sozialistisches Dorf
das olympische Dorf (= Wohnsiedlung für alle Teilnehmer der Olympischen Spiele)
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlichdas sind mir, für mich böhmische Dörfer (= das ist mir ganz unverständlich)
umgangssprachlichjmdm. Potemkinsche Dörfer vormachen (= jmdm. durch Vorspiegelungen ein falsches Bild von der tatsächlichen Lage geben)
Kartenspielauf die Dörfer gehen (= Farben statt Trümpfe ausspielen, um sich Vorteile im Spiel zu verschaffen)
umgangssprachlichlass nur die Kirche im Dorf! (= bleibe im Bereich des Möglichen, übertreibe nicht!)
umgangssprachlichmit der Kirche ums Dorf (herum)fahren (= unnötige Umwege machen)
2.
umgangssprachlich die Bewohner von 1
Beispiele:
das ganze Dorf war auf den Beinen, unterwegs, anwesend, in Aufregung
das halbe Dorf hatte sich versammelt, eingefunden
das Dorf war vollzählig auf den Feldern
alle Dörfer der Umgebung wollen kommen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dorf · dörfisch · dörflich · Dörfler · Dörfer
Dorf n. ländliche Siedlung, ahd. thorf (8. Jh.), mhd. dorf, asächs. thorp, mnd. dorp, mnl. nl. dorp, afries. thorp, (ablautend) therp, aengl. þrop, þorp m. ‘Landgut, Hof, Dorf’, engl. (älter) thorp, anord. þorp ‘Hof, Bauernhaus, Dorf, Grabhügel’, schwed. torp ‘kleiner Pachthof’, got. þaúrp ‘Feld, Acker’ gehen auf germ. *þurpa- zurück. Mögliche außergerm. Verwandte sind lit. trob ‘Haus, Gebäude’, lat. trabs ‘Balken’, taberna (aus *traberna) ‘Bretterhütte, Laden, Gasthaus’, mir. treb ‘Haus, Landgut’ mit Anschluß an ie. *trē̌b- ‘Balkenbau, Gebäude, Wohnung’ so daß sich die ursprüngliche Bedeutung ‘Gebäude, Haus’ in Abhängigkeit von der Siedlungsweise zu ‘Ansiedlung, Dorf’ weiterentwickelt haben könnte. Aber auch Verwandtschft mit russ. téreb (тереб) ‘gerodete Stelle’, aslaw. trěbiti, russ. terebít’ (теребить) ‘reinigen, roden’ wird erwogen (als unsicher bei Vasmer 3, 95 f., mit Zustimmung bei Kluge ²⁵212) und dabei eine Entwicklung von ‘Rodung’ zu ‘Siedlungsgebiet’ angenommen. dörfisch Adj. ‘bäurisch’, Gegensatz zu städtisch hinsichtlich Sitte und Lebensweise (1. Hälfte 16. Jh.); vgl. ahd. thorfiskēr ‘Bauer, ungebildeter Mensch’ (11. Jh.), mhd. (in md. Lautung) dörpisch ‘bäurisch, tölpisch’. dörflich Adj. ‘das Dorf betreffend’ (16. Jh.); vgl. ahd. thorflīh ‘bäurisch, gering’ (11. Jh.). Dörfler m. ‘Dorfbewohner, Landmann’ (18. Jh.); älter (ohne l-Erweiterung des Suffixes) Dörfer m. mhd. dorfære, mnd. mnl. dorpere, afries. thorper; anord. (aus dem Mnd.) þorpari.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dorf · Markt · Marktflecken · Marktgemeinde · Ortschaft · Städtchen  ●  Kuhdorf  ugs., abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(kleines) Dorf · Dörfchen · Marktflecken · Nest · Weiler · Örtchen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Dorf‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dorf‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dorf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht zuletzt fördert ein reges geistig‑kulturelles Leben in den Dörfern die sozialistische Lebensweise. [Neuer Weg, Bd. 39, Nr. 1, 1983]
Dafür gibt es auch im kleinsten Dorf gut eingerichtete Läden. [Lange, Werner: Campingurlaub im Norden, München: Gräfe u. Unzer 1962, S. 159]
Der »Tempel« schloß durch sie Kontrakte für das Dorf ab. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 373]
Sie haben den Auftrag, den Aufbau der zerstörten Dörfer vorzunehmen. [o. A.: Interviews der SS-Kriegsberichterkompanie "Sondereinsatz Spanien", 18.11.1940]
Es lagen allerdings Tausende von Versammlungen hinter uns, es gab kein Dorf mehr, in dem wir nicht zum wiederholten Male gesprochen hatten. [o. A.: Eröffnung des Gautages der NSDAP Ostpreußen im Königsberger Schloss, 16.06.1938]
Zitationshilfe
„Dorf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dorf>.

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