Drücker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Drückers · Nominativ Plural: Drücker
Aussprache
WorttrennungDrü-cker (computergeneriert)
Wortzerlegungdrücken-er
Wortbildung mit ›Drücker‹ als Letztglied: ↗Türdrücker
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Türdrücker
2.
Drei- oder Vierkantschlüssel
3.
Abzug am Jagdgewehr
4.
Knopf zur Betätigung elektrischer Anlagen
5.
umgangssprachlich einzelner Bestandteil eines Werkes, der Rührung hervorrufen soll
6.
umgangssprachlich jmd., der von Tür zu Tür geht, um etwas zu verkaufen, bes. um Abonnenten für Zeitschriften zu gewinnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drücken · Drückeberger · Druck2 · eindrücken · Eindruck · Drücker · ausdrücken · Ausdruck · ausdrücklich · bedrücken · unterdrücken · Unterdrückung · Unterdrücker
drücken Vb. ‘pressen, belasten, bedrängen’. Bis ins 17. Jh. daneben gleichbed. umlautloses obd. ↗drucken (s. d.). Ahd. thrucken ‘pressen, bedrücken, quälen, bedrängen’ (9. Jh.), mhd. drücken, drucken ‘(be)drängen, pressen, auspressen, sich drängen’, mnd. drücken, mnl. drucken, nl. drukken, aengl. þryccan ‘zerdrücken, drängen, beleidigen, unterdrücken’, schwed. trycka ‘drücken, drucken’ sind Intensivbildungen (germ. *þrukkjan) zu einer Weiterbildung der Verbalwurzel germ. *þrūg-, die innerhalb des Germ. auch in anord. þrūga ‘drohen, unterdrücken, nötigen’ überliefert ist. Mit verwandtem lit. trū́kti ‘entzweireißen, zerspringen, bersten’ stellen sich die germ. Formen zu ie. *treuk-, *trū̌k-, einer zweifachen Erweiterung der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben’, auf die auch ↗drehen und ↗drohen zurückgehen (s. d.). Drückeberger m. ‘wer sich heimlich (vor einer Arbeit) davonmacht, eine Aufgabe nicht übernimmt’ (19. Jh.), scherzhafte Bildung nach dem Typ der Herkunftsnamen auf -berger (vgl. Perleberger ‘einer aus Perleberg’, s. auch ↗Schlauberger), zu sich drücken ‘sich heimlich davonmachen’ (13. Jh.). Druck2 m. ‘das Drücken, Zwang, Belastung’, modern als technischer Terminus in Luft-, Wasser-, Überdruck u. a.; ahd. thruc ‘Druck, Einwirkung’ (um 1000), mhd. druc ‘Druck, feindliches Zusammenstoßen’. eindrücken Vb. ‘eine Spur hinterlassen, einprägen, durch Druck zerstören’, ahd. inthrucken ‘etw. mit Druck einprägen, aufdrücken’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īndrucken; für geistige Beeinflussung und Wirkung ist heute beeindrucken üblich (seit etwa 1900). Daraus rückgebildet Eindruck m. ‘Druckspur, Einwirkung auf Fühlen und Denken’, mhd. īndruc ‘Empfindung, nachhaltige Wirkung’, bei den Mystikern gebräuchlich, danach häufig seit dem 18. Jh. (einen guten, tiefen Eindruck ‘Wirkung’ machen, hinterlassen). Drücker m. ‘mechanische Vorrichtung, Handhabe zur Ausübung von Druck’ (17. Jh.), dann ‘Bedienungsknopf zur Herstellung eines elektrischen Kontaktes’; vgl. dagegen mhd. drücker ‘Unterdrücker’, so noch im 19. Jh., dann abgelöst von Unterdrücker (s. unten). ausdrücken Vb. ‘auspressen, (in Worten) darstellen’, mhd. ūʒdrücken ‘auspressen’; seit dem 15. Jh. ‘in Worte fassen, aussprechen’ (Luther: mit ausgedruckten Worten für lat. expressis verbis); im 16. Jh. wird das Part. Prät. ausgedruckt häufig für heutiges ausdrücklich (s. unten) verwendet. Das 18. Jh. verbindet ausdrücken (und Ausdruck) mit dem Sichtbarwerden von Gefühl und seelischer Reaktion und bezieht es auf künstlerische Gestaltung und Formgebung. Ausdruck m. ‘äußerliches Zeichen inneren Geschehens, Erlebens’, spätmhd. ūʒdruc, seit dem 18. Jh. ‘die Art zu sprechen’, auch ‘Redensart, Wort, (künstlerische) Gestaltung’. ausdrücklich Adj. ‘betont, deutlich, klar’ (16. Jh.). bedrücken Vb. ‘belasten’, ahd. bithrucken ‘schänden, niederdrücken, unterdrücken’ (10. Jh.), mhd. bedrücken ‘niederdrücken, überwältigen’. unterdrücken Vb. ‘niederhalten, unterjochen, gewaltsam beherrschen’, mhd. underdrücken ‘nach unten drücken, unterjochen, unterwerfen’; Unterdrückung f. ‘Unterwerfung, (gewaltsame) Beherrschung’ (15. Jh.); Unterdrücker m. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Promoter · ↗Propagandist · ↗Werber · ↗Zeitschriftenwerber  ●  Aboverkäufer  ugs. · Drücker  ugs., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Finger Gastgeber Geschenk Krone Tänzerin Zeiger abkassieren allerletzt atomar besorgen betätigen bleiben buchen emotional erledigen kaufen letzt qualifizieren regeln sentimental sichern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Drücker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auffallend oft ist Koch bei den magischen Momenten am Drücker.
Der Tagesspiegel, 18.05.2001
Da wäre endlich jemand am Drücker, mit dem man sich gerne streiten möchte.
Die Zeit, 15.10.1998, Nr. 43
Sie hatte inzwischen ihre Hand frei gemacht und klapperte an dem Drücker.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5381
Pragmatische Macher waren nun am Drücker und sorgten für blühende Landschaften.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 135
Doch obwohl alles vorbereitet war, wurde die Anklage nicht gesprochen, der Finger am Drücker nicht gekrümmt.
Kunert, Guenter: Im Namen der Huete. Muenchen: Carl Hanser Verlag, 1967, S. 206
Zitationshilfe
„Drücker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Drücker>, abgerufen am 16.11.2018.

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