Drüse, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Drüse · Nominativ Plural: Drüsen
Aussprache
WorttrennungDrü-se (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Drüse‹ als Erstglied: ↗Drüsenfunktion · ↗Drüsenkrankheit · ↗Drüsenschwellung · ↗drüsenartig · ↗drüsenkrank
 ·  mit ›Drüse‹ als Letztglied: ↗Duftdrüse · ↗Schilddrüse · ↗Speicheldrüse · ↗Wehrdrüse · ↗Zirbeldrüse
eWDG, 1967

Bedeutung

einzelliges oder mehrzelliges Organ, dessen Absonderungsprodukt nach außen oder in die Blutbahn gelangt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Drüse · Druse
Drüse f. Körpersäfte absonderndes Organ, ahd. thruos f. ‘Drüse, Geschwulst’, (durch die Form motiviert) ‘Eichel’ (8. Jh.; ein Sing. ahd. thruosī ist nicht zu sichern), mhd. druos, drüese ‘Drüse, Beule’, asächs. thrōs f., mnd. drōs m., drȫse f. ‘Drüse, Drüsenschwellung, Geschwulst, Geschwür’, daraus entlehnt nl. droes ‘Geschwür, Kropf’. Nhd. Drüse entspricht der alten Pluralform ahd. thruosi, die sich in spätmhd. drüese als Sing. verselbständigt (ähnlich wie Blüte, Hüfte u. a.). Mit der Bedeutung ‘Pestbeule, Geschwür’ (14. Jh.; vgl. Sterbedrüse ‘Pestbeule’, 16. Jh.) geht das Wort in Flüche und Verwünschungsformeln ein (habt euch die drues!, 15. Jh., poz peul poz drüß!, 16. Jh.) und steht euphemistisch für ‘Teufel’ (16. Jh.). Die unumgelautete Form Druse f. hält sich fachsprachlich. Sie bezeichnet eine Pferdekrankheit (eitriger Nasenkatarrh mit Entzündung der Lymphdrüsen, 19. Jh., zuvor noch mit Umlaut, 18. Jh.) und in der Bergmannssprache einen Hohlraum im Gestein (16. Jh.), dann in zusammenhängenden Kristallen ausgebildete Mineralien (18. Jh.). Die Etymologie ist ungeklärt.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Drüse [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Prostata · ↗Vorsteherdrüse
  • Hirnanhangdrüse · Hirnanhangsdrüse  ●  Glandula pituitaria  fachspr. · ↗Hypophyse  fachspr.
  • Epithelkörperchen · ↗Nebenschilddrüse  ●  Glandula parathyreoidea  fachspr. · Glandula parathyroidea  fachspr. · Parathyreoidea  fachspr. · Parathyroidea  fachspr.
  • Ohrspeicheldrüse  ●  Glandula parotidea  fachspr. · Parotis  fachspr.
  • Bläschendrüse  ●  ↗Samenblase  veraltet · Samenbläschen  veraltet
  • Paraurethraldrüse · Skene-Drüse  ●  Prostata feminina  fachspr.
  • Geschlechtsdrüse · ↗Gonade · ↗Keimdrüse
  • Becherzelle · Goblet-Zelle
  • Meibom-Drüse · Tarsaldrüse

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absonderung Ausführungsgang Blutgefäß Entfernung Funktionsstörung Gehirn Haut Hinterleib Lunge Muskel Nerv Nervensystem Sekret Sekretion Sinnesorgan Zusammenspiel absondern absondernd ausschütten einzellig endokrin gelegen innersekretorisch kastaniengroß lebenswichtig münden produzieren schleimbildend speziell winzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Drüse‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings werden Männer erst spät auf die kleine Drüse aufmerksam.
Die Zeit, 27.10.2008, Nr. 43
Es sieht ähnlich aus wie eine tuberkulöse Drüse, aber ich bin mir nicht so sicher.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 115
Wir haben es mit lebendem Gewebe zu tun, mit Organen, mit Drüsen.
Riemkasten, Felix: Yoga für Sie, Gelnhausen: Schwab 1966 [1953], S. 161
Die Drüsen und das komplizierte hormonelle System des Kindes entwickeln sich.
Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 14
Sie sind behaart, mit Drüsen besetzt und fallen frühzeitig ab.
Der Tagesspiegel, 27.11.2004
Zitationshilfe
„Drüse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Drüse>, abgerufen am 19.03.2019.

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