Dramaturg, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dramaturgen · Nominativ Plural: Dramaturgen
Aussprache 
Worttrennung Dra-ma-turg
formal verwandt mitDrama
Herkunft zu drāmatūrgósgriech (δραματουργός) ‘Dramenverfasser’ < drā́magriech (δρᾶμα) ‘künstlerisch behandeltes, auf der Bühne dargestelltes Spiel’ + ‑ūrgósgriech (‑ουργός) ‘wer etw. schafft, tut’
eWDG

Bedeutung

künstlerischer Berater an einer Bühne, der die Stücke für den Spielplan auswählt und bearbeitet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Drama · dramatisch · dramatisieren · Dramaturgie · Dramaturg
Drama n. ‘Schauspiel’, dann auch ‘erregendes, trauriges Geschehen’. Neben die älteren Bezeichnungen Schauspiel, Spektakel tritt im 16. Jh. entlehntes spätlat. drāma, griech. drā́ma (δρᾶμα) ‘künstlerisch behandeltes, auf der Bühne dargestelltes Spiel’, eigentlich ‘Tat, Handlung’, Ableitung von griech. drā́n (δρᾶν) ‘machen, tun’. Die Entlehnung folgt bis ins 18. Jh. noch griech.-lat. Flexion (Plur. Dramata). Erst mit der theoretischen Einteilung der Dichtung in Lyrik, Epik und Dramatik (18. Jh.) gewinnt der Ausdruck allgemeine Verbreitung. dramatisch Adj. ‘in der Art eines Drames’ (17. Jh.); vgl. gleichbed. griech. drāmatikós (δραματικός); dann allgemein ‘erregend, mitreißend’, dramatisieren Vb. ‘einen Stoff als Bühnenstück gestalten, übertreiben’ (18. Jh.). Dramaturgie f. ‘Wissenschaft von der Kunst des Dramas und des Theaters, Schauspielkunde’ (Lessing 1767), griech. drāmatūrgía (δραματουργία) ‘dramatische Darstellung’. Dazu im 18. Jh. Dramaturg m. ‘Begutachter und Bearbeiter von Bühnenstücken’, in Anlehnung an griech. drāmatūrgós (δραματουργός) ‘Dramenverfasser’; zum zweiten Kompositionsglied s. Chirurg.

Typische Verbindungen zu ›Dramaturg‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dramaturg‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dramaturg‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Statt dessen denkt sich der Forscher wie ein Dramaturg eine bestimmte Szene aus. [Die Zeit, 07.08.1995, Nr. 32]
Ihr wird der ausgebildete Journalist zehn wichtige Jahre als Dramaturg zur Hand gehen. [Süddeutsche Zeitung, 06.03.2001]
Aber plötzlich sind Dramaturgen begeistert, die das Stück anfangs nur nett gefunden hatten. [Süddeutsche Zeitung, 24.06.1998]
Aber ebenso wichtig erschien mir die Gründung einer Ausbildung für Dramaturgen. [Süddeutsche Zeitung, 17.12.1996]
Ich wäre ein schlechter Dramaturg gewesen, hätte ich diesen günstigen Umstand unausgenützt gelassen. [Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1281]
Zitationshilfe
„Dramaturg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dramaturg>.

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