Drang, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Drang(e)s · Nominativ Plural: Dränge · wird selten im Plural verwendet
Aussprache  [dʀaŋ]
Mehrwortausdrücke  Sturm und Drang

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. innerer Trieb, heftiges Streben nach etw.
    1. [bildlich] ...
  2. 2. Druck, Zwang
eWDG

Bedeutungen

1.
innerer Trieb, heftiges Streben nach etw.
Beispiele:
einen Drang in sich fühlen, verspüren
etw. aus innerem Drang tun
von einem unwiderstehlichen, heftigen Drang ergriffen, besessen sein
der Drang nach Wahrheit, Freiheit, einem bestimmten Beruf, nach geordneten Verhältnissen
der Sturm und Drang (= literarische Strömung im 18. Jahrhundert)
Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange / Ist sich des rechten Weges wohl bewußt [ GoetheFaustProlog 328]
bildlich
Beispiel:
er ist noch im Sturm und Drang (= er ist menschlich noch nicht ausgereift)
2.
Druck, Zwang
Beispiel:
im Drang der Vorbereitungen, der Geschäfte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Drang · Andrang · Drangsal · drangsalieren · drängen · drängeln · Gedränge
Drang m. ‘Trieb, Streben, Gedränge, Bedrängnis, Druck’, mhd. dranc m. n. ‘Gedränge, Bedrängnis’, mnd. dranc, mnl. nl. drang, aengl. geþrang ‘Gedränge, Menge, Lärm’, engl. throng ‘Gedränge, Menge, Schar’, anord. þrǫng f. ‘Gedränge, Enge, Kelter’, norw. trang stehen im Ablaut zu dem unter dringen (s. d.) behandelten Verb. Mhd. dranc bezieht sich vornehmlich auf das wogende Getümmel in der Schlacht, ‘Gedränge der Menschen im Kampf’. Mit der Bedeutung ‘innerer Trieb, geistiges Streben, Impuls’ (entwickelt im 18. Jh.) wird Drang rasch zum Modewort (vgl. die formelhafte Verbindung Sturm und Drang, Klinger 1776). Andrang m. ‘das Andrängen’ (18. Jh.). Drangsal f. ‘Zwang, Bedrängnis, Gewalttätigkeit’, spätmhd. drancsal, ursprünglich auch n., selten m.; mit der Nachsilbe -sal (s. d.) wohl aus älterem, von drängen abgelöstem drangen (s. unten drängen) abgeleitet; dazu drangsalen Vb. (19. Jh.), häufiger drangsalieren Vb. ‘quälen, belästigen’ (19. Jh.). drängen Vb. ‘drücken, nötigen, vertreiben’, Kausativum zu dringen (s. d.), also eigentlich ‘dringen machen’. Ahd. threngen (um 1000), mhd. drengen setzt sich gegenüber ahd. thrangōn (9. Jh.), mhd. drangen ‘drücken, belästigen, nötigen’ durch; drängen übernimmt im 18. Jh. den transitiven Gebrauch von dringen ‘zusammendrücken’. drängeln Vb. ‘sehr, wiederholt drängen, drücken’, Iterativbildung (19. Jh., vereinzelt schon 17. Jh.) zu drängen. Gedränge n. ‘unruhiges Treiben, Andrang, Menge’, ahd. githrengi ‘Handgemenge’ (9. Jh.), mhd. gedrenge ‘Kampfgewühl, unwegsam verwachsener Boden, Bedrängung, Beengung’ ist entweder als Kollektivum zum Substantiv Drang (s. oben) oder als Verbalabstraktum zu den oben unter drängen genannten schwachen Verben (oder zum starken Verb dringen?) gebildet, wird heute aber als zu drängen gehörend empfunden; ins Gedränge kommen ‘in Schwierigkeiten geraten’ (um 1700).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bedürfnis · Begehren · Begierde · Drang · Gier · Sehnen · Sehnsucht · Verlangen · Wunsch  ●  Durst  ugs., fig.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Drang‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Drang‹.

Verwendungsbeispiele für ›Drang‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach der Untersuchung hatte ich auch tatsächlich den Drang zu pressen. [Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 87]
Ein unbändiger Drang war in ihm, sich umzudrehen, das Lauschen genügte nicht mehr. [Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 282]
Es gibt keinen inwendigen Drang an sich, etwas zu erfinden. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 220]
In seinen Bildern bricht ständig der Drang nach Genauigkeit durch. [o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 37386]
Wenig ist ihnen einprogrammiert außer dem Drang, Reize zu suchen. [Die Zeit, 23.09.1999, Nr. 39]
Zitationshilfe
„Drang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Drang>.

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