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Dreh, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dreh(e)s · Nominativ Plural: Drehs · wird meist im Singular verwendet
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dreh(e)s · Nominativ Plural: Drehe · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp
1.
plötzlicher Einfall; Weg, auf dem man ein Problem lösen kann
Beispiele:
auf einen guten Dreh kommen
Aber unsere Juristen finden da bestimmt einen Dreh, um Ihnen aus der Patsche zu helfen [Feuchtw.Nero159]
2.
Handlungsweise, durch die man etw. günstig bewerkstelligt, entscheidender Handgriff
Beispiele:
den richtigen Dreh kriege ich (bei dieser Arbeit) nicht (he)raus
er hat den Dreh noch nicht (richtig) (he)raus
hinter den Dreh kommen
ein geschickter, dramaturgischer Dreh
einer Sache den richtigen Dreh geben (= sie geschickt arrangieren)
die Aufgabe der Schriftstellerei bestehe schließlich darin, die Dinge durch einen bestimmten Dreh durchsichtig zu machen [DürrenmattVersprechen207]
unlautere Handlungsweise, Trick
Beispiel:
das war sein Dreh gegenüber der Konkurrenz
3.
Beispiel:
im Dreh sein (= in der Arbeit stecken)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drehen · Drehe · Dreh · Dreher · Drehbank · Drehbuch
drehen Vb. ‘um eine Achse bewegen, wenden, flechten, winden, rund machen’, ahd. drāen ‘runden, drechseln, erhaben ausarbeiten’ (8. Jh.), mhd. dræjen, dræhen ‘sich drehend bewegen, wirbeln, drechseln’, asächs. thrāian, mnd. dreyen, aengl. þrāwan ‘drehen, quälen’, engl. to throw ‘werfen’, mnl. draeyen, nl. draaien führen wie ↗Draht (s. d.) auf die langvokalische Form ie. *trē- der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben, (reibend) durchbohren’, zu der auch lat. terere ‘reiben, zerreiben’, griech. té͞irein (τείρειν) ‘(auf)reiben, bedrängen, quälen’, tóros (τόρος) ‘Meißel’, aslaw. trěti, russ. terét’ (тереть) ‘reiben’ gehören. Auf unterschiedliche Erweiterungen dieser Wurzel gehen ↗drechseln, ↗drillen, ↗drohen, ↗drücken (s. d.) zurück. Drehe f. schraubenförmiges Geräteteil (15. Jh.), ‘Drehung’ (17. Jh.), in den Mundarten für ‘Drehvorrichtung, Kurbel, Winde’ u. dgl., omd. ‘Weg-, Flußbiegung, Gegend, Umkreis’ (in der Drehe, 19. Jh.). Dreh m. ‘Finte, Trick’ (um 1900), aus dem Rotw., eigentlich wohl ‘geschickte Drehung’. Dreher m. in älterer Zeit ‘Drechsler’ (14. Jh.), modern ‘Metallarbeiter an der Drehbank’. Drehbank f. ‘Drechselbank’, spätmhd. dræbanc; ‘mit einem Drehrad versehener Werktisch, drehbarer Tisch’ (17. Jh.), ‘Werkzeugmaschine mit rotierender Hauptbewegung’ (19. Jh.), modern dafür auch Drehmaschine. Drehbuch n. Vorlage für einen Film (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(der) richtige Dreh · ↗(genialer o.ä.) Trick · ↗(raffinierter o.ä.) Kunstgriff · ↗(spezielle) Praktik · ↗(spezielle) Technik · ↗(spezieller, genialer) Handgriff · Dreh · ↗Finesse · ↗Kniff · ↗Kunststück · Trick 17 · Trick siebzehn · trickreiche Methode  ●  ↗(cleverer o.ä.) Schachzug  fig.
Assoziationen
  • Treibarbeit · ↗Treiben
  • Kriegslist  ●  Ruse de Guerre  geh., franz. · Stratagem  geh., griechisch · ↗Strategem  geh., griechisch · Strategema  geh., griechisch
  • Muster · ↗Tour · ↗Trick · ↗Vorgehensweise  ●  ↗Masche  abwertend · ↗Spiel(chen)  ugs.
  • (das ist) das Interessante (an)  ●  (das ist) der springende Punkt  fig. · das ist der Witz an der Sache  Redensart · darum geht es ja gerade!  ugs., variabel
Synonymgruppe
Dreharbeit  ●  Dreh  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achse Dokumentarfilm Film Grad Karussell Kopf Kreis Minus Pirouette Plus Rad Regisseur Runde Schraube Spielfilm Szene Video Wind abdrehen andrehen aufdrehen durchdrehen herumdrehen schnell umdrehen wegdrehen weiterdrehen wenden zudrehen zurückdrehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dreh‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So dreht sich bei der Regulierung alles um die Deutsche Bank.
Die Zeit, 20.09.2012, Nr. 39
Es dreht sich mit hoher Geschwindigkeit in einem magnetischen Feld.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7
Und sofort drehte sich das Zimmer um ihn in wachsender Geschwindigkeit.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 201
Er drehte sich oben mit dem Rücken flach gegen die Wand.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 272
Wieder drehten sich die Räder, wieder sausten die Hammer und ein gewaltiges Arbeiten begann in der Sicherung des Reiches.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1942]
Zitationshilfe
„Dreh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dreh>, abgerufen am 19.01.2019.

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