Dreier, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dreiers · Nominativ Plural: Dreier
Aussprache
WorttrennungDrei-er
Wortbildung mit ›Dreier‹ als Erstglied: ↗Dreierbrötchen  ·  mit ›Dreier‹ als Letztglied: ↗Gegendreier
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
alte Münze im Werte von drei Pfennigen
Beispiel:
Es sind die Eier / Heuer hübsch teuer, / Das Stück zwei Dreier [BuschSumma summarum252]
salopp, übertragen
Beispiele:
dafür bekommst du keinen Dreier mehr
der eine ist einen Dreier, der andere drei Pfennige wert (= beide taugen gleich wenig)
spare deine (paar) Dreier (= spare dein bisschen Geld)
2.
salopp
Beispiel:
einen Dreier (= drei richtige Zahlen) im Lotto haben
3.
Eislauf, Rollschuhlauf Bogen in Form einer Drei
Beispiel:
einen Dreier laufen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drei · Dreier · dreißig · dreizehn · Dreieck · dreieckig · Dreieinigkeit · Dreifaltigkeit · Dreifuß · Dreimaster · dritter · Drittel · dritteln · drittens
drei Num. Ahd. thrī (8. Jh.), mhd. mnl. drī (gegenüber asächs. thrīa mit sekundär angetretener Endung, woraus mnd. drē), nl. drie, afries. thrē, aengl. þrī, engl. three, anord. þrīr, got. þreis, germ. *þri(ez), lat. trēs, griech. tré͞is (τρεῖς), aind. tráyaḥ, lit. trỹs, aslaw. trịje, russ. tri (три) führen alle auf die mask. Form des Zahlworts ie. *trei̯es ‘drei’. Ablautendes ie. *tri- erscheint in der Kompositionsform griech. tri- (τρι-), lat. tri- (s. ↗tri-) ebenso wie in der Ordinalzahl dritter (s. unten). (nicht) bis drei zählen können ‘dumm sein’ (17. Jh.), vgl. älter der nicht sieben zelen künde (Luther). Dreier m. ‘kleine Münze, Dreipfennigstück’, mhd. drīer. dreißig Num. ahd. thrīʒug (8. Jh.), mhd. drīʒec (s. ↗-zig). dreizehn Num. ahd. thrīzehan (um 1000), mhd. drīzehen. Dreieck n. geometrische Figur (16. Jh.), Rückbildung aus dreieckig Adj. dreieckicht, mhd. drīeckec; vgl. mhd. drīeckeht und s. ↗Ecke. Dreieinigkeit f. Gott als Einheit der drei göttlichen Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist in der christlichen Religion, mhd. drīeinecheit; vgl. frühnhd. dreyeinec ‘dreieinig’ (um 1500); in gleicher Bedeutung Dreifaltigkeit f. mhd. drīvaltecheit, zu mhd. drīvaltec ‘dreifaltig’ Adj., vgl. ahd. thrī̌falt ‘dreifaltig, dreifach’ (8. Jh.), mhd. drīvalt und s. ↗falten; beide Substantive sind Übersetzungen für den Terminus kirchenlat. trīnitās ‘Trinität’. Dreifuß m. ‘Gestell mit drei Füßen’, ahd. thrī̌fuoʒ (11. Jh.), mhd. drīvuoʒ, Übersetzung von lat. tripūs, griech. trípūs (τρίπους) ‘dreifüßiges Geschirr, dreifüßiger Stuhl der Pythia, der das Orakel verkündenden Priesterin in Delphi’. Dreimaster m. ‘Segelschiff mit drei Masten’ (18. Jh.). dritter Num. Ord. ahd. thritto (8. Jh.), mhd. dritte, got. þridja. Drittel n. ‘dritter Teil’ (14. Jh.), mhd. dritteil, s. ↗Teil. dritteln Vb. ‘in drei gleichgroße Teile aufteilen’ (15. Jh.). drittens Adv. ‘zum dritten, an dritter Stelle kommend’ (17. Jh.). S. auch ↗Drilling.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sex zu dritt  ●  Dreier  ugs. · ↗Ménage-à-trois  geh., franz. · ↗Sandwich  ugs. · flotter Dreier  ugs.
Oberbegriffe
  • Gangbang · ↗Gruppensex  ●  (es) geht drunter und drüber  verhüllend, veraltet, fig. · (es wird) wild durcheinandergevögelt  derb, variabel · Rudelbums  ugs. · jede treibt es mit jedem  ugs.
Assoziationen
  • Gangbang · ↗Gruppensex  ●  (es) geht drunter und drüber  verhüllend, veraltet, fig. · (es wird) wild durcheinandergevögelt  derb, variabel · Rudelbums  ugs. · jede treibt es mit jedem  ugs.
  • Dreiecksbeziehung · ↗Dreiecksverhältnis  ●  Dreieckskiste  ugs. · Dreierkiste  ugs. · ↗Ménage-à-trois  geh., franz.
  • Dreiercombo · ↗Dreiergruppe · ↗Trio  ●  Trio infernal (ironisch, ursprünglich Filmtitel)  ugs.
  • Dreiergremium · Dreierspitze · ↗Dreigestirn (auch ironisch) · ↗Triumvirat · ↗Troika  ●  Dreiergespann  fig. · ↗Dreigespann  fig.
  • Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern · Promiskuitivität · ↗Promiskuität · häufiger Partnerwechsel · promiskuitive Lebensweise
  • (seinen) ehelichen Pflichten nachkommen · ↗(sich) lieben · Geschlechtsverkehr haben · Verkehr haben · ↗verkehren  ●  (mit jemandem) intim werden  verhüllend · Sex haben  Hauptform · den Beischlaf vollführen  Amtsdeutsch · ↗erkennen  biblisch · es kommt zum Geschlechtsverkehr  Amtsdeutsch · mit jemandem schlafen  verhüllend · (den) Lachs buttern  derb · (ein) Rohr verlegen  derb · (eine) Nummer schieben  ugs. · (es) treiben (mit)  ugs. · ↗(jemanden) flachlegen  ugs. · ↗(jemanden) vernaschen  ugs. · Liebe machen  ugs. · Sex machen  ugs. · ↗begatten  fachspr. · ↗bimsen  derb · ↗bumsen  ugs. · einen wegstecken  ugs. · ↗ficken  vulg. · ↗knattern  ugs. · ↗kohabitieren  geh. · ↗koitieren  geh. · ↗kopulieren  fachspr. · ↗nageln  derb · ↗pimpern  derb · ↗poppen  ugs. · ↗pudern  ugs., österr. · ↗rammeln  ugs. · schnackseln  ugs. · ↗vögeln  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch in der Schlusssekunde traf Darnell Mee mit dem Versuch eines Dreiers nicht.
Süddeutsche Zeitung, 29.04.2002
Nach sechs Spielen ohne Sieg in der heimischen Arena in Folge gelang dem deutschen Meister von 2009 der lang ersehnte Dreier.
Die Zeit, 27.04.2013 (online)
Ein Dreier gegen den Meister ist gut für die Moral.
Bild, 10.03.2003
Nur bei einem "Dreier", kann man mal kurz frei durchzuatmen.
Bild, 06.12.2002
Der Dreier ist eine früher sehr häufige Scheidemünze von geringem Wert.
Röhrich, Lutz: Dreier. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6447
Zitationshilfe
„Dreier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dreier>, abgerufen am 16.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Dreieinigkeitsfest
Dreieinigkeit
dreieinig
dreieinhalb
Dreiecktuch
Dreierbrötchen
Dreiergruppe
Dreierkette
Dreierkombination
dreierlei