Dreikönigskuchen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dreikönigskuchens · Nominativ Plural: Dreikönigskuchen
Aussprache [dʀaɪ̯ˈkøːnɪçsˌkuːχn̩]
Worttrennung Drei-kö-nigs-ku-chen
Wortzerlegung  drei König Kuchen
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

meist flacher Kuchen mit regional stark unterschiedlichen Zutaten, der am 6. Januar (Dreikönigstag) serviert wird und in den als Glücksbringer eine kleine Figur, Münze, getrocknete Bohne o. Ä. eingebacken ist   Der Dreikönigskuchen ist im deutschsprachigen Raum besonders in der Schweiz verbreitet, wo er aus Hefeteig gebacken und oft mit einer Papierkrone dekoriert wird. Er bezieht sich auf einen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit weit verbreiteten Brauch. Derjenige, dem das Kuchenstück mit der eingebackenen Bohne zufiel, wurde zum »Bohnenkönig« ausgerufen. Wenn dieser beim folgenden Umtrunk sein Glas erhob, akklamierten die Beisitzenden: »Der König trinkt!«
Beispiele:
Der Dreikönigskuchen wird am 6. Januar, dem Tag der Epiphanie (Erscheinung des Herrn), gegessen. [Thurgauer Zeitung, 04.01.2018]
Das Kulinarische ist beim hiesigen Dreikönigskuchen nebensächlich, da süsse Hefebrote längst ganzjährig zu erhalten sind. [St. Galler Tagblatt, 04.01.2020]
Dreikönigstag mit Gottesdienst und Brunch: 10.30 Uhr Gottesdienst in der Apostelkirche, anschließend Brunch im Gemeindehaus mit Dreikönigskuchen. [Münchner Merkur, 05.01.2019]
im Bild Der Start des Spieles gelang den St. Gallerinnen […] nicht nach Mass und die Aadorferinnen schienen den König des Dreikönigskuchens erwischt zu haben. Sie bestimmten das Spiel[…]. [St. Galler Tagblatt, 09.01.2018]
In den Teig eingebacken ist ein Glücksbringer, eine Königsfigur aus Plastik, die ihrem Finder einen Tag lang Vorzugsbehandlung verheißt. Ein schönes Ritual, dessen Erfolg aber nicht auf zunehmende Frömmigkeit oder Traditionsbewusstsein zurückgeht, sondern auf einen Berner Versicherungsbeamten. Max Währen (1919–2008) forschte in seiner Freizeit zu Brotspezialitäten. Den Dreikönigskuchen kannte er vom Bild eines niederländischen Malers, das über dem Sofa seiner Eltern hing. Schon früh bedauerte Währen, dass dieses Gebäck seit Jahrhunderten aus der Schweiz verschwunden war. Also beauftragte er eine Konditorenschule mit dem Rezept für einen Hefekranz und machte diesen mit Hilfe des Bäckerverbandes über die Medien bekannt. Das war vor 65 Jahren, heute essen die Schweizer in der ersten Januarwoche 1,5 Millionen Dreikönigskuchen, einen für jeden Haushalt. [Süddeutsche Zeitung, 05.01.2018]
Nach einer kurzen Rede ließ der Staatspräsident den traditionellen Dreikönigskuchen servieren. Dieser wird extra für diesen Anlaß vom Nachwuchs der französischen Bäckerinnung gebacken. [Süddeutsche Zeitung, 16.01.1992]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Dreikönigskuchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dreik%C3%B6nigskuchen>, abgerufen am 15.10.2021.

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