Drescher, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungDre-scher (computergeneriert)
Wortzerlegungdreschen-er
Wortbildung mit ›Drescher‹ als Erstglied: ↗Drescherkrankheit  ·  mit ›Drescher‹ als Letztglied: ↗Häckseldrescher · ↗Mähdrescher · ↗Phrasendrescher · ↗Scheunendrescher
EtymWB (Minimalartikel), 2015

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von dreschen (Lesart 1)Quelle: DWDS, 2018
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dreschen · Drescher · Mähdrescher · Dreschflegel · Drusch · abgedroschen
dreschen Vb. ‘(Getreide)körner durch Schlagen aus ihren Hülsen herauslösen’, ahd. threscan ‘herausschlagen, zertreten, unterdrücken’ (8. Jh.), mhd. dreschen ‘dreschen, quälen’, mit r-Metathese mnd. derschen, mnl. derscen, dorscen, nl. dorsen und aengl. þerscan ‘dreschen, schlagen, stampfen’, engl. to thresh ‘dreschen, schlagen’, anord. þriskja, þryskva, schwed. tröska, got. þriskan (germ. *þreskan) und die Verwandten lit. treškė́ti ‘prasseln, knacken, knistern’ und aruss. trěskъ ‘Krachen, Donner’, russ. tresk (треск) ‘Krachen, Knistern’ können wie ↗drehen (s. d.) zur Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben’ gestellt werden. Die ursprüngliche Bedeutung der germ. Verben entspricht der alten Technik des Dreschens ‘mit den Füßen (die Körner heraus)stampfen’, vgl. die aus dem Germ. stammenden Verben span. triscar ‘stampfen, tanzen’, ital. trescare ‘tanzen’. leeres Stroh dreschen ‘Phrasen reden’ (15. Jh.). Drescher m. mhd. dreschære. Mähdrescher m. moderne Landwirtschaftsmaschine, die gleichzeitig mäht und drischt (20. Jh.). Dreschflegel m. Durch romanische Vermittlung wird den Germanen eine neue Technik des Dreschens bekannt (die Körner werden mit dem Flegel herausgeschlagen); die Bezeichnung für das dazu nötige Gerät ist ahd. flegil, nhd.Flegel (s. d.) und ahd. thriskila (8. Jh.), thriskil (Hs. 12. Jh.), mhd. drischel, nhd. (mundartlich) Drischel, eine Gerätebezeichnung mit dem Suffix -el (germ. -ila-) zu dreschen. Die verdeutlichende Zusammensetzung Dreschflegel entsteht im 15. Jh. Eine späte Ablautbildung zum Verb ist Drusch m. ‘das Dreschen, das Herausgedroschene’ (17. Jh.). abgedroschen Part.adj. ‘leer, abgenutzt, nichtssagend’ (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du brauchst nicht gleich zuschlagen wie ein Drescher, sondern versuche es immer zuerst mit guten Worten.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 16.09.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Die Arbeiten von Drescher bewegen sich in einer noch schnelleren Dimension.
Die Welt, 24.10.2002
Wo die Zeit dafür herkommen soll, kann Drescher sich nicht so richtig vorstellen.
Der Tagesspiegel, 03.02.2002
Er kennt sie noch aus der Zeit der Wende, damals löste er zusammen mit Herrn Drescher die Volkskammer auf.
Süddeutsche Zeitung, 18.06.1998
Oberstaatsanwalt Drescher hatte dann aber die Mitteilung gemacht, daß nach einer von ihm an maßgebender Stelle gehaltenen Rücksprache dies geschehen könne.
Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 15603
Zitationshilfe
„Drescher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Drescher>, abgerufen am 17.10.2019.

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