Droge, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Droge · Nominativ Plural: Drogen
Aussprache
WorttrennungDro-ge
Herkunftaus droguefrz ‘Gewürz, Chemikalie, pharmazeutisches Mittel’
Wortbildung mit ›Droge‹ als Erstglied: ↗Drogenabhängige · ↗Drogenabhängigkeit · ↗Drogenarbeit · ↗Drogenbeauftragte · ↗Drogenbekämpfung · ↗Drogenbenutzer · ↗Drogenberatung · ↗Drogenberatungsstelle · ↗Drogenbesitz · ↗Drogenboss · ↗Drogendealer · ↗Drogendelikt · ↗Drogeneinfluss · ↗Drogeneinrichtung · ↗Drogenfahnder · ↗Drogenfund · ↗Drogengebrauch · ↗Drogengeld · ↗Drogengeschäft · ↗Drogenhandel · ↗Drogenhilfe · ↗Drogenhund · ↗Drogenhändler · ↗Drogenjunkie · ↗Drogenkarriere · ↗Drogenkartell · ↗Drogenkonsum · ↗Drogenkonsument · ↗Drogenkonsumraum · ↗Drogenkriminalität · ↗Drogenkurier · ↗Drogenkäufer · ↗Drogenlabor · ↗Drogenmafia · ↗Drogenmarkt · ↗Drogenmilieu · ↗Drogenmissbrauch · ↗Drogennutzer · ↗Drogenpolitik · ↗Drogenproblem · ↗Drogenrausch · ↗Drogenschmuggel · ↗Drogenschmuggler · ↗Drogenschnelltest · ↗Drogenspürhund · ↗Drogensucht · ↗Drogensyndikat · ↗Drogenszene · ↗Drogensüchtige · ↗Drogentote · ↗Drogenverkäufer · ↗drogenabhängig · ↗drogenfrei · ↗drogensüchtig
 ·  mit ›Droge‹ als Letztglied: ↗Designerdroge · ↗Einstiegsdroge · ↗Ersatzdroge · ↗Modedroge · ↗Partydroge · ↗Rauschdroge · ↗Wahrheitsdroge · ↗Wunderdroge
DWDS-Vollartikel, 2017

Bedeutungen

1.
bewusstseins- oder wahrnehmungsverändernde Substanz, deren Konsum häufig zu körperlicher oder psychischer Abhängigkeit bzw. gesundheitlichen Schäden führt und deren Herstellung und Vertrieb meist gesetzlich verboten oder eingeschränkt ist
Beispiele:
LSD verändert stark die Wahrnehmung, die Droge lässt Dinge anders aussehen und Klänge hören sich anders an. […] [Berliner Zeitung, 08.07.2000]
Hauptproblem hierzulande bleiben […] legale Drogen wie Alkohol und Tabak. [Die Zeit, 28.04.2016 (online)]
Der Konsum illegaler Drogen wie auch der missbräuchliche Konsum legaler Suchtmittel birgt immer das Risiko schwerer gesundheitlicher Schäden und Abhängigkeiten. [Süddeutsche Zeitung, 14.11.2015]
Die [synthetische] Droge mit dem Wirkstoff Metamphetamin wird geschluckt, geraucht oder geschnupft, sie wirkt ähnlich wie Kokain und steigert das subjektiv empfundene Leistungsgefühl. [Berliner Zeitung, 02.11.2000]
Er nimmt jetzt auch harte Drogen, spritzt sich Heroin […]. [Der Spiegel, 05.10.1998, Nr. 41]
Für ihn [den Schriftsteller Aldous Huxley] sind die Drogen ein Mittel, jene Zustände eines höheren und erweiterten Bewußtseins zu erlangen, zu denen auch die religiösen Praktiken der Askese und Meditation den Weg bahnen. [Die Zeit, 10.03.1967, Nr. 10]
Damit [in Bezug auf die jährlich gehandelte Menge] ist Marihuana die heute in der Bundesrepublik illegal am stärksten verbreitete jener Drogen, die nach dem »Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Opiumgesetz)« von 1929 als Rauschgift gelten […]. [Der Spiegel, 12.12.1966, Nr. 51]
vergleichend Ihr Körper [der Ratten] gewöhnte sich an den Zucker-Rausch und brauchte immer mehr des Stoffes. Die Tiere wurden [in einem Experiment] regelrecht süchtig nach dem Zucker. […] Dass Zucker wie eine Droge wirken kann […], weiß man erst seit etwa zehn Jahren […]. [Welt am Sonntag, 08.01.2017, Nr. 2]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: weiche, harte Drogen; synthetische, körpereigene Drogen; illegale, legale Drogen; eine gefährliche, eine harmlose Droge; bewusstseinserweiternde, halluzinogene, aufputschende, enthemmende Drogen
als Akkusativobjekt: Drogen konsumieren, nehmen, ausprobieren; Drogen verkaufen, besorgen, schmuggeln
mit Akkusativobjekt: Drogen beschlagnahmen, sicherstellen
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Freigabe, Legalisierung von Drogen; der Konsum, Missbrauch von Drogen; der Handel mit Drogen; mit Drogen dealen; Erfahrung mit Drogen [haben, machen]; der Krieg gegen die Drogen
in Koordination: Alkohol, Zigaretten und Drogen
mit vergleichender Wort-/Nominalgruppe: Drogen wie Kokain, Ecstasy, Heroin, Haschisch
als Aktiv-/Passivsubjekt: Drogen schädigen, zerstören [die Gesundheit], machen süchtig
als partitive Apposition: eine Überdosis Drogen
übertragen etwas, das auf das Bewusstsein eine ähnlich berauschende oder abhängig machende Wirkung hat wie die Einnahme einer Droge (Lesart 1)
Beispiele:
Kants Leidenschaft galt dem Senf, bei anderen sind es Kaffee und Tabak, ganz zu schweigen von der neuerdings in Mode gekommenen Droge der Geschwindigkeit. [Die Zeit, 20.12.2000, Nr. 52]
Er [der Politiker] sagt natürlich nicht, dass persönlicher Ehrgeiz ihn treibt. Er gesteht auch nicht ein, dass er nicht von der Droge Politik lassen kann. [Welt am Sonntag, 30.04.2017, Nr. 18]
Bernd, um den es hier geht, wirkt allerdings gar nicht wie ein Junkie. Seine Droge ist ja auch kein Heroin, sondern ein Computerspiel namens »World of Warcraft«. [Spiegel, 12.08.2008 (online)]
In der von ihm [dem Radrennfahrer] betriebenen Manier ist der Extremsport selbst eine Droge. Krankheit bedeutet Entzug, mit allen Wirkungen im Seelischen, die damit verbunden sind. Stillstand, Krise, Depression. [Der Tagesspiegel, 14.07.2002]
Denn erst bei etwa 90 Dezibel fängt die Droge Musik zu wirken an, erreichen Disco-Freaks den ersehnten »angeturnten« Zustand. [Der Spiegel, 08.12.1980]
Kollokation:
als Prädikativ: Politik ist eine Droge
2.
Pharmazie pflanzliche, in früherer Zeit auch tierische oder mineralische Substanz meist in getrockneter Form, die zur Verwendung als Arzneimittel oder als Ausgangsstoff für daraus herzustellende Pulver, Öle und Extrakte dient
Beispiele:
Ausgangsstoffe für pflanzliche Arzneimittel sind die getrockneten Pflanzen oder Pflanzenteile – sogenannte Drogen […]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2003]
In der Pflanzenheilkunde kommen […] Pflanzen oder Pflanzenteile […] zur Anwendung. Diese in der Pharmazie Drogen genannten Ausgangsstoffe werden frisch oder als Aufguss, Saft, Tinktur, Extrakt, Pulver oder ätherisches Öl therapeutisch angewendet. [Vitametik Blog, 26.01.2015, aufgerufen am 28.04.2016]
Die Brennesseln enthalten viel Chlorophyll, Eisen und etwas Vitamin C. […] Vorsichtig im Schatten getrocknet, erhält man eine lagerfähige Droge, die zur Teebereitung […] gut geeignet ist. [Neues Deutschland, 12.06.1982]
Anhand von Exponaten und Texten wird da [in der historischen Ausstellung] auch die Verwendung tierischer Drogen […] anschaulich erläutert. So erfährt der Betrachter zum Beispiel, daß man Lebertran aus der Leber des Kabeljaus oder Heilbutts durch Ausschmelzen gewinnt […]. [Berliner Zeitung, 05.09.1981]
Drogen […], Drogerie-, Apothekerwaren, die tierischen, pflanzlichen und mineralischen Rohstoffe, aus denen die Apotheker […] Heilmittel bereiten. [o. A.: D. In: Brockhausʼ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001, S. 18424. Zitiert nach: o. A.: D. In: Brockhausʼ Kleines Konversation-Lexikon, Leipzig: F.A. Brockhaus 1906.]
veraltend, allgemeiner Medikament, Arzneimittel
Beispiel:
Inzwischen geht die Suche nach Medikamenten gegen die Krankheit [Leukämie] weiter. Es gibt schon eine ganze Reihe solcher Drogen, aber ihrer Wirksamkeit sind Grenzen gesetzt, weil die weißen Blutzellen sehr schnell gegen diese Mittel unempfindlich werden. [Die Zeit, 24.04.1964, Nr. 17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Droge · Drogerie · Drogist
Droge f. als Gewürz oder Arzneimittel verwendeter getrockneter pflanzlicher oder tierischer Stoff, um 1600 aus frz. drogue ‘Gewürz, Chemikalie, pharmazeutisches Mittel’ ins Dt. entlehnt. Die Herkunft von Droge (frz. drogue, engl. drug, schwed. drog, ital. span. port. droga) ist nicht sicher. Auszugehen ist wohl von mnd. drȫgevate Plur., eigentlich ‘trockene Fässer’, d. h. ‘Behälter für trockene, nichtflüssige Ware’, mnl. droge vaten. Bald bezeichnet das abkürzende droge nicht nur die Behälter, sondern auch die in ihnen aufbewahrten Waren, so daß sich die Bedeutung ‘Gewürz, Arzneimittel’ entwickelt. In dieser substantivierten Form mag das ehemalige Adjektiv ins Frz. gelangt sein, denn da frz. drogue zuerst in Nordfrankreich bezeugt ist, gewinnt die Annahme einer mnd. mnl. Herkunft (gegenüber vermutetem arab. Ursprung) an Wahrscheinlichkeit, und frz. drogue, nhd. Droge müssen als etymologisch verwandt mit ↗trocken (s. d.) gelten. In der Mitte des 20. Jhs. wird Droge, zumal der Plural Drogen, eine Bezeichnung für stimulierende Substanzen im Sinne von ‘Rauschgift’ (wie zuvor schon engl. drug). Drogerie f. ‘Heilmittel’ (um 1500), ‘Verkaufsstelle für Drogen, Chemikalien und kosmetische Erzeugnisse’ (um 1900), aus mfrz. droguerie ‘Droge, Arzneimittel’, frz. ‘Drogenhandlung’; dafür älter Kräutergewölbe (noch gelegentlich im heutigen Omd.). Drogist m. ‘Drogenhändler, Fachverkäufer in einer Drogerie’ (um 1600), mfrz. frz. droguiste.

Thesaurus

Synonymgruppe
Betäubungsmittel · ↗Dope · Droge · ↗Rauschgift · ↗Rauschmittel · ↗Suchtgift · ↗Suchtmittel · ↗Suchtstoff  ●  ↗Stoff  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Alkohol · Teufel Alkohol  ●  ↗Alk  ugs.
  • Heroin  ●  ↗Diacetylmorphin  fachspr. · ↗Diamorphin  fachspr. · ↗Schnee  ugs.
  • Zigarette  ●  ↗Fluppe  ugs. · ↗Glimmstängel  ugs. · ↗Kippe  ugs. · ↗Lulle  ugs. · ↗Lunte  ugs. · ↗Pyro  ugs., negativ · ↗Sargnagel  ugs., scherzhaft-ironisch · ↗Tschick  ugs., österr. · Zichte  ugs. · Ziese  ugs. · Zigi  ugs., schweiz. · ↗Zippe  ugs.
  • Kokain  ●  C17H21NO4  fachspr. · ↗Coke  ugs. · C₁₇H₂₁NO₄  fachspr. · ↗Koks  ugs. · Nose Candy  ugs. · ↗Schnee  ugs. · ↗Snow  ugs.
  • LSD · Lysergic Acid Diethylamide · Lysergsäurediethylamid  ●  ↗Acid  ugs. · ↗Pappe  ugs.
  • Cannabis  ●  Ganja  ugs. · ↗Gras  ugs. · Pot  ugs.
  • Opium
  • Kat · Qat
  • Crystal · Crystal Meth · Metamfetamin · Meth · Methamphetamin · N-Methylamphetamin · ↗Pervitin  ●  Hermann-Göring-Pillen  ugs. · Hitler-Speed  ugs. · Ice  ugs. · Panzerschokolade  ugs. · Stuka-Tabletten  ugs. · Yaba  ugs.
  • Designerdroge · ↗Partydroge
  • Nikotin  ●  Nicotin  fachspr.
  • Lean  Jargon · Lila Drink  Jargon · Purple Drank  Jargon · Texas Tea  Jargon
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aids Alkohol Cannabis Ecstasy Freigabe Gewalt Gramm Haschisch Heroin Kokain Konsum Konsument Kriminalität Legalisierung Marihuana Nikotin Prostitution Schmuggel Sex Sucht Waffe dealen hart illegal konsumieren legal schmuggeln synthetisch weich Überdosis

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Droge‹.

Zitationshilfe
„Droge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Droge>, abgerufen am 15.12.2018.

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