Drohn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Drohns · Nominativ Plural: Drohnen
DWDS-Verweisartikel, 2017

Bedeutung

Imkerei
Synonym zu Drohne (Lesart 1)
Beispiele:
Die Drohne oder, wie die Imker sie nennen, der Drohn hat im Sozialgefüge des Bienenstaates einen […] nicht gerade wünschenswerten Status. Ihre einzige Aufgabe ist es, die Königin zu begatten; dafür wird sie von den Arbeitsbienen üppigst versorgt, nach getaner Pflicht aber gnadenlos vernichtet. [Süddeutsche Zeitung, 24.05.2013]
Der Schlupf eines Drohns. […] Je nach Betriebsweise gibt der Imker einige Rähmchen, auf denen das Volk ausschließlich Drohnenzellen anlegt. Da die Drohnen deutlich massiger als die Arbeiterinnen sind, müssen die Zellen entsprechend grösser sein. [KnackBockBlog, 29.06.2013, aufgerufen am 15.02.2017]
Die männliche Honigbiene, Hummel, Wespe oder Hornisse jedoch, fachsprachlich Drohn genannt, hat anders als weibliche Tiere gar keinen Giftstachel – dafür allerdings besonders große und leistungsfähige Facettenaugen. [Süddeutsche Zeitung, 08.08.2009]
»Das ist ein Drohn; diese Biene sticht nicht«, erklärt [der Imker] Jakob Weber den Besuchern und legt die männliche Biene, die etwas grösser ist als eine Arbeitsbiene, einem Kind auf die Hand. [St. Galler Tagblatt, 26.05.1999, IDS-Archiv]
Von ihm [dem Imker] kann man erfahren, warum der Drohn, der Mann im Bienenvolk, immer nur einen Großvater, aber nie einen Vater hat: Die Drohnen schlüpfen immer aus unbefruchteten Eiern, während aus befruchteten Eiern Arbeitsbienen werden. [Neues Deutschland, 14.11.1981]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Drohne f. ‘männliche Biene, Nichtstuer, Schmarotzer’, ahd. treno m. (9. Jh.), mhd. tren(e) m. ‘Brutbiene, Drohne, Hummel’, (mit Dehnstufe) asächs. drān m., drāna f. ‘(Arbeits)biene, Drohne’, mnd. drāne, drōne m. ‘Drohne, Taugenichts’, aengl. drān, drǣn f., engl. drone ‘Drohne, Faulenzer’ sind als ursprünglich das Fluggeräusch kennzeichnende Namen verwandt mit got. drunjus ‘Schall’, aind. dhráṇati ‘tönt’, griech. thrḗnos (τρήνος) ‘Totenklage, Klagelied’, thrēné͞in (θρηνεῖν) ‘klagen, jammern’, tenthrḗnē (τενθρήνη) ‘Biene, Wespe’, thrṓnax (θρῶναξ) ‘Drohne’ und mit ↗dröhnen (s. d.). Sie führen auf ie. *dhrē̌n-, Erweiterung der Schallwurzel ie. *dher- ‘murren, brummen, dröhnen’. Die heutige Form Drohne entspricht mnd. drōne; die nd. Form wird seit dem 17. Jh. im Hd. verwendet. Das in der Allgemeinsprache übliche fem. Genus ist wohl von Biene übernommen (seit 17. Jh.). Der Gebrauch als Fem. sowie die vielfach anzutreffende Bedeutung ‘Brutbiene’ beruhen auf Unkenntnis der biologischen Verhältnisse. Erst im Laufe des 18. Jhs. wird die Drohne als ‘männliche Biene’ allgemein bekannt; daher in der Imkersprache Drohn m. Daß hingegen an der Honigeintragung Drohnen, aus welchen vermeintlichen Gründen auch immer, nicht beteiligt sind, wird schon früh bemerkt; daher die Übertragung ‘fauler Mensch, Schmarotzer’ (bereits 16. Jh.).

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Drohne · männliche Honigbiene  ●  Drohn  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Drohn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Drohn>, abgerufen am 18.12.2018.

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