Dualismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dualismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungDu-alis-mus · Dua-lis-mus
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Dualismus‹ als Grundform: ↗Dualist · ↗dualistisch
eWDG, 1967

Bedeutung

Zweiheit, Gegensätzlichkeit
Beispiele:
Die Polarität und der Dualismus meiner Natur und meines Schicksals ... erschöpfen mich allmählich [KlepperSchatten860]
Der Dualismus der beiden ... Theater bedingte manche Personalverschiebung [WintersteinLeben2,281]
Philosophie die Auffassung vom Vorhandensein zweier selbstständiger, voneinander unabhängiger und einander entgegengesetzter Prinzipien im Weltgeschehen
Gegenwort zu Monismus
Beispiel:
der Dualismus von Materie und Geist, Leib und Seele, Gut und Böse
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dualismus · dualistisch
Dualismus m. ‘Zweiheitslehre’, Ausdruck für jede Weltanschauung, die die Einheit der Welt leugnet und zwei (einander entgegengesetzte) Grundprinzipien oder Seinsbereiche annimmt. Nlat. Wortprägung (zu lat. duālis ‘zwei enthaltend’, vgl. lat. duo ‘zwei’) des englischen Philosophen Th. Hyde (1700) bei der Beschreibung des Manichäismus, der das Wirken eines guten und eines bösen Prinzips annimmt. Im 18. Jh. (Wolff, Kant) ins Dt. aufgenommen. dualistisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dialektik · ↗Dichotomie · Dualismus · ↗Polarität · ↗Zweiheit
Unterbegriffe
  • deutscher Dualismus · preußisch-österreichischer Dualismus
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Böse Geist Leib Materialismus Materie Monismus Pluralismus Preuße Psychologie Seele Subjekt Teilchen Transzendenz Weltanschauung anthropologisch cartesianisch cartesisch charakteristisch ethisch gnostisch kantisch manichäisch metaphysisch ontologisch platonisch schroff thematisch unselig Überwindung überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dualismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie aber will man als Künstler diesem existentiellen Dualismus mit den Mitteln der Kunst begegnen?
Die Welt, 20.05.2005
Bei Kant war dieser Dualismus in moralischen Fragen schroff hervorgetreten.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 359
Im Zusammenbrechen erweist der alte metaphysische Dualismus erst seine ganze pathogene Energie.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 1025
Denn der Dualismus hat ein natürliches Korrektiv in sich, er ist philosophisch unbefriedigend.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 150
Der fest gefahrene Dualismus von Köpfen, Flügeln und Positionen löst sich auf.
Der Tagesspiegel, 06.01.2000
Zitationshilfe
„Dualismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dualismus>, abgerufen am 07.12.2019.

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