Dudelsack, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dudelsack(e)s · Nominativ Plural: Dudelsäcke
Aussprache  [ˈduːdl̩ˌzak]
Worttrennung Du-del-sack
Wortzerlegung  dudeln Sack
eWDG

Bedeutung

altes, heute noch besonders in Schottland, Irland und Südosteuropa gespieltes Volksmusikinstrument, dessen Schalmei der Spieler mit Hilfe eines unter den Arm geklemmten Windsackes zum Ertönen bringt, Sackpfeife
Beispiele:
den, auf dem Dudelsack spielen, blasen
die eintönige Musik der Dudelsäcke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dudelsack m. ‘Sackpfeife’, Blasinstrument mit einem Windsack, der durch ein Mundstück aufgeblasen und dessen Luft durch Armdruck in mehrere Pfeifen gedrückt wird. Dudelsack ist seit dem 17. Jh. im Dt. bezeugt. Tschech. dudy ‘Dudelsack’ wird ins Dt. als Dudei entlehnt (17. Jh.), nimmt unter Einfluß des schallnachahmenden Verbs dudeln (s. d.) die Lautform Dudel- an; Kontamination mit der älteren Bezeichnung Sackpfeife (frühnhd. sacphīfe, 15. Jh.) ergibt Dudelsack. Der eintönige Klang des Instruments beeinflußt rückwirkend die Bedeutung von dudeln. Tschech. slowak. poln. dudy (Plur.) ist verwandt mit russ. dudá (дуда) ‘Pfeife, Rohrpfeife, Schalmei’ und lit. daudýte ‘aus Birkenrinde gedrechselte Pfeife’, dudénti ‘mit halblauter Stimme sprechen, poltern, dröhnen’ (vgl. Vasmer 1, 378 f.).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Bockpfeife · Dudelsack · Pfeifensack · Sackpfeife
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Dudelsack‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dudelsack‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dudelsack‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Leider durften die Dudelsäcke im zweiten Teil nicht mehr ins Geschehen eingreifen.
Süddeutsche Zeitung, 24.07.2001
Dazu lamentiert ein Dudelsack, der sich zu erkennbaren Melodien scheinbar nur entschließt, weil er gequetscht wird.
Die Zeit, 04.10.1968, Nr. 40
Bei der ausgiebig gepflegten Tanzmusik spielte auch der Dudelsack häufig mit.
Adrian, Salomon u. Bottenheim, Maria: Amsterdam. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 21877
Als letzten Wunsch bittet Schwanda darum, noch einmal auf seinem Dudelsack spielen zu dürfen.
Fath, Rolf: Werke - S. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 27971
Auch symphonische Instrumente kennt das Mittelalter, so den Dudelsack und die Drehorgel.
Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 99
Zitationshilfe
„Dudelsack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dudelsack>, abgerufen am 02.08.2021.

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