Dummheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Dummheit · Nominativ Plural: Dummheiten
Aussprache 
Worttrennung Dumm-heit
Wortbildung  mit ›Dummheit‹ als Letztglied: Erzdummheit · Riesendummheit · Saudummheit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Unverstand, Unwissenheit
  2. 2. [umgangssprachlich] törichte, dumme Handlung, Idee
eWDG

Bedeutungen

1.
Unverstand, Unwissenheit
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
das ist der Gipfel der Dummheit
in seiner Dummheit, aus Dummheit hat er alles ausgeplaudert
mit Dummheit geschlagen (= sehr dumm) sein
sprichwörtlich Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz (= ein Dummer ist oft auch stolz)
nicht die Lüge ist die große Gegenspielerin der Wahrheit, sondern die Dummheit [ KasackStadt95]
Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens [ SchillerJungfr. v. OrleansIII 6]
2.
umgangssprachlich törichte, dumme Handlung, Idee
Beispiele:
eine (gewaltige, kapitale) Dummheit machen, begehen
so eine Dummheit!
das war eine (riesige) Dummheit von mir!
das war die größte Dummheit meines Lebens
mach keine Dummheiten!
er hat nur Dummheiten im Kopf
Dummheiten aushecken
(vor Langeweile) auf (lauter) Dummheiten kommen
jmdm. seine, die Dummheiten austreiben
[eine Villa] wo die Hausfrau, eine verheiratete Frau ... wenn man es richtig anstellte, sogar für Dummheiten (= für intime Beziehungen) zu haben sein sollte [ H. MannUnrat1,593]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dumm · tumb · Dummheit · verdummen · Dummerjan · Dummkopf · Dümmling · dümmlich
dumm Adj. ‘unwissend, unbegabt, unvernünftig, unangenehm’. Ahd. tumb ‘stumm, taub, töricht, einfältig, unvernünftig, dumm’ (9. Jh.), mhd. tump ‘schwach von Sinnen oder Verstand, dumm, töricht, unerfahren, stumm’ (-mb bzw. -mp werden nhd. assimiliert zu -mm), mnd. dum ‘unerfahren, einfältig, dumm’, mnl. dom, domp, nl. dom, asächs. dumb, afries. dumb ‘stumm’, aengl. dumb ‘stumm’, engl. dumb ‘stumm, sprachlos (vor Staunen)’, anord. dumbr ‘stumm, dumm’, schwed. dum ‘stumm, dumpf, unklar’, got. dumbs ‘stumm’ führen auf germ. *dumba-. Außergerm. Verwandte fehlen, doch die Bedeutungsnähe zu taub läßt an einen Anschluß an ie. *dheubh- ‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt, auch vom Geist und den Sinnen’, eine (im Germ. teilweise nasalierte) Erweiterung der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə-, zu der taub, Dunst und toben (s. d.) gehören, denken. Die ältesten Bedeutungen von dumm sind ‘stumm’ und ‘taub’, beide im 17. Jh. noch bekannt; mhd. tump bezeichnet vielfach ‘jugendlich unerfahren, unwissend’, nhd. noch erhalten in dummer Junge. Seit dem 19. Jh. wird dumm ‘unwissend, unbegabt’ oft verstärkt zu saudumm, strohdumm. Die Lautform mhd. tumb bleibt in Einzelfällen im Nhd. (bis ins 17. Jh.) erhalten. Bei der Beschäftigung mit der mhd. Literatur (2. Hälfte 19. Jh.) wird tumb im mittelalterlichen Sinne von ‘arglos, einfältig’ romantisierend wiederbelebt. Dummheit f. ‘Unwissenheit, Mangel an Einsicht, Torheit’, ahd. tumbheit (9. Jh.), mhd. tumpheit. verdummen Vb. ‘dumm werden oder machen’, mhd. vertumben. Dummerjan m. ‘einfältiger Kerl’ (Anfang 17. Jh.), auch Dummrian. Das zur Personenbezeichnung dienende Kompositionssuffix -jan ist aus dem Namen Jan (nd., teilweise auch md., für Johann) hervorgegangen, vgl. vorausgehendes Dummer Jan (16. Jh.). Zugleich lehnt es sich mit Längung des Vokals an ältere latinisierte Scherzbildungen an wie Grobiān(us) (s. Grobian), den Heiligennamen auf lat. -ānus folgend, z. B. Cypriān(us), Damiān(us). S. ähnliche Ausdrücke wie Liederjan, Schlendrian. Dummkopf m. Schimpfwort (18. Jh.). Dümmling m. ‘dummer Mensch’, mhd. tummelinc. dümmlich Adj. ‘dumm, leicht beschränkt’, ahd. tumblīh ‘töricht’ (9. Jh.), mhd. tumplich ‘unverständig, töricht, einfältig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dilettantismus · Dummheit · Ignoranz · Unfähigkeit · Unwissenheit  ●  Beklopptheit  ugs. · Beknacktheit  ugs. · Blödheit  ugs. · Doofheit  ugs. · Stümperhaftigkeit  ugs. · Trotteligkeit  ugs. · Trottligkeit  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Dummheit · Einfalt · Einfältigkeit · Unvernunft · Unverstand  ●  Niaiserie  geh., franz. · Torheit  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Dummheit · Stumpfheit · Stupor

Typische Verbindungen zu ›Dummheit‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dummheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dummheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darum sind auch die Proxies, trotz aller Dummheit, sehr effizient.
Süddeutsche Zeitung, 04.04.2000
Einmal dort gearbeitet, würde auch bei größter Dummheit ein zukünftiges Scheitern unmöglich machen.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 16
Nach der Devise "Du bist nicht gescheit genug, mich zu durchschauen, und diese Dummheit nütze ich aus.
Der Tagesspiegel, 15.05.1998
Jetzt begeht er einen Fehler nach dem andern, eine Dummheit nach der andern!
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 170
Das ist eine Dummheit, der Mann ist viel zu jung für meine Schwester.
Friedländer, Hugo: Eine Rittergutsbesitzerin vor den Geschworenen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3560
Zitationshilfe
„Dummheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dummheit>, abgerufen am 25.07.2021.

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