Dumpfheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Dumpfheit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungDumpf-heit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
(geistiger) Zustand eines unbewussten, vom Verstand wenig kontrollierten Dahindämmerns, Stumpfheit
Beispiele:
ein Volk erwacht aus, befreit sich von jahrhundertelanger geistiger Dumpfheit
die Dumpfheit des Instinkts
2.
Benommenheit
Beispiel:
Gustav ... wartete darauf, daß die Dumpfheit aus seinem Kopfe wiche [JahnnHolzschiff162]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dumpf · Dumpfheit
dumpf Adj. ‘stickig, modrig, hohlklingend’, seit dem 18. Jh. belegt; daneben älteres dumpfig ‘kurzatmig, stickig, gedämpft’ (15. Jh.), auch dumpficht und dumpfer (16. Jh.). Zur unmittelbaren Verwandtschaft gehören mhd. dumpfe m. ‘Atemnot, Engbrüstigkeit, Asthma’, mnd. dumpe, vereinzelt bis ins 19. Jh. belegt (Dumpf), auch ‘Dampf, Ausdünstung’ (15. Jh.), ‘Schimmel’ (17. Jh.), dumpfen Vb. ‘schimmeln, dämpfen, ersticken’ (17. Jh.), vgl. auch mhd. dumpfen, dümpfen ‘dampfen, dämpfen’. Sie alle stehen im Ablaut zu ↗Dampf (s. d.), so daß für die Wortgruppe dumpf eine Ausgangsbedeutung ‘durch Rauch, Dampf eingeengt, feucht’ anzunehmen ist. Dumpfheit f. ‘Abgestumpftheit, Empfindungslosigkeit’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Dummheit Enge Langeweile Mief Mischung geistig gewiss

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dumpfheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor all der Dumpfheit laufe ich ständig in die Arbeit weg.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1931. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1931], S. 238
Er brauchte dieses bayrische Mädchen, ihren Zorn, ihr umwegiges Empfinden, ihre Dumpfheit, ihre Kraft.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 686
In schrecklich wüster Dumpfheit und wirrem, halbverrücktem Grübeln ritt ich wohl drei Stunden lang.
Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 120
Niemand vermag zu sagen, wie viele Ältere aus schierer Dumpfheit drangsaliert werden oder sich verschämt verkriechen.
Süddeutsche Zeitung, 24.11.2001
Am Ende scheint es, als habe die Dumpfheit, die das Herz der abwesenden Finsternis ausmacht, von Liv nie wieder abgelassen.
Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 15
Zitationshilfe
„Dumpfheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dumpfheit>, abgerufen am 15.10.2019.

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