Dung, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dung(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Dung‹ als Erstglied: ↗Dunggrube · ↗Dunghaufen · ↗Dungstreuer
 ·  mit ›Dung‹ als Letztglied: ↗Gründung2 · ↗Schafdung · ↗Schafsdung
eWDG, 1967

Bedeutung

natürlicher Dünger
Beispiele:
eine Ladung Dung vom Stall auf das Feld fahren
Das gab guten Dung, die verwesenden Pflanzenteile [ViebigErde75]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dung · düngen · Dünger
Dung m. ‘Mist’, d. h. vorwiegend natürliche Bodenzusätze zur Ertragssteigerung. Ahd. tunga f. ‘Düngung’ (Hs. 12. Jh.), mhd. tunge ‘Dünger, Düngung’, aengl. dung, engl. dung, anord. dyngja ‘Haufen’, norw. dyngja ‘Misthaufen’ haben neben sich ahd. tung m. f. ‘unterirdisches Gemach der Weberinnen’ (9. Jh.), mhd. tunc m. f. ‘unterirdisches, oben mit Dünger bedecktes Gemach zur Winterwohnung, zum Weben, zur Aufbewahrung der Feldfrüchte, Höhle unter der Erde’, asächs. dung m. ‘Webegemach’, mnd. dunk m. f., aengl. dung f. ‘Gefängnis’ und anord. dyngja f. ‘Frauengemach unter der Erde’. Nach Tacitus (Germania 16) legen die Germanen unterirdische Höhlen als Winterwohnung und Getreidespeicher an, die sie gegen Kälte und zur Tarnung gegen andringende Feinde mit einer Dungschicht bedecken. In moderner Sprache gibt es nur Dung m. in der Bedeutung ‘Mist, Dünger’, eigentlich ‘das Bedeckende’ (nach dem deckenden Material). Ausgangsform aller Bildungen ist ie. *dhengh- ‘drücken, krümmen, bedecken, worauf liegen’, wozu auch lit. deñgti ‘(be)decken, einhüllen’. In nhd. Dung hat sich als Ergebnis der binnendeutschen Konsonantenschwächung d-Anlaut durchgesetzt (18. Jh.). düngen Vb. ‘den Boden mit Dünger versehen’, mhd. tungen, tüngen ‘düngen, bedecken, stärken’, ahd. gitungen ‘düngen’ (Hs. 12. Jh.), mnd. düngen. Dünger m. ‘Dung’ (16. Jh.), heute häufiger als Dung und vor allem von künstlichen (chemischen) Düngemitteln gebraucht, spätmhd. tunger, Nomen agentis zu düngen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dung · ↗Dünger · ↗Mist

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feld Geruch Gras Holz Kuh Milch Rind Tier getrocknet riechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine nachhaltige Produktion von Pflanzen ist nämlich nur mit dem Dung von Tieren möglich.
Die Zeit, 28.06.2010, Nr. 26
Später habe ein ahnungsloser Nachbar den Dung mit den letzten Resten R. s auf seine Felder verstreut.
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2004
Und so sind auch Völker nur für andere Völker, Klassen nur für andere Klassen der Dung.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2672
Die schwarz oder stahlblau gefärbten Tiere bauen Gänge in die Erde und tragen den Dung dort zusammen.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 8
Vor dem Winter ist er zu kalken, mit organischem Dung zu bereichern und tief zu lockern.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 199
Zitationshilfe
„Dung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dung>, abgerufen am 20.11.2018.

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