Dunkelmann, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungDun-kel-mann
WortzerlegungdunkelMann
Wortbildung mit ›Dunkelmann‹ als Erstglied: ↗Dunkelmännerbrief · ↗Dunkelmännertum
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

abwertend
1.
zwielichtiger Mensch, den man dunkler Machenschaften verdächtigt; Drahtzieher
2.
veraltet Vertreter des Rückschritts; Feind der Bildung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dunkel · Dunkelheit · dunkeln · verdunkeln · Dunkelmann
dunkel Adj. ‘finster, gedämpft, unklar’, ahd. tunkal ‘finster, gedämpft, schwer verständlich’ (8. Jh.), mhd. tunkel, dunkel und mit anderem Suffix asächs. dunkar, mnd. dunker ‘dunkel, blind’, mnl. donker und donkel, nl. donker führen über die schwundstufige Form der Gutturalerweiterung ie. *dheng- auf die Wurzel ie. *dhem(ə)- ‘blasen, dampfen, rauchen, dunkel’ (wozu auch ↗Dampf, s. d.). Zur hochstufigen Form der Gutturalerweiterung gehören anord. døkkr, afries. diunk. Außergerm. verwandt ist kymr. dew m. ‘Nebel, Rauch, Schwüle’. Der dem Nd. entstammende d-Anlaut setzt sich im 18. Jh. endgültig durch. Dunkelheit f. ‘Finsternis, Unverständlichkeit’, mhd. dunkelheit, mnd. dunkerhēt ‘Finsternis, Blindheit’. dunkeln Vb. ‘dunkel werden’, ahd. tunkalēn (9. Jh.), mhd. tunkeln, dunkeln ‘dunkel sein oder werden’. verdunkeln Vb. ‘dunkel, lichtundurchlässig machen’, mhd. vertunkeln. Dunkelmann m. ‘Feind der Aufklärung und des Fortschritts, Finsterling’, meist im Plur. Dunkelmänner, eine Übersetzung von lat. viri obscuri ‘unberühmte, unbekannte Männer’. Der Ausdruck findet sich in der humanistischen satirischen Streitschrift Epistolae obscurorum virorum ‘Briefe unberühmter Männer’ (1516), in dt. Übersetzung dann dunkle Männer und Dunkelmänner (1795). In der Schrift wird die Unwissenheit und Rückschrittlichkeit der noch immer der Scholastik verbundenen Wissenschaftsvertreter verspottet.

Thesaurus

Synonymgruppe
(der) tatsächliche Akteur · (der) wahre Verantwortliche · ↗Drahtzieher · Dunkelmann · ↗Hintermann · Mann im Hintergrund · geistiger Vater  ●  ↗Schreibtischtäter  fig. · ↗Strippenzieher  ugs. · graue Eminenz  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (die) Schalthebel der Macht bedienen · Einfluss haben  ●  (die) Strippen ziehen  fig. · (alle) Fäden in der Hand haben  ugs., fig. · (einen) langen Arm haben  ugs., fig. · am Drücker (sein)  ugs. · an den Schalthebeln der Macht (sitzen)  ugs.
  • Anstifter · ↗Initiator · ↗Rädelsführer · ↗Urheber

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lichtgestalt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dunkelmann‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Solchen Treffen mit dem Dunkelmann ging man besser aus dem Weg.
Süddeutsche Zeitung, 12.01.2000
Das elfenhafte Wesen zieht Dunkelmänner mit abseitigen Leidenschaften magnetisch an.
Der Spiegel, 24.05.1993
Seinen Sieg über die Dunkelmänner von Metz könnte er wiederholen als einen Sieg über die Dunkelmänner von Lyon.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 209
Es ist eine interne Angelegenheit zwischen Dunkelmännern und Verlegern, die jene geschädigt haben wollen.
Tucholsky, Kurt: Die Keuschheitsgürteltiere. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930]
Verdi vertont nicht die Worte der beiden Dunkelmänner, sondern nur die Stimmung.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 270
Zitationshilfe
„Dunkelmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dunkelmann>, abgerufen am 16.06.2019.

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