Dur, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Dur(s) · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [duːɐ̯]
Wortbildung  mit ›Dur‹ als Erstglied: ↗Durakkord · ↗Durdreiklang · ↗Durtonart · ↗Durtonleiter
 ·  mit ›Dur‹ als Letztglied: ↗A-Dur · ↗As-Dur · ↗B-Dur · ↗C-Dur · ↗Ces-Dur · ↗Cis-Dur · ↗D-Dur · ↗Des-Dur · ↗Dis-Dur · ↗E-Dur · ↗Es-Dur · ↗F-Dur · ↗Fis-Dur · ↗G-Dur · ↗Ges-Dur · ↗Gis-Dur · ↗H-Dur
Herkunft zu dūruslat ‘hart, hart klingend’
eWDG und ZDL

Bedeutung

Musik Tongeschlecht derjenigen Tonarten, deren Tonleiter von der dritten zur vierten und von der siebenten zur achten Stufe einen Halbtonschritt aufweist
Gegenwort zu Moll
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: strahlendes, heiteres Dur
Beispiele:
das Stück endet in Dur
aus, von Dur in Moll übergehen, überwechselnWDG
die Ouvertüre schließt in strahlendem DurWDG
[…] doch es gebe [in der Musik] »verbindende Elemente, die schlechte Stimmung« bekämpfen könnten. Entscheidend dabei sind der Beat, Rhythmus, [die] Tonart und Geschwindigkeit der Musik. So werde der eingängige Zwei‑Akkord‑Song »Send my Love« von Adele in der Tonart Dur als lebhaft und positiv empfunden. [Bild am Sonntag, 09.09.2018, Nr. 36]
Nach der Pause brachte das Stück Milena von Mario Maciocchi zunächst schwermütige, leicht orientalisch angehauchte Klänge, die sich dann aber später in heiteres Dur auflösten. [Aachener Zeitung, 09.11.2012]
Sogar fernab der Zivilisation lebende afrikanische Ureinwohner, die noch nie westliche Musik gehört haben, erkennen, ob eine Tonfolge eher fröhlich und extrovertiert ist, oder aber eher traurig und verhalten. Auch diese fernen Völker unterscheiden zwischen Dur und Moll, wie neuere Forschungen zeigen. Aber woher kommt diese nahezu magische Wirkung auf das Gemüt, wieso steht Dur eher für positive oder exaltierte Gefühle, Moll aber für das Gegenteil? [Süddeutsche Zeitung, 23.01.2010]
Einerseits stehen die meisten Nationalhymnen der Welt in einer Dur‑Tonart, andererseits hebt […] die Hymne der Ukraine mehrfach in Dur an, um dann doch […] in der parallelen Molltonart zu enden. [Süddeutsche Zeitung, 01.07.2006]
Während Chopin und Beethoven ihn [den Walzer] noch mit klassischen Formen bedienten, nutzte Gustav Mahler ihn in seinen Symphonien, um emotionale Fallhöhe zu schaffen: Er ließ seine Moll‑Melancholie ohne Vorwarnung auf einen Ländler in strahlendem Dur krachen. [Welt am Sonntag, 30.03.2003]
Die ganze Zeit überwogen die Mollklänge, aber am Ende löste sich die Traurigkeit auf in ein strahlendes Dur. [Berliner Zeitung, 26.08.2000]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dur · Moll
Dur n. Moll n. Ausdrücke der Musik zur Bezeichnung diatonischer Tonarten, die als charakteristischstes Kennzeichen die große bzw. die kleine Terz enthalten. In der Grundskala der frühmittelalterlichen Musik wird der zweite Ganzton B (dafür heute h) mit einem dem Buchstaben b ähnlichen eckigen Zeichen, dem B quadratum oder durum (beides neutrale Formen von lat. quadrātus ‘viereckig’, dūrus ‘hart’), dessen Erniedrigung um einen Halbton (heute b) mit einem dem Buchstaben b ähnlichen gerundeten Zeichen, dem B rotundum oder molle (beides neutrale Formen von lat. rotundus ‘rund’, mollis ‘weich’) angegeben. Im späteren, aus sieben diatonischen Reihen von je 6 stufenweise aufeinanderfolgenden Tönen bestehenden Hexachordsystem (11. Jh.) wird die B durum (mhd. bēdūre) enthaltende Reihe Hexachordum durum, die B molle (mhd. bēmolle) enthaltende Reihe Hexachordum molle genannt. Innerhalb der Ausprägung der Chromatik (etwa 16. bis 18. Jh.) gehen die Ausdrücke Dur und Moll auf die beiden sich herausbildenden Tongeschlechter über.

Typische Verbindungen zu ›Dur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dur‹.

Zitationshilfe
„Dur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dur>, abgerufen am 07.05.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Duque
Dups
Düppel
Duplum
Duplizität
dur-
Dura Mater
durabel
Durakkord
dural