Dur, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Dur · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Dur‹ als Erstglied: ↗Durakkord · ↗Durdreiklang · ↗Durtonart · ↗Durtonleiter
 ·  mit ›Dur‹ als Letztglied: ↗A-Dur · ↗As-Dur · ↗B-Dur · ↗C-Dur · ↗Ces-Dur · ↗Cis-Dur · ↗D-Dur · ↗Des-Dur · ↗Dis-Dur · ↗E-Dur · ↗Es-Dur · ↗F-Dur · ↗Fis-Dur · ↗G-Dur · ↗Ges-Dur · ↗Gis-Dur · ↗H-Dur
eWDG, 1967

Bedeutung

Musik Tongeschlecht derjenigen Tonarten, deren Tonleiter von der dritten zur vierten und von der siebenten zur achten Stufe einen Halbtonschritt aufweist
Gegenwort zu Moll
Beispiele:
aus, von Dur in Moll übergehen, überwechseln
die Ouvertüre schließt in strahlendem Dur
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dur · Moll
Dur n. Moll n. Ausdrücke der Musik zur Bezeichnung diatonischer Tonarten, die als charakteristischstes Kennzeichen die große bzw. die kleine Terz enthalten. In der Grundskala der frühmittelalterlichen Musik wird der zweite Ganzton B (dafür heute h) mit einem dem Buchstaben b ähnlichen eckigen Zeichen, dem B quadratum oder durum (beides neutrale Formen von lat. quadrātus ‘viereckig’, dūrus ‘hart’), dessen Erniedrigung um einen Halbton (heute b) mit einem dem Buchstaben b ähnlichen gerundeten Zeichen, dem B rotundum oder molle (beides neutrale Formen von lat. rotundus ‘rund’, mollis ‘weich’) angegeben. Im späteren, aus sieben diatonischen Reihen von je 6 stufenweise aufeinanderfolgenden Tönen bestehenden Hexachordsystem (11. Jh.) wird die B durum (mhd. bēdūre) enthaltende Reihe Hexachordum durum, die B molle (mhd. bēmolle) enthaltende Reihe Hexachordum molle genannt. Innerhalb der Ausprägung der Chromatik (etwa 16. bis 18. Jh.) gehen die Ausdrücke Dur und Moll auf die beiden sich herausbildenden Tongeschlechter über.

Typische Verbindungen zu ›Dur‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dur‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gus Dur ist es auch gelungen, die extremistischen Kräfte im Land international zu isolieren.
Süddeutsche Zeitung, 03.02.2000
Da pfeift nicht einer, der bisher in schwermütigem Moll vor sich hingesungen hat, auf einmal im lachenden Dur.
Die Zeit, 09.08.1974, Nr. 33
Musik bleibt insgesamt nicht bei der Stange, gewiß nicht im Dur, aber auch nicht im Moll.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 406
Sein Moll ist weich und traurig, sein Dur optimistisch und draufgängerisch.
Meyer, Ernst Hermann: Diessener. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 22783
Dur und Moll dienen zur Darstellung der lichten und finsteren Mächte.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 195
Zitationshilfe
„Dur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dur>, abgerufen am 05.06.2020.

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