Durchblick, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Durchblick(e)s · Nominativ Plural: Durchblicke
Aussprache
WorttrennungDurch-blick
Ableitung vondurchblicken
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
Blick, Ausblick zwischen oder durch etw. hindurch
Beispiele:
Einen reizvollen Durchblick zur Spree gewährt eine von Richard Wilhelm aus Magdeburg entworfene zweiflüglige Glastür im Sockelgeschoß [von Schloss Köpenick]. [Berliner Zeitung, 11.08.1975]
Die grossen Bullaugen in den Gängen [des Landesmuseums Zürich] […] bieten eindrückliche Aus- und Durchblicke zu alten Gebäudeteilen oder zum Park und scheinen die Besucher noch mehr zu faszinieren als manche Exponate. [Neue Zürcher Zeitung, 01.08.2016]
[…] die meisten Unfälle im Winter ereignen sich […] in den ersten 15 Minuten nach Beginn der Fahrt – […] wenn bei Fahrzeugen ohne Standheizung oft noch Schnee- oder Reifreste auf der Scheibe die Sicht behindern, die von Atemluft beschlagenen Scheiben den Durchblick trüben und die Kälte das Reaktionsvermögen mindert. [Welt am Sonntag, 23.11.2003]
Damit bei einsetzendem Regen die Wischerlippen möglichst schnell für einen ungehinderten Durchblick durch die Frontscheibe sorgen, sollte stets mit Wasser aus der Scheibenwaschanlage nachgeholfen werden […]. [Berliner Zeitung, 15.10.1988]
Schöne Waldpartien und Durchblicke wechseln ab. Der gesamte Weg beträgt etwa sieben bis acht Kilometer, auf denen wir auch sonntags nur vereinzelt Fußgänger treffen. [Berliner Zeitung, 20.06.1965]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: freien, klaren Durchblick [auf, zu etw. haben]
als Akkusativobjekt: den Durchblick [auf, zu etw.] haben; den Durchblick [auf, zu etw.] gewähren, erlauben, ermöglichen, bieten
2.
umgangssprachlich das Verstehen von Zusammenhängen; Überblick über etw.
Beispiele:
Mit genaueren Angaben zu Nährwerten und Herkunft sollen Verbraucher bei Lebensmitteln künftig mehr Durchblick haben. [Spiegel, 06.07.2011 (online)]
Wer im Dickicht der Prüfungsordnungen den Durchblick verliert, fragt am besten einen Studienberater. [Die Zeit, 31.05.2016 (online)]
Seit Jahren verursachen Versicherungsvergleiche, die dem Verbraucher doch zu mehr Durchblick im Tarifdschungel verhelfen sollen, erbitterte Kontroversen. [Die Zeit, 21.03.1997, Nr. 13]
Aber nicht allein am nötigen Durchblick fehlte es dem VW-Vorstand; die Chefs des Automobilkonzerns haben nie ein schlüssiges Konzept für ihren neuen Bereich erkennen lassen. [Die Zeit, 25.04.1986, Nr. 18]
In einer von Wissenschaftsergebnissen geprägten, immer komplizierter werdenden Gesellschaft braucht der Journalist den kritischen Durchblick. [Die Zeit, 17.06.1977, Nr. 25]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: den totalen, nötigen, richtigen, vollen, besseren Durchblick [über etw. haben]; mangelnden, fehlenden Durchblick [über etw. haben]
als Akkusativobjekt: den Durchblick haben, behalten, verlieren; sich Durchblick verschaffen
in Präpositionalgruppe/-objekt: für Durchblick sorgen
in Koordination: Einblicke und Durchblicke

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achsen Ausblicke Dickicht Dschungel Durchgang Einblicke Gassen Tarifdschungel Weite analytischer behalten erschwert faszinierenden fehlenden fehlt freigibt gewährt gläsernen mangelnden perspektivischen raffinierte totalen trüben verhelfen verschaffen verstellt verwehrt vollen Überblick überraschende

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Durchblick‹.

Zitationshilfe
„Durchblick“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Durchblick>, abgerufen am 23.04.2018.

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