Durchlaucht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Durchlaucht · Nominativ Plural: Durchlauchten
Aussprache
WorttrennungDurch-laucht (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Durchlaucht‹ als Erstglied: ↗durchlauchtig
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend Anrede fürstlicher Personen; Adelstitel
Beispiele:
Seine Durchlaucht, der Fürst von B
Ihre Durchlaucht, die Fürstin
›Wenn Gott nicht Gott wäre, müßten billigerweise Eure Hochfürstliche Durchlaucht es sein‹ [Feuchtw.Füchse358]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Durchlaucht · Serenissimus · durchlauchtig
Durchlaucht f. ist als Titel und Anrede fürstlicher Personen die Substantivierung der ursprünglich md. Form des Part. Prät. nhd. (älter) durchlaucht, mhd. (md.) durchlūcht, zu mhd. (md.) durchlūchten, daneben mhd. durchliuht, nhd. (älter) durchleucht, zu mhd. durchliuhten, nhd. durchleuchten (s. ↗leuchten). Das Part.adj. mit der ursprünglichen Bedeutung ‘hell leuchtend, strahlend’ wird schon in mhd. Zeit ehrendes Beiwort fürstlicher Personen und im 15. Jh. in substantivierter Form Titel sowie Anrede eines Fürsten. Vorbild ist wohl (ebenso wie beim Adjektiv durchlauchtig, s. unten) die Verwendung von lat. (per)illūstris (s. ↗erlaucht und zum verstärkenden Charakter des lat. Präfixes per-) bzw. lat. Serēnus, spätlat. Serēnissimus als Titel römischer Kaiser (vgl. lat. serēnus ‘heiter, hell, klar’), entsprechend Serenissimus m. ‘Durchlauchtigster’, Anrede und Bezeichnung auch deutscher Fürsten (17. Jh.). durchlauchtig Adj. Weiterbildung des oben behandelten Part.adj. durchlaucht, spätmhd. (md.) durchlūchtic. Die umlautlose Form setzt sich erst im 18. Jh. endgültig durch gegenüber nhd. (älter) durchleuchtig, durchläuchtig, mhd. durchliuhtec, ahd. thuruhliuhtīg (Hs. 12. Jh.). Als Prädikat fürstlicher Personen dient das Adjektiv seit mhd. Zeit. Die allgemeinsprachlichen Bedeutungen ‘durchscheinend, durchsichtig’ und ‘hell leuchtend, strahlend’ halten sich zum Teil bis ins 18. und 19. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
Durchlaucht · ↗Erlaucht · Fürstliche Gnaden · Hochwohlgeboren · ↗Hoheit · ↗Majestät
Synonymgruppe
Durchlaucht (Anrede für regierenden Fürsten) · Ihre Fürstliche Gnaden · S. D. (in Anschriften) · Seine Durchlaucht (in Anschriften) · der Fürst · der Herr Fürst  ●  Ihro Fürstliche Gnaden (Anrede)  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Durchlaucht Fürst Fürstin Gattin Hoheit anreden hochfürstlich kurfürstlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Durchlaucht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor ein paar Generationen war "Ihre Durchlaucht" ebenso selbstverständlich im Sprachgebrauch wie heute der "coole Typ".
Bild, 30.08.2004
Wenige Tage vor dem Ablauf des Jahrhunderts ergreift Durchlaucht nun selbst das Wort.
Die Welt, 24.12.1999
Wenn mein Chef einwilligt, mich zu entlassen, bin ich nur zu gern bereit, Durchlaucht gleich zu begleiten.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 231
Gerade um ihretwillen trüge er, versicherte er der Durchlaucht, manche Sorge um das Land.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 316
Die Wörter Durchlaucht und Erlaucht werden auf der ersten, nicht auf der zweiten Silbe betont.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 113
Zitationshilfe
„Durchlaucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Durchlaucht>, abgerufen am 19.11.2018.

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