Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Durchschnittsmensch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Durchschnittsmenschen · Nominativ Plural: Durchschnittsmenschen
Aussprache  [ˈdʊʁçʃnɪʦˌmɛnʃ]
Worttrennung Durch-schnitts-mensch
Wortzerlegung Durchschnitt Mensch1
eWDG und ZDL

Bedeutung

(echtes oder konstruiertes) Individuum, das hinsichtlich einer bestimmten Eigenschaft den Durchschnitt einer Gruppe, Population präsentiert
Beispiele:
Der Durchschnittsmensch, heißt es im Lehrbuch, schaut täglich zehn bis 20 Mal in den Spiegel. [Süddeutsche Zeitung, 13.01.2018]
Studien zeigen, dass der Anstieg des IQs tatsächlich vor allem auf das zunehmend abstrakte Denken zurückzuführen ist. Wäre es anders, würde man auch zu merkwürdigen Schlüssen kommen. Dann wären Zeitreisende von heute um 1900 nicht nur hochbegabt. Ein Durchschnittsmensch von damals würde umgekehrt heute bei einem IQ von 70 landen – und damit als lernbehindert gelten. Das erscheint dann doch absurd. [Welt am Sonntag, 08.07.2018]
Anhand der [im Museum ausgestellten] Gebeine lässt sich die Geschichte des Durchschnittsmenschen von der Vorzeit bis in die Moderne erzählen. Wie er gelebt hat, was er gegessen hat und vor allem, welche Krankheiten ihn plagten. [Die Zeit, 20.11.2017]
Der österreichische Durchschnittsmensch sitzt gerne stundenlang vor dem TV‑Bildschirm und rezipiert passiv seine zwei bis drei Lieblingssender, sagt die Statistik. [Der Standard, 30.05.2011]
Der Durchschnittsmensch um die 20 gibt monatlich 600 bis 700 Euro aus für Miete, Ernährung, Kleidung, Fahrtkosten, Versicherungen, Telefon, Internet sowie Radio‑ und Fernsehgebühren. [Die Zeit, 16.09.2004]
übertragen, häufig abwertend Person von durchschnittlicher Bildung, Begabung o. Ä.; Person ohne auffällige oder herausragende Eigenschaften
Beispiele:
Trump hat diese Durchschnittsmenschen erreicht, für die Diversity, Queer‑Politics und Superfood nicht zum täglichen Leben gehören. [Welt am Sonntag, 20.01.2019]
Für Horaz, schreibt Garcia, habe das gute Leben noch in der aurea mediocritas gelegen, der goldenen Mitte, während Mittelmäßigkeit heute »in Dichtung, Roman, Filmen und modernen Liedern immer deutlicher den unabänderlichen Fehler des Durchschnittsmenschen bezeichnet, der auch der ›flache‹ Mensch ist«. [Die Welt, 01.07.2017]
Beide Protagonisten, von Jugend an befreundet, meinen es gut und möchten mehr als Durchschnittsmenschen sein, der eine mittels der Religion, der andere durch die Kunst. [Die Zeit, 24.06.1999]
Zum »großen Verbrecher« reicht es beim Durchschnittsmenschen nicht, aber zum wirklich Guten auch nicht. [Klemperer, Victor: [Tagebuch]. In: ders.: Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum. Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1931], S. 264]
Du nennst ihn nett, nennst ihn eben nur ansprechend und willst damit sagen, daß er ein Durchschnittsmensch […] ist […] [ Th. MannBetrogene9,971]WDG

letzte Änderung:

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Thesaurus

Synonymgruppe
Durchschnittsbürger · Durchschnittsmensch · Max Mustermann · gewöhnliche(r) Sterbliche(r)  ●  (Person) von nebenan  variabel · Lieschen Müller  ugs. · Normalo  ugs. · Normalsterblicher  ugs. · Otto Normalbürger  ugs. · Otto Normalverbraucher  ugs. · Stino  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Durchschnittsmensch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Durchschnittsmensch‹.

Zitationshilfe
„Durchschnittsmensch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Durchschnittsmensch>.

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