Dussel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dussels · Nominativ Plural: Dussel(s)
Aussprache 
Worttrennung Dus-sel
Wortbildung  mit ›Dussel‹ als Erstglied: Dusselkopf · Dusselkopp · Dusseltier · dusselig · dusslig
eWDG

Bedeutung

salopp, Schimpfwort jmd., der dusslig ist
Beispiele:
du bist ein großer Dussel
so ein Dussel!
ich Dussel habe das geglaubt!
Jedenfalls wären wir Dussel, wenn wir nicht mit so einem Herrn Franz Biberkopf fertig werden [ DöblinAlexanderpl.332]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dusel · duseln · duselig · Duselei · dusselig · dußlig · Dussel
Dusel m. ‘Schwindel, Rausch, Glück’. Nd. Dusel ‘Schwindel, Halbschlaf, leichter Rausch, Betäubung’ (vgl. mnd. dǖsinge ‘Betäubung’, dǖsich ‘betäubt, schwindlig’) kommt im 16. Jh. ins Hd. Es ist etymologisch verwandt mit dösig (s. d.). Die Bedeutung ‘unverdientes Glück’ entwickelt sich im 19. Jh. (vielleicht in Anlehnung an den volkstümlich abgewandelten Bibelspruch „den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“ oder im Gedanken an den vermeintlichen Schutzengel der Betrunkenen, Berauschten, die im Dusel sind?). duseln Vb. ‘verwirrt sein, schlafen’ (16. Jh.); verwandt sind mnl. dūselen, duyselen ‘schwindlig sein, taumeln’, nl. duizelen ‘schwindlig sein, schwindeln’, anord. dūsa ‘ausruhen, sich still verhalten’ und dösen (s. d.). duselig Adj. ‘verwirrt, betäubt, schlaftrunken’ (18. Jh.), älter düselicht (17. Jh.). Duselei f. ‘Träumerei, Gedankenlosigkeit’ (19. Jh.). In der Umgangssprache findet sich Sinnvergröberung mit affektischer Kürzung des Stammvokals in dusselig, dußlig Adj. ‘verwirrt, dumm, dämlich’ (17. Jh.), Dussel m. ‘Dummkopf’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Arschkrampe · Dämlack · Halbgescheiter · Minderbemittelter · Tölpel  ●  Dummerjan  veraltet · Dummkopf  Hauptform · Gonzo  abwertend · ('ne) hohle Nuss  ugs. · (eine) geistige Null  ugs. · Armer im Geiste (bibl.)  geh. · Armleuchter  ugs. · Bekloppter  ugs. · Blitzbirne  ugs., ironisch · Blödel  ugs. · Blödi  ugs. · Blödian  ugs. · Blödmann  ugs. · Dackel  ugs., schwäbisch, abwertend · Denkzwerg  ugs. · Depp  ugs. · Dolm  ugs., österr. · Dulli  ugs. · Dummbart(el)  ugs. · Dummrian  ugs. · Dumpfbacke  ugs. · Dumpfbatz  derb · Dussel  ugs. · Dämel  ugs., regional · Dödel  derb · Dösbaddel  ugs., norddeutsch · Döskopp  ugs., norddeutsch · Eierkopp  ugs., norddeutsch · Eiernacken  ugs. · Einfaltspinsel  ugs. · Esel  ugs. · Flachpfeife  ugs. · Flachwichser  vulg. · Flitzpiepe  ugs., abwertend · Halbdackel  derb, schwäbisch, stark abwertend · Hein Blöd  ugs., regional · Heini  ugs., veraltet · Hirni  ugs. · Hohlbirne  ugs. · Hohlfigur  ugs. · Hohlkopf  ugs. · Holzkopf  ugs. · Honk  ugs. · Hornochse  ugs. · Horst  ugs. · Idiot  derb · Klappspaten  ugs. · Knallcharge  geh. · Knallidiot  ugs. · Knallkopf  ugs. · Kretin  geh., franz. · Lapp  derb, österr. · Löli (Lööli, Lööl, Löu)  ugs., schweiz. · Napfsülze  ugs. · Narr  geh. · Niete  ugs., fig. · Nullchecker  ugs., jugendsprachlich · Pannemann  ugs. · Pappnase  ugs. · Pfeifenwichs(er)  vulg. · Piesepampel  ugs. · Rindvieh  ugs. · Sacklpicker  ugs., österr. · Schnellmerker  ugs., ironisch · Schwachkopf  ugs. · Schwachmat  ugs. · Spacko  ugs. · Spast  ugs., jugendsprachlich · Spasti  derb · Spaten  ugs. · Spatzenhirn  ugs. · Stoffel  ugs. · Strohkopf  ugs. · Tepp  ugs. · Todel  ugs., österr. · Torfkopf  ugs. · Torfnase  ugs., ostfriesisch · Trottel  ugs. · Tuppe  ugs., kärntnerisch · Volldepp  ugs. · Vollhorst  ugs. · Vollidiot  derb · Vollpfosten  ugs. · Vollspast  derb · Volltrottel  derb · Zipfelklatscher  ugs., süddt. · armer Irrer  ugs. · dumme Nuss  ugs. · dummes Schaf  ugs. · dämlicher Hund  ugs., veraltend · en Beschmierten  ugs., ruhrdt. · geistiger Tiefflieger  ugs. · keine Leuchte  ugs. · taube Nuss  ugs. · trübe Tasse  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Dussel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von frühauf hielt ich mich fern von den Spielen und Mätzchen der Dussels, aber was half das schon? [Süddeutsche Zeitung, 23.08.2001]
Wer glaubt dem goldumränderten Intelligenzlerblick von Dieter Hildebrandt den Dussel? [Die Zeit, 07.02.1972, Nr. 06]
Ich lobe meine Vorgänger in der Regel, aber in diesem Punkt waren sie ziemliche Dussel. [Bild, 09.10.1998]
Deren Bürgermeister beschimpfte er öffentlich als »Dussel«, »Kamel« oder »dicken Rüpel«. [Die Zeit, 05.06.2006, Nr. 23]
Die vier katholischen Politiker, die nun auch einen "Politischen Club an der katholischen Akademie Berlin" gegründet haben, zitieren den mexikanischen Befreiungstheologen Enrique Dussel. [Süddeutsche Zeitung, 14.04.2000]
Zitationshilfe
„Dussel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dussel>.

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