Ebbe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ebbe · Nominativ Plural: Ebben
Aussprache
WorttrennungEb-be (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Ebbe‹ als Erstglied: ↗Ebbestrom · ↗Ebbezeit
eWDG, 1967

Bedeutung

täglich zweimal erfolgendes Absinken des Meeresspiegels, dem jedes Mal die Flut folgt
Beispiele:
bei Eintritt der Ebbe
jetzt ist Ebbe
Ebbe und Flut (= die Gezeiten)
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
in der Kasse ist, herrscht Ebbe (= es ist wenig, nichts drin)
eine wirtschaftliche Ebbe (= Rückgang)
während der ganzen zweiten Hälfte dieses Jahres 1932 hatte die Partei Ebbe [Feuchtw.Lautensack188]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ebbe · ebben
Ebbe f. das im Wechsel der Gezeiten eingetretene ‘Niedrigwasser des Meeres’. Mnd. mnl. nl. ebbe, aengl. afries. ebba, engl. ebb (westgerm. *abjōn), in abweichender Bedeutung anord. efja ‘Gegenstrom in einem Fluß, Flußbucht’, schwed. ävja ‘Moor, Schlick’ (schwed. äbb, ebb ist Entlehnung des 18. Jhs. aus dem Nd. bzw. Nl.) sind Ableitungen von der unter ↗ab behandelten germ. Präposition im Sinne von ‘weg’. Ebbe, eigentlich ‘Weg-, Abfluten’ bzw. ‘Weg-Sein’ (des Meeres) bezeichnend, wird Ende 16. Jh. aus dem Nd. ins Hd. übernommen. ebben Vb. ‘zurückgehen’ (vom Meerwasser), ahd. (unter nd. Einfluß?) in der Präfixbildung firebben (10./11. Jh., nhd. verebben), mhd. eppen, mnd. mnl. ebben, aengl. ebbian, engl. to ebb. Im Mhd. selten, begegnet das Verb im Frühnhd. (15./16. Jh.) noch öfters in der Form eppen, bis sich im 17. Jh. vom Nd. her ebben durchsetzt; in dichterischer Sprache bis ins 20. Jh. neben dem in der Gegenwart geläufigen abebben (19. Jh., nd. afebben, 18. Jh.) und verebben. Vom Verb abgeleitet sind offensichtlich die Abstraktbildungen ahd. ebbunga (11. Jh.), asächs. ebbiunga (10./11. Jh.), die auf dt. Sprachgebiet eher bezeugt sind als Ebbe.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ebbe · ↗Niedrigwasser · ↗Tiefwasser
Assoziationen
  • Gezeiten  Plural · Tiden  Plural, norddeutsch
  • Gezeit  ●  ↗Tide  norddeutsch
Antonyme
  • Ebbe
Synonymgruppe
Ebbe · ↗Geldklemme · ↗Geldnot · ↗Geldverlegenheit · ↗Illiquidität · finanzielle Notlage · finanzielle Schwierigkeiten · leere Kassen · leere Taschen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundeskasse Ebbe Einsetzen Flut Geldbeutel Gemeindekasse Gezeiten Haushaltskasse Kasse Landeskasse Möller Nordsee Portemonnaie Rentenkasse Saisontreffer Sandbank Schalker Schiffsverkehr Schlick Staatskasse Stadtkasse Stadtsäckel Wasserstand Watt Wattenmeer chronisch einsetzend freilegen köpfen trockenfallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ebbe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ebbe hat sich federleicht bewegt, ihm ist absolut alles gelungen.
Bild, 20.11.2000
Deutsche Bücher über Lotus Notes sind ziemlich rar gesät, insbesondere bei Notes 4 herrscht noch Ebbe.
C't, 1996, Nr. 12
Noch vor wenigen Jahren gab es immer wieder Überfülle und dann wieder Ebbe.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 219
In Kiel bemächtigte sich meiner zunächst während der folgenden Monate ein Gefühl der Ebbe.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 23285
An einzelnen, ruhigen Plätzen ist während der Zeit der Ebbe ein prächtiges Schauspiel zu beobachten.
Abel, Othenio: Amerikafahrt, Jena: Fischer 1926, S. 117
Zitationshilfe
„Ebbe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ebbe>, abgerufen am 22.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Eau de Toilette
Eau de Parfum
Eau de Javel
Eau de Cologne
Easyrider
ebben
ebbes
Ebbestrom
Ebbeströmung
Ebbezeit