Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ecker, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ecker · Nominativ Plural: Eckern
Aussprache  [ˈɛkɐ]
Wortbildung  mit ›Ecker‹ als Letztglied: Buchecker
Herkunft aus *akrana‑germ ‘Wildfrucht’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Synonym zu Buchecker
  2. 2. [selten] [veraltet, noch landschaftlich] Synonym zu Eichel (1)
  3. 3. [Kartenspiel] Synonym zu Eichel (2)
DWDS-Verweisartikel

Bedeutungen

1.
Synonym zu Buchecker
Beispiele:
Für die Ernte der Singhofener Bucheckern werden riesige Netze auf dem Boden ausgebreitet, in die die Eckern fallen. [Rhein-Zeitung, 08.10.2013]
Dann ist eine alte, mit Handkurbel betriebene Reinigungstrommel gefordert, deren Siebe das Sammelgut von den Eckern trennt, so dass anschließend die reinen dreieckigen Früchte in Säcke abgefüllt werden können, die von Forstbeamten, die amtlich als Saatgutbeauftragte bestellt sind, mit einem Siegel nebst Herkunftsnummer verplombt werden. [Aachener Zeitung, 28.10.2020]
Die Buchen haben so viele Eckern produziert wie seit Jahren nicht. [Schweriner Volkszeitung, 11.09.2019]
Um die leeren Hüllen auszusortieren, gibt man einfach alle Eckern in eine große Schüssel mit Wasser und fischt die oben schwimmenden Früchte ab. [Norddeutsche Neueste Nachrichten, 24.10.2017]
Vor drei Jahren, als die Buchen im Herbst »reiche Früchte« trugen, wurden auf einer großen Fläche die Eckern untergepflügt. [Neues Deutschland, 06.12.1979]
2.
selten, veraltet, noch landschaftlich Synonym zu Eichel (1)
Beispiele:
Die Frucht der Eiche, die Ecker (Eichel), war gerbstoffhaltig und für Mensch und Tier ungenießbar, es sei denn, man zerstieß sie in der schlechten Zeit notgedrungen zu Eichelmehl und wässerte den Brei mehrmals, bis die Gerbstoffe herausgezogen waren. [Hamburger Abendblatt, 23.05.2012]
Die Eichel hat sich mehr und mehr durchgesetzt im Sprachgebrauch der Heidebewohner und das Wort Ecker letztlich abgelöst. [Leipziger Volkszeitung, 09.02.2015]
Nördlich des Thüringer Waldes wird wie im Niederdeutschen auch die Frucht der Eiche Ecker genannt, während südlich des Thüringer Waldes dafür vorwiegend EICHEL gilt. [Thüringer Allgemeine, 27.02.2006]
3.
Kartenspiel Synonym zu Eichel (2)
Grammatik: nur im Plural
Beispiel:
Statt Karo kommen die Begriffe »Schellen« oder »Bollen«, für Kreuz »Eichel« oder »Eckern«, für Pik »Blatt«, »Laub« oder auch »Gras« sowie »rot« für das Herz zum Einsatz. [Skat lernen, 08.01.2015, aufgerufen am 01.09.2020]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ecker · Buchecker
Ecker f. Name der Buchenfrucht, früher auch der Eichenfrucht (s. Eichel); als Simplex kaum noch gebräuchlich, dafür meist Buchecker f. (Zusammensetzung seit dem 15. Jh.). Ahd. ekarn, mhd. ackeran, ecker(n) m. und n. ‘Frucht der Eiche und Buche’, mnd. ākeren, ackeren, ēkeren, eckeren n. ‘Eichel, Eichelmast’, mnl. nl. aker m. ‘Eichel’, aengl. æcern n. ‘Nuß, Eichel’, engl. acorn ‘Eichel, Ecker’, anord. akarn n. ‘Frucht wildwachsender Bäume’ (germ. *akrana-) stellen sich mit der Ausgangsbedeutung ‘Wildfrucht’ (vgl. got. akran n. ‘Frucht, Ertrag’) wohl wie air. āirne ‘Schlehe’, lit. úoga ‘Beere, Kirsche’, aslaw. agoda, russ. jágoda (ягода) ‘Beere’ zur Wurzel ie. *ōg-, *əg- ‘wachsen; Frucht, Beere’. Daneben wird auch erwogen, in der Bezeichnung eine Bildung zu dem unter Acker (s. d.) behandelten Substantiv zu sehen. Mhd. ecker entsteht durch Wegfall der fälschlich als Pluralzeichen aufgefaßten Endung -n. Bereits im Frühnhd. findet sich feminines Genus.
Zitationshilfe
„Ecker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ecker>.

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