Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Edelmut, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Edel-mut
Wortzerlegung edel Mut
Wortbildung  mit ›Edelmut‹ als Erstglied: edelmütig
eWDG

Bedeutung

gehoben Selbstlosigkeit
Beispiele:
aus Edelmut handeln
seinen Edelmut beweisen
jmdn. durch seinen Edelmut entwaffnen, beschämen
sich an jmds. Edelmut wenden
spöttischvor Edelmut (förmlich) triefen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

edel · Edelmut · edelmütig · Edelmütigkeit · Edelstein · Edelweiß
edel Adj. ‘von adligem Stande, vortrefflich’, ahd. edili (9. Jh.), mhd. edel(e), asächs. eðili, mnd. mnl. ēdel, nl. edel, afries. ethele, aengl. æþele ist eine nur westgerm. (*aþlja-) belegte Ableitung von dem unter Adel behandelten Substantiv. In der Ausgangsbedeutung ‘von vornehmer Herkunft’ durch adlig (s. d.) verdrängt, wird edel bereits im Mhd. und besonders im Nhd. in bezug auf geistige Eigenschaften und sittliche Werte gebraucht (edles Gemüt, edle Gesinnung). Edelmut m. ‘edle Gesinnung, Selbstlosigkeit’ (Ende 17. Jh.), wohl rückgebildet aus edelmütig Adj. (Mitte 17. Jh.); zuvor bereits die Zusammensetzung (ohne unmittelbare Nachfolge) mhd. edelmuot. Edelmütigkeit f. (17. Jh.; der für das Mhd. zitierte Beleg aus Boners Edelstein stammt aus dem Druck Breitingers von 1757). Edelstein m. ‘seltener kostbarer Stein’ (wegen seiner Farb- oder Lichteffekte zu Schmuck verarbeitet), mhd. edelstein, mnd. ēdelstēn. Edelweiß n. mit weißen Filzhaaren bedeckte Hochgebirgsblume. Im 18. Jh. aufkommend und landschaftliche Bezeichnungen wie Wollblume (16. Jh.) verdrängend.

Thesaurus

Verwendungsbeispiele für ›Edelmut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gerührt von soviel Edelmut sagt die Mutter dem Apotheker ihren schönsten Dank. [Fath, Rolf: Werke - H. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 6334]
Am Ende verdächtigt jeder nicht nur jeden, sondern – Triumph des Edelmuts! [Die Welt, 24.02.2004]
Sie legte in ihrem Edelmute kein Gewicht auf die Vorbestrafung. [Berliner Tageblatt, 02.03.1908]
Erotisch deaktivierte Frauen verspüren genauso wenig Lust zum Edelmut wie ein schlapper Mann zum extravaganten Geldausgeben. [Die Zeit, 21.08.2007, Nr. 35]
Das Märchen macht daraus den hochherzigen Akt einer Prinzessin – Freiheit durch weißen Edelmut. [Die Zeit, 20.11.1995, Nr. 47]
Zitationshilfe
„Edelmut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Edelmut>.

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