Effektivität, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Effektivität · Nominativ Plural: Effektivitäten · wird selten im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungEf-fek-ti-vi-tät
Grundformeffektiv
Wahrig und DWDS, 2019

Bedeutung

Maß der Wirksamkeit von etw., besonders hinsichtlich eines zu erreichendes Zieles; Leistungsfähigkeit
Gegenwort zu Ineffektivität
Beispiele:
»Auch wenn die Wirksamkeit der Masern- und Rötelnimpfung nicht beziehungsweise nur eingeschränkt nachgewiesen wurde, so belegen dennoch zahlreiche epidemiologische Beobachtungsstudien die gute Effektivität der Impfung.« [Die Zeit, 08.01.2018 (online)]
Kostendruck zwingt dazu, die Firmenprozesse immer weiter auf Effektivität zu trimmen – meistens durch Einsatz von immer raffinierterer IT (= Informationstechnologie). [Süddeutsche Zeitung, 15.11.2017]
Eine Neuregelung des Fremden- und Asylrechts müsse die Effizienz und Effektivität der Asylverfahren verbessern. [Der Standard, 07.11.2015]
Das Duell mit den Niederlanden offenbarte […] ein hohes Maß an Effektivität im Ausnutzen von Torgelegenheiten und dazu die Fähigkeit, aus sogenannten Standardsituationen das Beste zu machen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2005]
Die Forschungsarbeit unzähliger Fachleute auf einem äußerst komplexen Problemfeld wurde konsequenterweise strukturell so konzentriert, daß Doppelarbeiten vermieden, Informations- und Kooperationsbarrieren weitgehend ausgeräumt und hohe Effektivitäten erreicht werden können. [Neues Deutschland, 28.02.1970] ungewöhnl. Pl.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine höhere, größere, geringe Effektivität; mangelnde Effektivität; die politische, wirtschaftliche Effektivität
als Akkusativobjekt: die Effektivität erhöhen, steigern, verbessern
in Präpositionalgruppe/-objekt: Zweifel an der Effektivität (von etw.); (etw.) auf seine Effektivität (hin) überprüfen
mit Genitivattribut: die Effektivität der Produktion, der Arbeit, der Maßnahmen
in Koordination: Effektivität und Effizienz
als Genitivattribut: die Erhöhung, Steigerung der Effektivität
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

effektiv · Effektivität
effektiv Adj. ‘wirklich, tatsächlich, wirksam’. Seit dem 17. Jh. wird das Adverb mlat. effective ‘tatsächlich, in Wirklichkeit’ (spätlat. effectīvē ‘in wirksamer Weise’, zu lat. effectīvus ‘schaffend, bewirkend’) in dt. Texten verwendet. Das zugehörige Adjektiv (entlehnt Anfang 18. Jh.) ist zunächst im Sinne von ‘wirklich, tatsächlich’ geläufig. Nur vereinzelt steht es im 18./19. Jh. für ‘wirksam, wirkungsvoll’, diese Bedeutung tritt aber Mitte des 20. Jhs. in der Sprache der Wirtschaft (‘großen Nutzen erzielend, von hoher Effektivität’) stärker hervor. Effektivität f. ‘Wirksamkeit, Nutzen’ (vor allem in der Wirtschaft von der im Verhältnis zum Aufwand erreichten Leistung, vgl. Effektivität der Arbeit, der Produktion), auch ‘Tatsächlichkeit’ (im Völkerrecht, 1. Hälfte 20. Jh.), zuvor vereinzelt ‘Bewirktheit, Wirkung’ (Novalis, Ende 18. Jh.), latinisierende Bildung (vgl. vorausgehendes mlat. effectivitas ‘bewirkende Kraft’, ital. effettività ‘Wirklichkeit, Tatsächlichkeit’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Effektivität · ↗Leistungsfähigkeit · ↗Wirksamkeit · ↗Wirkungsgrad

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitsproduktivität Bürgernähe Effizienz Erhöhung Funktionsfähigkeit Höchstmaß Kohärenz Kontrollsystem Kundenorientierung Legitimität Produktivität Rationalität Rechtsschutz Schnelligkeit Sparsamkeit Steigerung Synapse Terrorismusbekämpfung Transparenz Volkswirtschaft Wirtschaftlichkeit anzweifeln bemessen größtmöglich höchstmöglich mangelnd trimmen volkswirtschaftlich zweifelhaft Überwachungssystem

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Effektivität‹.

Zitationshilfe
„Effektivität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Effektivität>, abgerufen am 18.11.2019.

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