Ehegatte, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungEhe-gat-te
WortzerlegungEheGatte
Wortbildung mit ›Ehegatte‹ als Erstglied: ↗Ehegattenbesteuerung · ↗Ehegattensplitting · ↗Ehegattenunterhalt
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
gehoben Ehemann
2.
Rechtssprache einer der beiden Partner einer Ehe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gatte · Ehegatte · gatten · begatten · Gattung
Gatte m. ‘Ehemann’, Plur. Gatten ‘Eheleute, Ehepaar’ Mhd. gat(e) ‘wer einem gleich ist oder es einem gleichtut, Genosse, Tiermännchen, -weibchen’, neben gegate (substantivierte Form eines Adjektivs ahd. gigat ‘passend’, um 1000), asächs. gigado, aengl. (ge)gada ‘seinesgleichen, Genosse, Gefährte’, mnl. (ghe)gade ‘Genosse, Ehepartner’, nl. gade ‘Ehemann, Ehefrau’ (westgerm. *(ga)gadōn-); vgl. (mit einem oft die Stammes- und Familienzugehörigkeit bezeichnenden Ableitungssuffix) ahd. gataling ‘Stammesgenosse, Verwandter’, Plur. ‘Eltern’ (8. Jh.), asächs. gaduling, aengl. gædeling, got. gadiliggs. Außergerm. sind zu vergleichen aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godъ ‘Stunde, (passende) Zeit’, russ. god (год) ‘Jahr’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’, russ. gódnyj (годный) ‘tauglich, brauchbar, geeignet’, výgoda (выгода) ‘Vorteil, Nutzen, Gewinn’. Sie führen auf die Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’, älter wohl ‘umklammern, fest- und zusammenhalten’ (vgl. aind. ā́gadhitaḥ ‘angeklammert’), wozu auch ↗gut, ↗vergattern und wohl auch ↗Gatter, ↗Gitter (s. d.) gehören. Gatte, seit Mitte des 12. Jhs. bezeugt, gehört von Anfang an der gehobenen Sprache an; seine Bedeutung geht von ‘gleichgestellter, ebenbürtiger Genosse’ aus, von der Mitte des 13. Jhs. an wird damit auch der Paarungspartner im Tierreich bezeichnet; erst von der Mitte des 17. Jhs. an steht es allein für den ‘ehelich verbundenen Mitmenschen’. Vorher bedarf es, wenn auf Menschen bezogen, der Zusammensetzung Ehegatte (Ende 16. Jh.), das, wie Gatte, lange Zeit auch die ‘Ehefrau’ meinen kann, vgl. mnd. echtegāde und nl. gade, die beide für ‘Ehegatte’ und ‘Ehegattin’ stehen (doch wird nl. gade meist auf die ‘Ehefrau’ bezogen). Ab Ende 18. Jh. gelten Ehegatte, Gatte allein für den ‘Ehemann’, nachdem Ehegattin (um 1700) und Gattin (1. Hälfte 18. Jh.) üblich werden. gatten Vb. reflexiv ‘sich paaren’, in der Kaufmannssprache früher ‘ordnen, sortieren’ (Waren gatten); mhd. gaten ‘zusammenkommen, genau zusammenpassen, vereinigen’, reflexiv ‘sich in- oder aneinanderfügen, zusammenpassen’, vgl. mhd. gegaten reflexiv ‘sich fügen’ und s. ↗vergattern ‘die Wache verpflichten’. begatten Vb. reflexiv ‘sich paaren’ (Anfang 17. Jh.); vgl. ahd. bigatōn ‘jmdn. treffen, jmdm. zuteil werden’ (11. Jh.), mhd. begaten ‘erreichen, übereinkommen, einrichten’, reflexiv ‘sich gesellen’, mnd. begāden. Gattung f. ‘Gesamtheit von Einzeldingen, Einzelwesen, die in wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen, Sorte, Art’, in der Biologie für Genus im System der Lebewesen (zwischen Familie und Art stehend), spätmhd. gatunge; die in der Kaufmannssprache erhaltene Ausgangsbedeutung ‘Zusammenstellung des Zusammengehörigen’ wird durch Sorte, Sortiment verdrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandes) Alter · Angetrauter · Ehegatte · ↗Ehegespons · ↗Ehepartner · ↗Gatte · ↗Gemahl · ↗Lebensgefährte · ↗Mann · ↗Partner  ●  ↗Ehemann  Hauptform · ↗Gespons  veraltet · bessere Hälfte  scherzhaft · ↗(jemandes) Kerl  ugs. · ↗(jemandes) Macker  ugs. · (jemandes) Männe  ugs., regional · ↗Göttergatte (spöttisch)  ugs. · ↗Mustergatte (leicht ironisch)  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • Ehegatte

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkömmling Alleinerbe Aufenthaltsrecht Ehegatte Eltern Erblasser Familienangehörige Freibetrag Geschwister Lebenspartner Mitversicherung Nachzug Unterhaltsanspruch Unterhaltszahlung Veranlagung Verlobte Zusammenveranlagung ausziehend berufstätig erwerbstätig geschieden hinterblieben längerlebend mitarbeitend mitversichern mitversichert nachziehend veranlagt verdienend überlebend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ehegatte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach der Scheidung sind die Ehegatten prinzipiell verpflichtet, ihren Unterhalt selbst zu verdienen.
Der Tagesspiegel, 12.02.2004
Außerdem lässt sich das System durchaus missbrauchen, etwa zur Überwachung des Ehegatten.
Die Welt, 01.11.2003
Auch das gemeinschaftliche Testament, das an sich lediglich zwei einseitige Erklärungen enthält, kann jeder Ehegatte grundsätzlich frei widerrufen.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 285
Sieht sie plötzlich ein, daß es nichts nützt, als anständig zu gelten, das Andenken des Ehegatten hochzuhalten?
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 332
Es ist dieser Ausdruck meines Wissens schon vor der Trennung der beiden Ehegatten gebraucht worden.
Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4126
Zitationshilfe
„Ehegatte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ehegatte>, abgerufen am 16.02.2019.

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