Ehrenmann, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungEh-ren-mann
WortzerlegungEhreMann
eWDG, 1967

Bedeutung

Mann mit ehrenhafter Gesinnung und Handlungsweise
entsprechend der Bedeutung von Ehrenfrau, EhrenleuteQuelle: DWDS, 2016
Beispiele:
jmdn. für einen Ehrenmann halten, ansehen
abwertend ein sauberer, ein dunkler Ehrenmann (= kein Ehrenmann)
das ist / Der Tell, ein Ehrenmann und guter Bürger [SchillerTellIII 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ehre · ehren · ehrlich · ehrbar · ehrsam · ehrfürchtig · Ehrfurcht · ehrwürdig · Ehrwürden · Ehrenmann · Ehrenpreis · ehrenrührig · Ehrenwort
Ehre f. ‘äußeres Ansehen, Wertschätzung durch andere Menschen, Selbstachtung’, ahd. ēra ‘Ansehen, Wertschätzung, Berühmtheit, Würde, Zierde, Ehrfurcht, Verehrung’ (8. Jh.), mhd. ēre ‘Ehrerbietung, Zierde, Ansehen, Ruhm, Sieg, Herrschaft, Ehrgefühl, ehrenhaftes Benehmen’, asächs. ēra, mnd. mnl. ēre, nl. eer, afries. ēre, aengl. ār ‘Ehre, Würde, Ruhm, Achtung, Verehrung, Gnade, Mitleid, Besitz, Einkommen’, anord. eir ‘Gnade, Milde, Hilfe’ (germ. *aizō) werden auf eine Wurzel ie. *ais- ‘ehrfürchtig sein, verehren’ zurückgeführt, deren Erweiterung, mit einem ursprünglich wohl präsensbildenden d ie. *aizd-, *izd-, in aind. ī́ṭṭē ‘verehrt, preist’, got. aistan ‘sich scheuen, achten’ (sofern dies nicht mit ie. t-Suffix gebildet ist) und wohl auch in griech. á͞idesthai, aidé͞isthai (αἴδεσθαι, αἰδεῖσθαι) ‘scheuen, verehren’, aidṓs (αἰδώς) ‘Ehrfurcht, Scheu, Scham’ vorliegt. Mittelalterliche Auffassung verbindet mit Ehre vornehmlich das äußere Ansehen in Gestalt von ‘Ruhm, Anerkennung’ (daher mhd. oft im Plural wie noch heute in den Wendungen mit Ehren, zu Ehren, ehrenhalber); später entwickelt sich Ehre zum sittlichen Begriff, wird oft als ‘Selbstachtung’ verstanden; vereinzelt begegnet es in diesem Sinne bereits im Ahd. (Notker, um 1000). ehren Vb. ‘Ehre erweisen, achten, anerkennen’, ahd. ērēn (8. Jh.), mhd. ēren. ehrlich Adj. ‘zuverlässig, aufrichtig, redlich’, heute meist im Gegensatz zu betrügerisch; dagegen ahd. ērlīh (um 800), mhd. ērlich ‘ehrenvoll, ruhmreich, ansehnlich, vornehm’. ehrbar Adj. ‘achtenswert, ehrenhaft’, mhd. ērbære. ehrsam Adj. ‘ehrbar, sittsam’, ahd. (10. Jh.), mhd. ērsam. ehrfürchtig Adj. ‘Ehrfurcht, hohe Achtung empfindend’ (16. Jh.), dazu die Rückbildung Ehrfurcht f. ‘Hochachtung’ (Ende 16. Jh.). ehrwürdig Adj. ‘Ehrerbietung einflößend’, ahd. ērwirdīg (8. Jh.), mhd. ērwirdec (s. ↗würdig); dazu Ehrwürden Anrede für geistliche Personen, Angehörige katholischer Orden, frühnhd. euer Ehrwürden (2. Hälfte 15. Jh.), zu ahd. ērwirdī ‘Ehrerweisung, Ehrerbietung, Rücksicht’ (um 800), mhd. ēwirde, frühnhd. erwirde (16. Jh.). Ehrenmann m. ‘ehrenhafter Mensch’ (2. Hälfte 15. Jh.; zuerst in Schweiz. Quellen, danach im Obd.), eventuell Übersetzung von lat. vir honestus. Ehrenpreis n. m. als Heilpflanze verwendeter Rachenblütler mit kleinen blauen Blüten (15. Jh.), wegen seiner Heilkraft zu ↗preisen und zu ↗ehren (Marzell 4, 1079). ehrenrührig Adj. ‘das Ehrgefühl verletzend, beleidigend’ (15./16. Jh.); vgl. mnd. ērenrȫrich; daneben frühnhd. ehr(en)rührend (16. Jh.). Ehrenwort n. ‘feierliches Versprechen’, eigentlich gegen Verpfändung der Ehre (um 1700), zuvor ‘ehrendes Wort, Huldigung, respektvolle Anrede’ (16. Jh.), spätmhd. ērwort ‘höfliche Rede’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ehrenmann · ↗Gentleman · ↗Kavalier · ↗Weltmann · feiner Herr  ●  ↗Gentilhomme  veraltet · Mann von Welt  ugs. · ↗Seigneur  geh.
Oberbegriffe
  • Herr · ↗Mannsbild · ↗Mannsperson · ↗Patron (halb-scherzhaft oder abwertend) · Vertreter des männlichen Geschlechts · Y-Chromosom-Träger (halb-ironisch) · gestandene Person · männlicher Mensch  ●  ↗Bursche  regional · ↗Mann  Hauptform · Person männlichen Geschlechts  Amtsdeutsch · erwachsene männliche Person  Amtsdeutsch · männliche Person  Amtsdeutsch · Dude  ugs., engl. · ↗Kerl  ugs. · ↗Keule  ugs., positiv, salopp, regional · ↗Macker  ugs. · ↗Typ  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kaufleute Patriot Ruf dunkel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ehrenmann‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie kann einer, der sich willkürlich über das Gesetz stellt, ein Ehrenmann sein?
Der Tagesspiegel, 28.01.2000
Was mich betrifft, so werde ich das Versprechen ganz wie ein Ehrenmann einhalten.
Süddeutsche Zeitung, 18.01.1995
Er bleibt hier ohnehin schon länger als bei den andern, den Ehrenmännern.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 18
Denn für einen Ehrenmann, dem man so etwas nachsagt, gibt es nur eins.
Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4034
Sie glaubte den Ehrenmann ledig, er versprach ihr die Ehe und gewann sie.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8885
Zitationshilfe
„Ehrenmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ehrenmann>, abgerufen am 22.02.2019.

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