Ehrenpreis, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungEh-ren-preis
WortzerlegungEhrePreis2
eWDG, 1967

Bedeutung

Preis, der einem zu Ehrenden verliehen wird
Beispiel:
einen Ehrenpreis stiften, verliehen bekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ehre · ehren · ehrlich · ehrbar · ehrsam · ehrfürchtig · Ehrfurcht · ehrwürdig · Ehrwürden · Ehrenmann · Ehrenpreis · ehrenrührig · Ehrenwort
Ehre f. ‘äußeres Ansehen, Wertschätzung durch andere Menschen, Selbstachtung’, ahd. ēra ‘Ansehen, Wertschätzung, Berühmtheit, Würde, Zierde, Ehrfurcht, Verehrung’ (8. Jh.), mhd. ēre ‘Ehrerbietung, Zierde, Ansehen, Ruhm, Sieg, Herrschaft, Ehrgefühl, ehrenhaftes Benehmen’, asächs. ēra, mnd. mnl. ēre, nl. eer, afries. ēre, aengl. ār ‘Ehre, Würde, Ruhm, Achtung, Verehrung, Gnade, Mitleid, Besitz, Einkommen’, anord. eir ‘Gnade, Milde, Hilfe’ (germ. *aizō) werden auf eine Wurzel ie. *ais- ‘ehrfürchtig sein, verehren’ zurückgeführt, deren Erweiterung, mit einem ursprünglich wohl präsensbildenden d ie. *aizd-, *izd-, in aind. ī́ṭṭē ‘verehrt, preist’, got. aistan ‘sich scheuen, achten’ (sofern dies nicht mit ie. t-Suffix gebildet ist) und wohl auch in griech. á͞idesthai, aidé͞isthai (αἴδεσθαι, αἰδεῖσθαι) ‘scheuen, verehren’, aidṓs (αἰδώς) ‘Ehrfurcht, Scheu, Scham’ vorliegt. Mittelalterliche Auffassung verbindet mit Ehre vornehmlich das äußere Ansehen in Gestalt von ‘Ruhm, Anerkennung’ (daher mhd. oft im Plural wie noch heute in den Wendungen mit Ehren, zu Ehren, ehrenhalber); später entwickelt sich Ehre zum sittlichen Begriff, wird oft als ‘Selbstachtung’ verstanden; vereinzelt begegnet es in diesem Sinne bereits im Ahd. (Notker, um 1000). ehren Vb. ‘Ehre erweisen, achten, anerkennen’, ahd. ērēn (8. Jh.), mhd. ēren. ehrlich Adj. ‘zuverlässig, aufrichtig, redlich’, heute meist im Gegensatz zu betrügerisch; dagegen ahd. ērlīh (um 800), mhd. ērlich ‘ehrenvoll, ruhmreich, ansehnlich, vornehm’. ehrbar Adj. ‘achtenswert, ehrenhaft’, mhd. ērbære. ehrsam Adj. ‘ehrbar, sittsam’, ahd. (10. Jh.), mhd. ērsam. ehrfürchtig Adj. ‘Ehrfurcht, hohe Achtung empfindend’ (16. Jh.), dazu die Rückbildung Ehrfurcht f. ‘Hochachtung’ (Ende 16. Jh.). ehrwürdig Adj. ‘Ehrerbietung einflößend’, ahd. ērwirdīg (8. Jh.), mhd. ērwirdec (s. ↗würdig); dazu Ehrwürden Anrede für geistliche Personen, Angehörige katholischer Orden, frühnhd. euer Ehrwürden (2. Hälfte 15. Jh.), zu ahd. ērwirdī ‘Ehrerweisung, Ehrerbietung, Rücksicht’ (um 800), mhd. ēwirde, frühnhd. erwirde (16. Jh.). Ehrenmann m. ‘ehrenhafter Mensch’ (2. Hälfte 15. Jh.; zuerst in Schweiz. Quellen, danach im Obd.), eventuell Übersetzung von lat. vir honestus. Ehrenpreis n. m. als Heilpflanze verwendeter Rachenblütler mit kleinen blauen Blüten (15. Jh.), wegen seiner Heilkraft zu ↗preisen und zu ↗ehren (Marzell 4, 1079). ehrenrührig Adj. ‘das Ehrgefühl verletzend, beleidigend’ (15./16. Jh.); vgl. mnd. ērenrȫrich; daneben frühnhd. ehr(en)rührend (16. Jh.). Ehrenwort n. ‘feierliches Versprechen’, eigentlich gegen Verpfändung der Ehre (um 1700), zuvor ‘ehrendes Wort, Huldigung, respektvolle Anrede’ (16. Jh.), spätmhd. ērwort ‘höfliche Rede’.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Ehrenpreis  ●  Allerweltsheil  ugs. · Grundheil  ugs. · Köhlerkraut  ugs. · ↗Männertreu  ugs. · Schlangenkraut  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fernsehpreis Filmakademie Filmfestspiel Filmpreis Förderpreis Gala Gesamtwerk Kulturrat Landeshauptstadt Lebenswerk Publikumspreis Stifter Verdienst Verleihung auszeichnen bedachen begehrt diesjährig dotiert entgegennehmen gestiftet kulturell stiften umbenennen undotiert vergeben verleihen verliehen zuerkennen überreichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ehrenpreis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer die finanzielle Unterstützung für sein Engagement nicht benötigt, erhält einen Ehrenpreis.
Die Zeit, 27.09.2013, Nr. 38
Dort war im Jahr 1805 der sogenannte Persische Ehrenpreis entwischt.
Süddeutsche Zeitung, 30.11.1995
Und so blendet dann der Film über auf eines dieser Rennen um den Ehrenpreis des Führers.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 18.03.1940
Die deutsche Mannschaft unter Major Momm gewinnt den Ehrenpreis des Führers beim Internationalen Reitturnier in Berlin.
o. A.: 1939. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1983], S. 2689
Mitunter handelt es sich auch nur um symbolische Anerkennung oder einen Ehrenpreis, verbunden mit Medaille, Ehrenring, Pokal, Trophäe, Wimpel oder einer anderen Ehrengabe oder Kunstgegenstand.
Rohlfs, Eckart: Wettbewerbe und Preise. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1979], S. 19352
Zitationshilfe
„Ehrenpreis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ehrenpreis#1>, abgerufen am 14.12.2019.

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Ehrenpreis, das oder der

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Nebenform Ehrenpreis · Substantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungEh-ren-preis
WortzerlegungEhrePreis2
eWDG, 1967

Bedeutung

artenreicher Rachenblütler mit kleinen blauen Blüten, der auch als Heilpflanze verwendet wird, Männertreu
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ehre · ehren · ehrlich · ehrbar · ehrsam · ehrfürchtig · Ehrfurcht · ehrwürdig · Ehrwürden · Ehrenmann · Ehrenpreis · ehrenrührig · Ehrenwort
Ehre f. ‘äußeres Ansehen, Wertschätzung durch andere Menschen, Selbstachtung’, ahd. ēra ‘Ansehen, Wertschätzung, Berühmtheit, Würde, Zierde, Ehrfurcht, Verehrung’ (8. Jh.), mhd. ēre ‘Ehrerbietung, Zierde, Ansehen, Ruhm, Sieg, Herrschaft, Ehrgefühl, ehrenhaftes Benehmen’, asächs. ēra, mnd. mnl. ēre, nl. eer, afries. ēre, aengl. ār ‘Ehre, Würde, Ruhm, Achtung, Verehrung, Gnade, Mitleid, Besitz, Einkommen’, anord. eir ‘Gnade, Milde, Hilfe’ (germ. *aizō) werden auf eine Wurzel ie. *ais- ‘ehrfürchtig sein, verehren’ zurückgeführt, deren Erweiterung, mit einem ursprünglich wohl präsensbildenden d ie. *aizd-, *izd-, in aind. ī́ṭṭē ‘verehrt, preist’, got. aistan ‘sich scheuen, achten’ (sofern dies nicht mit ie. t-Suffix gebildet ist) und wohl auch in griech. á͞idesthai, aidé͞isthai (αἴδεσθαι, αἰδεῖσθαι) ‘scheuen, verehren’, aidṓs (αἰδώς) ‘Ehrfurcht, Scheu, Scham’ vorliegt. Mittelalterliche Auffassung verbindet mit Ehre vornehmlich das äußere Ansehen in Gestalt von ‘Ruhm, Anerkennung’ (daher mhd. oft im Plural wie noch heute in den Wendungen mit Ehren, zu Ehren, ehrenhalber); später entwickelt sich Ehre zum sittlichen Begriff, wird oft als ‘Selbstachtung’ verstanden; vereinzelt begegnet es in diesem Sinne bereits im Ahd. (Notker, um 1000). ehren Vb. ‘Ehre erweisen, achten, anerkennen’, ahd. ērēn (8. Jh.), mhd. ēren. ehrlich Adj. ‘zuverlässig, aufrichtig, redlich’, heute meist im Gegensatz zu betrügerisch; dagegen ahd. ērlīh (um 800), mhd. ērlich ‘ehrenvoll, ruhmreich, ansehnlich, vornehm’. ehrbar Adj. ‘achtenswert, ehrenhaft’, mhd. ērbære. ehrsam Adj. ‘ehrbar, sittsam’, ahd. (10. Jh.), mhd. ērsam. ehrfürchtig Adj. ‘Ehrfurcht, hohe Achtung empfindend’ (16. Jh.), dazu die Rückbildung Ehrfurcht f. ‘Hochachtung’ (Ende 16. Jh.). ehrwürdig Adj. ‘Ehrerbietung einflößend’, ahd. ērwirdīg (8. Jh.), mhd. ērwirdec (s. ↗würdig); dazu Ehrwürden Anrede für geistliche Personen, Angehörige katholischer Orden, frühnhd. euer Ehrwürden (2. Hälfte 15. Jh.), zu ahd. ērwirdī ‘Ehrerweisung, Ehrerbietung, Rücksicht’ (um 800), mhd. ēwirde, frühnhd. erwirde (16. Jh.). Ehrenmann m. ‘ehrenhafter Mensch’ (2. Hälfte 15. Jh.; zuerst in Schweiz. Quellen, danach im Obd.), eventuell Übersetzung von lat. vir honestus. Ehrenpreis n. m. als Heilpflanze verwendeter Rachenblütler mit kleinen blauen Blüten (15. Jh.), wegen seiner Heilkraft zu ↗preisen und zu ↗ehren (Marzell 4, 1079). ehrenrührig Adj. ‘das Ehrgefühl verletzend, beleidigend’ (15./16. Jh.); vgl. mnd. ērenrȫrich; daneben frühnhd. ehr(en)rührend (16. Jh.). Ehrenwort n. ‘feierliches Versprechen’, eigentlich gegen Verpfändung der Ehre (um 1700), zuvor ‘ehrendes Wort, Huldigung, respektvolle Anrede’ (16. Jh.), spätmhd. ērwort ‘höfliche Rede’.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Ehrenpreis  ●  Allerweltsheil  ugs. · Grundheil  ugs. · Köhlerkraut  ugs. · ↗Männertreu  ugs. · Schlangenkraut  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fernsehpreis Filmakademie Filmfestspiel Filmpreis Förderpreis Gala Gesamtwerk Kulturrat Landeshauptstadt Lebenswerk Publikumspreis Stifter Verdienst Verleihung auszeichnen bedachen begehrt diesjährig dotiert entgegennehmen gestiftet kulturell stiften umbenennen undotiert vergeben verleihen verliehen zuerkennen überreichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ehrenpreis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer die finanzielle Unterstützung für sein Engagement nicht benötigt, erhält einen Ehrenpreis.
Die Zeit, 27.09.2013, Nr. 38
Dort war im Jahr 1805 der sogenannte Persische Ehrenpreis entwischt.
Süddeutsche Zeitung, 30.11.1995
Und so blendet dann der Film über auf eines dieser Rennen um den Ehrenpreis des Führers.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 18.03.1940
Die deutsche Mannschaft unter Major Momm gewinnt den Ehrenpreis des Führers beim Internationalen Reitturnier in Berlin.
o. A.: 1939. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1983], S. 2689
Mitunter handelt es sich auch nur um symbolische Anerkennung oder einen Ehrenpreis, verbunden mit Medaille, Ehrenring, Pokal, Trophäe, Wimpel oder einer anderen Ehrengabe oder Kunstgegenstand.
Rohlfs, Eckart: Wettbewerbe und Preise. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1979], S. 19352
Zitationshilfe
„Ehrenpreis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ehrenpreis#2>, abgerufen am 14.12.2019.

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