Ehrensold, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ehrensold(e)s · Nominativ Plural: Ehrensolde · wird selten im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungEh-ren-sold
WortzerlegungEhreSold
Wahrig/DWDS (Vollartikel), 2017

Bedeutungen

1.
allgemeiner einer zu ehrenden Person gezahltes Gehalt (zusätzlich zu der Verleihung eines Verdienstordens, einer Auszeichnung o. Ä.)  
siehe auch Ehrengehalt
Beispiele:
Ausstaffiert mit Privatbüro und Ehrensold, zog sich der mittlerweile 82-jährige Ehrenpräsident [der FIFA] nach Rio zurück. [Süddeutsche Zeitung, 17.08.2016]
Der Ehrensold wird auf andere Bezüge nicht angerechnet und bleibt bei Festsetzung von Unterstützungen jeder Art außer Ansatz. [o. A.: Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen. In: Sartorius 1: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze der Bundesrepublik Deutschland, München: Beck 1998]
Erzherzog Rudolph, der Schüler Beethovens, sowie die Fürsten Lobkowitz und Kinsky setzen dem gefeierten Künstler einen Ehrensold von jährlich 4000 Gulden aus, um ihn in Wien zu halten. [Schneider, Günter: Musik der Meister – Meister der Musik, Gütersloh: Bertelsmann 1977, S. 126]
Sie freut sich, daß man ihr als erste[r] Ehrenbürgerin der Stadt Düsseldorf einen Ehrensold ausgesetzt hat, der sie ohne finanzielle Sorgen leben läßt. [Der Spiegel, 12.07.1947, Nr. 28]
Das Geld gedachte man einem Fonds einzuspeisen, um daraus »Ehrensolde« an verdiente und Förderungsbeihilfen an begabte Urheber zu finanzieren; auch die Unterstützung bedürftiger Hinterbliebener war geplant. [Neue Zürcher Zeitung, 28.12.1999] ungewöhnl. Pl.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein monatlicher Ehrensold
als Akkusativobjekt: jmdm. einen Ehrensold gewähren; einen Ehrensold erhalten, bekommen
in Präpositionalgruppe/-objekt: einen Anspruch auf Ehrensold haben; auf den Ehrensold verzichten
2.
(in der Bundesrepublik Deutschland) Gehalt, das verdienten Staatsbeamten und anderen Personen (wie dem Bundespräsidenten) nach deren Ausscheiden aus dem Amt lebenslang gezahlt wird
Beispiele:
Bei einer unehrenhaften Entlassung werden dem Soldaten alle militärischen Ehren aberkannt. Zudem verliert er den Anspruch auf die Auszahlung von Ehrensold. [Die Zeit, 09.07.2016 (online)]
Altbundespräsident Walter Scheel hat Christian Wulff dazu aufgefordert, auf seinen lebenslangen Ehrensold zu verzichten – es geht um 199.000 Euro jährlich. [Spiegel, 19.02.2012 (online)]
Die vier ehemaligen Bundespräsidenten Scheel, von Weizsäcker, Herzog und Rau bekommen bis zum Lebensende ihr volles Amtsgehalt als »Ehrensold« – zusammen 796200 Euro »Ehrensold« im Jahr – plus kompletter Büroausstattung, Mitarbeiter, Dienstlimousine. [Bild, 09.11.2005]
Einem Bürgermeister, der zwölf Jahre oder länger im Amt war, steht […] ein sogenannter Ehrensold zu. [Süddeutsche Zeitung, 10.03.1998]
Offiziere und Beamte der Wehrmacht sowie aktive Mitglieder der ehemaligen Nazipartei erhalten keinen Ehrensold der Gesellschaft. [Neues Deutschland, 11.09.1946]
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspruch Bezüge Bundespräsidenten Erhöhung Gewährung Höhe Zahlung entziehen gewähren jährlichen monatlichen sogenannten verzichten zusteht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ehrensold‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es treffe ihn, daß man ihn offensichtlich nicht für würdig halte, einen Ehrensold zu erhalten.
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1998
So lange müsse auch in jedem Fall der Ehrensold gezahlt werden.
Die Zeit, 27.02.2012, Nr. 09
Einem Bürgermeister, der zwölf Jahre oder länger im Amt war, steht danach ein sogenannter Ehrensold zu.
Süddeutsche Zeitung, 10.03.1998
Der Ehrensold wird auf andere Bezüge nicht angerechnet und bleibt bei Festsetzung von Unterstützungen jeder Art außer Ansatz.
o. A.: Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen. In: Sartorius 1: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze der Bundesrepublik Deutschland, München: Beck 1998
Der Traum von einer unabhängigen dichterischen Existenz, die durch den Ehrensold einer Gemeinschaft bewundernder Freunde ermöglicht werden sollte, war zerstoben - gescheitert auch an den Vertriebsproblemen.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 3015
Zitationshilfe
„Ehrensold“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ehrensold>, abgerufen am 22.09.2017.

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