Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Eiche, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eiche · Nominativ Plural: Eichen
Aussprache  [ˈaɪ̯çə]
Worttrennung Ei-che
eWDG

Bedeutung

hoher und breiter Laubbaum mit buchtig gelappten Blättern und hartem, schwerem, dauerhaftem Holz, dessen Frucht in einem Becher sitzt und der infolge seines kraftvollen Wuchses und seines oft erreichten hohen Alters als Sinnbild der Stärke und Kraft gilt
Beispiele:
alte, mächtige, klobige, knorrige Eichen
diese Eiche ist mehr als 500 Jahre alt
die Eichen bogen sich im Sturm
er stand fest wie eine Eiche, war stark wie eine Eiche
sprichwörtlichvon einem, vom ersten Streich fällt keine Eiche
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eiche · Eichel · eichen1
Eiche f. Der zu den Buchengewächsen gehörende mächtige Laubbaum mit oft buchtig gelappten Blättern, ahd. eih, eihha (8. Jh.), mhd. eich, eiche, hat schon früh bei den germanischen Stämmen große wirtschaftliche und kultische Bedeutung; vgl. die gemeinsame, nur für das Got. nicht bezeugte Benennung asächs. ēk f., mnd. ēk f. und m., ēke f., mnl. eike, ēke f. und m., nl. eik m., aengl. āc f., engl. oak, anord. eik f., schwed. ek f. Dieses germ. *aik- f. und m. ist wahrscheinlich verwandt mit griech. aigílōps (αἰγίλωψ) ‘Eiche mit süßen Früchten’, vielleicht auch mit griech. krátaigos, krataigṓn (κράταιγος, κραταιγών) Baum unbestimmter Art (‘Harteiche’?), so daß eine Wurzel ie. *aig- ‘Eiche’ vorausgesetzt werden kann; ob an diese auch lat. aesculus ‘Bergeiche’ (aus *aig-sklos?) und griech. á͞igeiros (αἴγειρος) ‘Schwarzpappel’ anzuschließen sind, ist zweifelhaft. – Eichel f. Frucht der Eiche, ahd. eihhila (9. Jh.), mhd. eichel, mnd. ēkel, mnl. eikel, ēkel m.?, nl. eikel m. Einer Deutung dieser Ableitung als Deminutivum zum Baumnamen ist kaum zuzustimmen, das l-Suffix drückt wohl vielmehr Zugehörigkeit aus (s. auch Ärmel). Zwischen Eichel und synonym gebrauchtem Ecker (s. d.) besteht kein etymologischer Zusammenhang; vgl. jedoch den Versuch gemeinsamer Herleitung durch Annahme eines Vokalwechsels ai-/a- bei Kuhn in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 71 (1954) 151. eichen1 Adj. ‘aus Eichenholz bestehend’, ahd. eihhīn (10. Jh.), mhd. eichīn, mnd. ēken, mnl. eikijn, aengl. ǣcen.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Eiche  ●  Quercus  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Eiche‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eiche‹.

Ast Blatt Frucht Fällung Holz Krone Schatten Stamm Wurzel abgestorben dick dicke fällen gebeizt gefällt gepflanzt hohl idsteiner knorrig kraus kümmern mächtig pflanzen steinalt steirisch tausendjährig teutoburger uralt

Verwendungsbeispiele für ›Eiche‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einer wollte eine Eiche aus Eisen gießen lassen – genug davon. [Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 24]
Es war ihm lästig, auch abends in die »Eiche« gehen zu müssen. [Quenel, Maximilian: Wiedergeburt. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 25]
Seine Möbel, meist Eiche, sind einfach, flach, mitunter etwas schwerfällig, aber nicht unbehaglich. [o. A.: Lexikon der Kunst – S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 36814]
Das Bild von der fest verwurzelten westfälischen Eiche stammt von Ihnen selbst. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]]
Warum sollte es auch dem deutschen Mann anders gehen als der deutschen Eiche? [Die Zeit, 11.03.1999, Nr. 11]
Zitationshilfe
„Eiche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eiche>.

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