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Eierkuchen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungEi-er-ku-chen
WortzerlegungEiKuchen
eWDG, 1967

Bedeutung

landschaftlich dickflüssiger, in der Pfanne gebackener Teig aus Eiern, Mehl und Milch, Omelett
Beispiele:
einen Eierkuchen backen
den Eierkuchen in der Pfanne wenden
ein Eierkuchen mit Zucker
ein mit Konfitüre, Pilzen, Ragout gefüllter Eierkuchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ei · Eigelb · Eiweiß · Eierkopf · Eierkuchen · Eierstock · Eiertanz · eiern1 · eiern2
Ei n. aus Schale, Eiweiß und Eigelb bestehendes Hühner-, Vogelei, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnl. nl. ei, mnd. ey, aengl. ǣg (engl. egg aus dem Anord.), anord. egg, schwed. ägg führen auf germ. *ajjam bzw. (wegen des r-Plurals im Aengl. und im Hd.) auf *ajjaz. Der anlautende Vokal kann auf eine schwundstufige Form (ie. ə) zurückgehen oder Kürzung des im Germ. zu ā gewordenen ie. ō sein, das sich in den Formen verwandter Sprachen findet, griech. ōón (ᾠόν), lat. ōvum, kymr. wy, aslaw. ajьce, russ. jajcó (яйцо). Als Ausgangsformen können für diese Sprachen im wesentlichen ie. *ōu̯i̯om, daraus gekürztes *ōi̯om, und wohl auch *ōu̯om angesetzt werden. Zweifellos besteht eine Verbindung zu ie. *əu̯ei- (oder *au̯(e)i-?), *u̯(e)i- ‘Vogel’ in aind. vḗḥ, vī́ḥ, lat. avis ‘Vogel’, wahrscheinlich auch griech. aietós (αἰετός) ‘Adler’. Je nach Beurteilung des Ablautverhältnisses im Rahmen der ie. Wortbildung wäre danach Ei ursprünglich ‘das zum Vogel Gehörige’ oder der Vogel das ‘Eiertier’. Anders Schindler in: Die Sprache 15 (1969) 166, der für seinen Ansatz ie. *ō-ə̯ui̯-óm ‘Ei’, eigentlich ‘das beim Vogel Befindliche’, von einer präpositionalen Verbindung (mit ie. ‘nahe bei’, s. ↗Ohnmacht) ausgeht. Schon früh wird ‘Vogelei’ auf die Eier anderer Tiere (Insekten, Reptilien, Fische) sowie allgemein auf die weibliche Keimzelle übertragen. Eigelb n. ‘Dotter’ (18. Jh.), älter Eiergelb (Ayer-gelb, 17. Jh.). Eiweiß n. (18. Jh.), frühnhd. Eierweiß (ayger wys, 15. Jh.), ursprünglich ‘das Weiße im gekochten Ei’, dagegen mhd. eierklār ‘das Weiße im rohen Ei’; in der Chemie für eine organische Verbindung aus Kohlen-, Wasser-, Sauer-, Stickstoff (19. Jh.). Eierkopf m. länglich ovale Kopfform, Person mit eiförmigem Kopf, auch Schimpfwort ‘Dummkopf’ (19. Jh.); spöttisch ‘Akademiker, Intellektueller’, Übersetzungswort von gleichbed. amerik.-engl. egghead (Mitte 20. Jh.). Eierkuchen m. ‘in der Pfanne gebackener Teig aus Eiern, Mehl und Milch, Omelett’ (nordd.), mhd. eierkuoche. Eierstock m. ‘weibliche Keimdrüse’ (1. Hälfte 16. Jh.) für gleichbed. mlat. ovarium. Stock hier im Sinne von ‘Menge, Masse, Vorrat’ (s. d.). Eiertanz m. ‘Tanz mit verbundenen Augen zwischen ausgelegten Eiern’ (17. Jh.), heute übertragen ‘vorsichtiges, gewundenes Verhalten in heikler Situation’. eiern1 Vb. ‘Eier legen’, spätmhd. aiern. eiern2 Vb. ‘unregelmäßig rotieren’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Crêpe · Eierkuchen · ↗Pfannkuchen  ●  Eierpuffer  regional · ↗Flädle  regional · Omelettes  regional · ↗Palatschinke  österr. · Palatschinken  österr., Plural · Plins  regional · ↗Plinse  regional · Plinsen  regional · ↗Eierpfannkuchen  ugs., regional · Pangech  ugs., regional · Pannekuche  ugs., regional · Pfannenkuchen  ugs. · Plinz  ugs., regional
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Pfannkuchensuppe  ●  Flädlessuppe  schwäbisch · Flädlesuppe  schwäbisch · Flädlisuppe  schweiz. · ↗Frittatensuppe  österr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apfelmus Freude Friede Lärm Pfanne backen braten essen gefüllt herrschen servieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eierkuchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lisa ließ den Eierkuchen aus der Pfanne auf einen großen flachen Teller gleiten.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 71
Die Reste von Eierkuchen werfe ich nie weg, sondern schneide sie in Streifen, friere sie ein.
Bild, 02.10.1997
Also kann das oberste Motto nicht „Friede, Freude, Eierkuchen“ sein.
Die Zeit, 06.02.2012 (online)
Lasse ihn auf den Teller gleiten und backe auf die gleiche Weise aus dem Teig die anderen Eierkuchen.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 188
Es gehe jetzt um andere Dinge als um den Eierkuchen im Zylinder oder um den Gedanken lesenden Bären Hugo.
Klabund: Der Marketenderwagen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2324
Zitationshilfe
„Eierkuchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eierkuchen>, abgerufen am 23.04.2019.

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