Eifersucht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungEi-fer-sucht (computergeneriert)
WortzerlegungEiferSucht
Wortbildung mit ›Eifersucht‹ als Erstglied: ↗Eifersuchtsszene · ↗eifersüchtig
eWDG, 1967

Bedeutung

Neid auf die Bevorzugung eines anderen, besonders auf erotischem Gebiet
Beispiele:
er bewachte, beobachtete seine junge Frau mit Eifersucht
voller Eifersucht auf seinen Rechten bestehen, über der Erfüllung seiner Ansprüche, über jmdn. wachen
der Mord geschah aus (glühender, rasender, verzehrender) Eifersucht
engherzige, lächerliche, unbegründete Eifersucht
jmdn. plagt, quält (die) Eifersucht
der Stachel der Eifersucht
daß Habsucht und kleinliche Eifersüchte sich wieder regten, war menschlich [Feuchtw.Narrenweisheit278]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eifer · eifrig · eifern · sich ereifern · nacheifern · wetteifern · Eifersucht · eifersüchtig
Eifer m. ‘ernsthaftes Bemühen, leidenschaftliches Verfolgen eines Zieles’ gehört zu einer im Obd. seit Mitte des 14. Jhs. nachzuweisenden Wortfamilie (am frühesten bezeugt ist Eiferer m. ‘wer eifersüchtig ist’, mhd. eifrær), deren etymologische Herleitung unbekannt ist; gewöhnlich wird Zusammenhang mit dem dazu im Ablautverhältnis stehenden Adjektiv ahd. eibar, eivar ‘scharf, bitter, widerwärtig, heftig’ (8. Jh., wovon ahd. eivar n. ‘Bitteres, Erbitterung’, eivarī f. ‘Bitterkeit, Erbitterung’, beide um 1000), aengl. āfor ‘bitter, herb, heftig’ (zu ie. *ā̌i- ‘brennen, leuchten’?) angenommen; vgl. in jüngerer Zeit noch nsächs. und fachsprachlich eifer ‘bitter, scharf’. Das Substantiv Eifer, zuerst in der 2. Hälfte des 15. Jhs. für ‘Eifersucht’ (zu eifern als postverbale Ableitung?), findet durch Luthers Bibelübersetzung Eingang in die nhd. Literatursprache. Luther verwendet es mit der Bedeutung ‘aus Sorge und liebevoller Anteilnahme erwachsende zornige Erregung’ zur Wiedergabe von griech.-lat. zēlus und begründet diese Entscheidung ausdrücklich. Hieraus geht der heutige Gebrauch hervor, während der ursprüngliche Sinn ‘Eifersucht’ im 18. Jh. zurücktritt. eifrig Adj. ‘mit Eifer tätig, emsig’ (15. Jh., anfangs und vereinzelt bis ins 17. Jh. in der Bedeutung ‘eifersüchtig’), im Frühnhd. meist eiferig neben Bildungen wie eiferisch, eifericht. eifern Vb. ‘heftig und mit blinder Leidenschaft für oder gegen etw. sprechen’ (frühnhd. ‘eifersüchtig sein’, Anfang 15. Jh.); im Unterschied zu Eifer (s. oben) behält eifern seinen tadelnden Beiklang, ebenso das jetzt geläufigere Verb sich ereifern ‘in Eifer geraten, sich erregen’ (17. Jh.); dagegen folgen die Verben nacheifern ‘einem Vorbild gleichzukommen suchen’ (16. Jh.) und wetteifern ‘jmdn. an Eifer überbieten wollen’ (17. Jh., aus um die Wette eifern) der semantischen Entwicklung des Substantivs. Eifersucht f. ‘Angst vor Zurücksetzung in der Liebe’, dann auch allgemeiner ‘Streben nach Alleinbesitz, Argwohn’; die Zusammensetzung (zum zweiten Glied s. ↗Sucht) tritt im 16. Jh. an die Stelle von Eifer nach dessen Bedeutungswandel (s. oben); dazu eifersüchtig Adj. (17. Jh.) für älteres eifrig (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Eifersucht · ↗Missgunst · ↗Neid  ●  ↗Scheelsucht  veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfall Begierde Besitzanspruch Ehebruch Ehrgefühl Eitelkeit Gier Habgier Haß Intrige Jalousie Leidenschaft Liebe Mißgunst Neid Qual Rache Rivalität Tatmotiv Verlustangst Verrat Wut erschlagen erstechen grundlos krankhaft nagend niederstechen rasend unbegründet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eifersucht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine dicke Frau verbrüht ihrer Schwester aus Eifersucht die Beine.
Bild, 25.04.2006
Je mehr man vor einer Frau die Eifersucht negiert, je unsicherer wird sie.
Der Tagesspiegel, 17.11.2002
Sie sind aus Eifersucht nicht bereit, die Fürsorge um das Kind mit der Mutter zu teilen.
o. A.: Lexikon der Kunst - O. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 13744
Vielleicht ist von mir aus auch eine Art Eifersucht im Spiel.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1923. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1923], S. 116
Jedenfalls habe ich durch sie schon die Qualen der Eifersucht durchkosten müssen.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 30351
Zitationshilfe
„Eifersucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eifersucht>, abgerufen am 19.09.2019.

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