Eigenname, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Eigennamens · Nominativ Plural: Eigennamen
Aussprache  [ˈaɪ̯gn̩ˌnaːmə]
Worttrennung Ei-gen-na-me
Wortzerlegung eigen Name
eWDG und ZDL

Bedeutung

feststehender substantivischer Ausdruck, der auf ein einzelnes Individuum (z. B. eine Person, einen Ort, ein Produkt) verweist
Synonym zu Name (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der offizielle Eigenname [von etw.]
als Prädikativ: ein Wort als Eigenname gebrauchen
Beispiele:
die Großschreibung, Betonung der EigennamenWDG
ein geografischer EigennameWDG
Im Zentrum des Bogens im Blasiusdom zur Seite des einstigen Mönchschors der Benediktiner hin überrascht die Betrachter das sogenannte hebräische Tetragramm, das in der lateinischen Umsetzung mit den vier Zeichen JHWH (Jahwe) wiedergegeben wird. […] Dieses Tetragramm umschreibt in der hebräischen Bibel den Eigennamen des Gottes Israels. [Südkurier, 17.12.2020]
Das »kleine« Wort »deutsch« ist ein Adjektiv (Eigenschaftswort), und Adjektive schreibt man klein: das »deutsche« Volk, die »deutsche« Presse, ein »deutscher« Dichter. Selbst so etwas Großes wie die »deutsche Einheit«, mögen wir sie in unserem Herzen auch noch so groß schreiben, wird orthografisch kleingeschrieben. Wenn Eigenschaftswörter allerdings zu Eigennamen werden, schreibt man sie groß. [Hamburger Abendblatt, 15.12.2020]
Buddha ist beispielsweise kein Eigenname, sondern ein Ehrentitel, der so viel bedeutet wie »der Erleuchtete«. [Basler Zeitung, 23.11.2020]
Es gibt tatsächlich Eigennamen, in unserem Fall Ortsnamen, die schwer zu deuten, mitunter nicht deutbar sind. [Leipziger Volkszeitung, 21.08.2003]
Daß die Skythen oder Skoloten, wie sie nach Herodot sich selbst nannten, iranischen Ursprungs waren, beweisen die erhaltenen Wörter, darunter vor allem die zahlreichen echt iranischen Eigennamen. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums. Bd. III. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 18026]
spezieller
Synonym zu Personenname
Beispiele:
Die Namenkunde untersucht Herkunft, Struktur und Entwicklung von Eigennamen, ebenso von Ortsnamen oder topografischen Gegebenheiten. [Neue Westfälische, 07.11.2015]
Kann man mit Drumsticks Geschichte schreiben? Man kann, vor allem wenn »man« Hilmar Hirt ist und eine Marke erfunden hat, die so erfolgreich ist, dass der Markenname zum Eigenname [sic!] wurde: Hilmar Hirt, 83, ist »der Mambo«. [Fränkischer Tag, 02.07.2019]
Deutschunterricht gab es [in Südtirol] nur noch im Untergrund, die deutschen Straßennamen verschwanden, die Ortsnamen auch, sogar viele Eigennamen. [Süddeutsche Zeitung, 19.10.2018]
Eigennamen und Ortsnamen sind nicht von der Rechtschreibereform [sic!] betroffen und die alte Schreibweise darf weiterhin beibehalten werden. [Leipziger Volkszeitung, 21.09.1999]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eigen · Eigen · eigens · eigentlich · Eigenheit · Eigenschaft · Eigenschaftswort · Eigentum · Eigentümer · eigentümlich · Eigenbrötler · Eigenname · eigensinnig · Eigensinn
eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘von besonderer Art, seltsam’, ahd. eigan (8. Jh.), mhd. eigen, asächs. ēgan, mnd. ēgen, mnl. eighen, eighijn, nl. eigen, afries. ēgen, ēin, aengl. āgen, engl. own, anord. eiginn, schwed. egen (got. nur aigin n. ‘Eigentum’, s. unten Eigen), ursprünglich Part. Prät. eines gemeingerm. Präteritopräsens mit der Bedeutung ‘haben, besitzen’, ahd. eigan, mhd. (vereinzelt) eigen, asächs. ēgan, aengl. āgan, engl. to own, anord. eiga, schwed. äga, got. *aigan (1. Pers. Sing. aih mit gammatischem Wechsel). Diesem Verb zugrundeliegendes germ. *aig-, *aih- (s. auch Fracht) steht im Ablautverhältnis zu aind. ī́śē (wohl einem ursprünglich reduplizierenden Perfekt *i-iś-ai) ‘hat zu eigen, besitzt, beherrscht’ und läßt sich mit diesem sowie awest. aēšā- ‘Vermögen, Können, Habe, Eigentum’, toch. B aik- ‘kennen, wissen’ auf eine Wurzel ie. *ēik̑- oder *eik̑- ‘zu eigen haben, vermögen’ zurückführen. Absolute Verwendung des partizipialen Adjektivs ‘in Besitz befindlich’ findet sich (in bezug auf Personen) noch in mhd. eigen ‘unfrei’ (wozu leibeigen, s. Leib). Eigen n. ‘Eigentum, Grundbesitz’, ahd. eigan (9. Jh.), mhd. eigen. Die gemeingerm. Substantivierung der neutralen Form des Adjektivs ist auch erhalten in Wendungen wie zu eigen haben, sich zu eigen machen, sein eigen nennen, etw. ist sein eigen, wo eigen jetzt adjektivisch aufgefaßt wird. eigens Adv. ‘besonders, ausdrücklich’ (17. Jh.), zum Adjektiv eigen mit adverbialem -s gebildet (bis Mitte 19. Jh. auch eigends mit dentalem Gleitlaut). eigentlich Adj. ‘ursprünglich, wirklich’, als Adverb ‘in Wirklichkeit, genaugenommen’ und häufig partikelhaft ‘denn, überhaupt’, mhd. eigenlich Adj. ‘eigentümlich, eigen, leibeigen, ausdrücklich’, eigenlīche Adv. ‘als Eigentum, ausdrücklich, bestimmt’; Einfügung des Gleitlauts -t- (wie z. B. in öffentlich, ordentlich, s. d.) vereinzelt schon mhd. und allgemein im Frühnhd. Eigenheit f. ‘auffällige Besonderheit’, mhd. eigenheit ‘Eigenschaft, Eigentümlichkeit’, frühnhd. selten, in pietistischen Schriften des 17./18. Jhs. als ‘Ichbezogenheit, auf die eigene Person gerichteter Sinn’ abgelehnt, seit Ende des 18. Jhs. verbreiteter, besonders im Sinne von ‘Originalität’. Eigenschaft f. ‘charakteristisches Merkmal, Wesenszug’, ahd. eiganscaft (Hs. 12. Jh.), mhd. eigenschaft ‘Eigentum, Eigentümlichkeit’, mhd. auch ‘Leibeigenschaft’; alle diese Bedeutungen noch frühnhd., daneben entsteht aus ‘Eigentümlichkeit’ vom Mhd. an der heutige Sinn; dazu Eigenschaftswort n. als Verdeutschung für Adjektiv (s. d.) von Adelung (1781) eingeführt (statt Beiwort, Gueintz 1641, Gottsched 1730). Eigentum n. ‘was jmdm. gehört’, juristisch (im Unterschied zu Besitz, s. d.) ‘was jmds. rechtlicher Verfügungsgewalt unterliegt’, mhd. eigentuom ‘Eigentum, Besitz’; dazu Eigentümer m. ‘wer rechtmäßig über etw. verfügen kann’ (15. Jh.) und eigentümlich Adj. ‘für eine Person oder Sache charakteristisch’, auch ‘seltsam, merkwürdig’ (16. Jh., zuvor, seit 15. Jh.) ‘jmdm. als Besitz gehörend’. Eigenbrötler m. auch Eigenbrödler ‘Sonderling, Einzelgänger’, literatursprachlich seit dem ersten Viertel des 19. Jhs., zuvor im Alem. ‘einen selbständigen Haushalt führender Junggeselle’ (ursprünglich ‘wer selbst sein Brot bäckt’, vgl. mhd. eigen brōt ‘eigenes Hauswesen’ und frühnhd. einbrodig ‘sein eigenes Brot, seinen eigenen Herd habend’, 15. Jh.). Eigenname m. Benennung eines Individuums, besonders ‘Personenname’; als Kompositum zuerst im 16. Jh. bezeugt (für lat. nōmen proprium, s. auch Name). eigensinnig Adj. ‘auf der eigenen Meinung beharrend, starrköpfig’, spätmhd. eigensinnec ‘aus eigenem Entschluß, freiwillig’; wohl daraus rückgebildet ist Eigensinn m. ‘Starrköpfigkeit’ (vereinzelt vom 16. Jh. an neben der Fügung eigen Sinn, verbreitet seit Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Eigenname · Proprium  ●  Nomen proprium  lat.
Oberbegriffe
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Eigenname · Nominator · singulärer Term

Typische Verbindungen zu ›Eigenname‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eigenname‹.

Zitationshilfe
„Eigenname“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eigenname>.

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