Eigennutz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungEi-gen-nutz (computergeneriert)
WortzerlegungeigenNutz
Wortbildung mit ›Eigennutz‹ als Grundform: ↗eigennützig
eWDG, 1967

Bedeutung

Selbstsucht, Egoismus
Beispiele:
er handelte aus reinem, purem, nacktem, krassem Eigennutz
seinen Eigennutz überwinden, zurückstellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nutzen · Eigennutz · eigennützig · Nutzholz · Nutzanwendung · Nutznießung · nutzlos · nutzbringend · nutzbar · nützlich · nutzen · nützen · abnutzen · abnützen · ausnutzen · ausnützen · benutzen · benützen
Nutzen m. ‘Ertrag, Gewinn, Vorteil’. Ahd. (8. Jh.), mhd. nuz m. (Genitiv nutzes) ‘Gebrauch, Nutzen, Ertrag’ (germ. *nuti-) hat neben sich schwach flektierendes ahd. (vereinzelt) nuzza f. (9. Jh.) und als fem. jō-Stamm (germ. *nutjō) aengl. nytt, anord. nyt sowie als Adjektivabstraktum ahd. nuzzī f. (9. Jh.), mhd. (selten) nütze, frühnhd. nütze. Mnd. mnl. nut weist mask. und fem. Geschlecht auf (nl. nut ist Substantivierung des Adjektivs, s. ↗nütze). Vereinzelt begegnet schließlich ein schwach flektierendes mhd. nutze m. Alle Formen stehen ablautend zu der unter ↗genießen (s. d.) behandelten Verbgruppe. Nhd. Nutzen m. (Genitiv Nutzens, 16. Jh.) ist wohl aus oben genanntem mhd. nutze m. mit Übernahme des Endungs-n aus den obliquen Kasus entstanden. Es verdrängt im 18. Jh. älteres Nutz, das fortlebt in den Wendungen nutz und frommen (16. Jh.), zu Nutz und Frommen sein, gereichen, dienen (18. Jh.), zunutze machen (17. Jh.). Eigennutz m. ‘Bedachtsein auf den eigenen Nutzen, Egoismus’ (15. Jh., auch flektiert eigener nutz). eigennützig Adj. ‘auf eigenen Vorteil bedacht, rücksichtslos’ (15. Jh.). Zu Nutz als erstem Glied in Zusammensetzungen vgl. Nutzholz n. (18. Jh.), mnd. nutholt; Nutzanwendung f. (18. Jh.); Nutznießung f. ‘Recht zur Nutzung fremden Eigentums’ (18. Jh.); nutzlos Adj. (18. Jh.); nutzbringend Adj. (16. Jh.). nutzbar Adj. ‘Nutzen bringend, sich für nützliche Zwecke eignend’, mhd. nutzebære. nützlich Adj. ‘Nutzen, Vorteil bringend’, mhd. nützelich ‘Nutzen, Genuß bringend, angenehm’. nutzen, nützen Vb. ‘Nutzen bringen, dienlich sein, nutzbringend verwenden, ausnutzen, Nutzen aus etw. ziehen’ setzt ahd. nuzzōn ‘genießen, verbringen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, abgeleitet von ahd. nuzza (s. oben), und (das später Umlaut aufweisende jan-Verb) ahd. ginuzzen ‘nützen, Nutzen ziehen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, nützen ‘gebrauchen, benutzen, als Nahrung genießen, dienlich sein’ fort. Dazu abnutzen, abnützen Vb. ‘durch anhaltenden Gebrauch Wert und Verwendungsmöglichkeit mindern’ (15. Jh.); vgl. mhd. abenutzen ‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’; ausnutzen, ausnützen Vb. ‘Vorteil aus etw. ziehen, rücksichtslos gebrauchen’ (Ende 15. Jh.); benutzen, benützen Vb. ‘gebrauchen, verwenden’, mhd. benutzen, benützen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Egoismus · Eigennutz · ↗Eigennützigkeit · ↗Eigensinn · Eigensüchtigkeit · ↗Ichsucht · ↗Selbstbezogenheit · ↗Selbstsucht · eigenes Interesse
Assoziationen
Synonymgruppe
Eigengebrauch · Eigennutz · zum persönlichen Gebrauch · zum privaten Nutzen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altruismus Balance Egoismus Eitelkeit Feigheit Geldgier Gemeinnutz Gemeinsinn Gemeinwohl Gewinnstrebe Gewinnsucht Gier Gleichgültigkeit Habgier Selbstsucht Triebfeder Triebkraft Undank aufgeklärt blank einwirken grob kurzsichtig maximieren pur schier schnöd strafbar verwerflich wohlverstanden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eigennutz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe Dir die Stelle versprochen, und ich werde mein Versprechen halten, schon aus Eigennutz!
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 607
Eigennutz hieß ihr selbstbewusstes Programm, politisch waren sie ohne Ambition.
Der Tagesspiegel, 15.06.2003
Du sollst nicht morden, also nicht aus Eigennutz, nicht wegen der schönen Augen seiner Frau deinen Nachbarn erschlagen.
Süddeutsche Zeitung, 20.04.1996
Wer spart, handelt »aus Eigennutz« dem Interesse der Gemeinschaft entgegen.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 394
Sie handelt dabei schon aus Eigennutz, denn sie wäre anderenfalls schließlich genötigt, den Mann zu pflegen.
Friedländer, Hugo: Eine Rittergutsbesitzerin vor den Geschworenen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3682
Zitationshilfe
„Eigennutz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eigennutz>, abgerufen am 18.04.2019.

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