Eilbote, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungEil-bo-te (computergeneriert)
WortzerlegungeilenBote
Wortbildung mit ›Eilbote‹ als Erstglied: ↗Eilbotenzustellung
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Postbote für Eilsendungen, besonders Eilbriefe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eilen · Eile · eilends · eilig · eilfertig · Eilbote · Eilbrief · Eilzug
eilen Vb. ‘sich rasch fortbewegen, hasten’. Das nur im Dt. und Nl. vorkommende Verb ahd. (um 800), mhd. īlen, asächs. īlian ‘bestrebt sein, sich bemühen, sich beeilen’, mnd. mnl. īlen, nl. ijlen ist wahrscheinlich eine Intensivbildung zur Wurzel ie. *ei- ‘gehen’, zu der aind. ḗti ‘geht’, griech. iénai (ἰέναι), lat. īre, lit. eĩti, aslaw. iti, russ. idtí, ittí (идти, иттии) ‘gehen’ und letztlich auch got. iddja ‘ich ging’ gehören. Eile f. ‘Hast, Bestreben, etw. schnell zu erledigen’, ahd. īla (9. Jh.), mhd. īle ‘Eifer, Eile’. eilends Adv. ‘schnell, in Eile’ (15. Jh.), erstarrter, adverbiell gebrauchter Genitiv des Part.adj. eilende, mhd. īlend ‘eilend’; vgl. ahd. īlento Adv. (um 800). eilig Adj. ‘hastig, schnell, dringlich’, ahd. īlīg, mhd. īlec, mnd. īlich. eilfertig Adj. ‘bereit zur Eile, dienstbeflissen, überstürzt, hastig’ (16. Jh.). Eilbote m. (2. Hälfte 17. Jh.) für gleichbed., dem Frz. entlehntes Courier (s. ↗Kurier); bei Adelung (1774) noch eilender Bote; vgl. bereits ahd. īlaboto (Hs. 13. Jh.). Eilbrief m. (1803), von Jahn (1835) für Expreßbrief vorgeschlagen, 1875 amtlich festgesetzt. Eilzug m. Mitte des 19. Jhs. im Sinne von ‘Schnellzug’; etwa 1930 wird amtlich festgelegt ‘nur an wichtigen Stationen haltender schneller Personenzug’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eilbote  ●  ↗Stafette  veraltet

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Freilich hätte man das auch am nächsten Tag und ohne Eilboten rechtzeitig erfahren.
Die Zeit, 18.12.1959, Nr. 51
Bevor ich Sie angerufen habe, habe ich einen Scheck auf Ihren Namen per Eilboten an Sie adressiert.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 335
Seit 1997 gibt es keinen Eilboten mehr, im vergangenen Monat wurde auch der Wertbrief abgeschafft.
Süddeutsche Zeitung, 28.04.1999
Die Post führt für dringende Pakete den Aufkleber »Durch Eilboten, Bote bezahlt« ein.
o. A.: 1928. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 3597
Schrieb an Rektor François, »durch Eilboten«, er sei bereit, zu widerrufen.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 198
Zitationshilfe
„Eilbote“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eilbote>, abgerufen am 18.07.2019.

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